Da stehe ich wieder, wieder in einer Gruppe aufgeregter Leute mit bepackten Gravel Bikes. Warum zur Hölle bin ich hier in Tolga, mitten im norwegischen Nirgendwo? Erneut an der Startlinie eines Ultracycling Events mit über 1100 Kilometern und bald 20.000 Höhenmetern im Anstieg. Warum?
Ein Jahr zuvor stand ich an einem lauwarmen August-Abend in einem Park in Lillehammer, komplett zerstört und glückselig, verschwitzt und fertig von gut 1000 Kilometern auf dem Gravel Bike nach meinem ersten Ultracycling Event, dem Mother North. Ein eiskaltes Bier nach dem anderen wurde zusammen mit den anderen Finstern und Supportern im Ziel gelehrt und ich habe mir geschworen, dass ich das nie wieder machen möchte, zu überwältigend anstrengend auf allen Ebenen waren die Tage zuvor für mich. Habe das jetzt einmal gemacht, wollte immer mal ein Ultracycling Event finishen, been there, done that, es reicht für mich.
Allerdings weit nach Mitternacht saß ich mit Stefan auf dem Campingplatz in Lillehammer zusammen, immer noch nicht geduscht, aber langsam auch beim Bier deutlich fortgeschritten kam dann ein Gedanke. Stefan hatte ich unterwegs getroffen, wir hatten ungefähr das selbe Tempo und der Vibe passte, so dass wir die nächsten Tage zusammen fuhren.
Leider musste er am letzten Tag scratchen, also aufgeben, weil seine Bremsen kaputt waren. Bis dahin lief alles super und wir wären gerne zusammen ins Ziel gerollt, er hätte es ganz sicher geschafft. Ich fand, er braucht auch so eine Finisher-Medaille, also gaben wir uns hier und jetzt die Hand darauf, im nächsten Jahr zusammen beim Bright Midnight, einem anderen Ultracycling Event in Norwegen zu starten. So viel zum Thema once-in-a-lifetime. Und so kam es dann auch, die Kopfschmerzen vom Bier gingen, die Startplätze fürs Bright Midnight wurden gebucht. Da hatte sich also den Salat.
Nach der Anmeldung stand also wieder Training auf dem Programm, und auch an der Ausrüstung wollte ich etwas feilen, das war die Erfahrung des ersten Ultra Events echt gold wert. Da Radfahren hier in Norwegen im Winter schlecht möglich ist, ging es auf der Rollen und mit Langlaufen durch die kalte Jahreszeit. Ab April war es dann auch wieder möglich, das Rad draussen zu benutzen. Erste Standortbestimmungen waren dann längere Fahrten im Mai und Juni hier in der Gegend, zum Teil auch schon auf der Strecke des Bright Midnight, da einige Abschnitte nicht weit weg von meinem zu Hause verlaufen. Nach diesen beiden fordernden Touren wuchs das Vertrauen in die eigene Fitness deutlich.
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Ich hatte mich gegen strukturiertes Training entschieden, das Pendeln mit dem Rad zur Arbeit mit vielen Höhenmetern und längere Ausfahrten am Wochenende mit reichlich Höhenmetern würden es schon richten.
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Gut zwei Wochen vor dem Start des Events wird mir dann bewusst, was Justinas, der das Event organisiert, meint wenn er davon spricht, dass das größte Hindernis beim Bright Midnight ist, nach Tolga an die Startlinie zu gelangen. Selbst wenn man so wie ich in Norwegen und Luftlinie gar nicht mal so weit weg von Tolga wohnt, dann ist die Anreise in norwegische Provinz vor allem mit öffentlichem Personenverkehr mitunter echt kompliziert, zumindest dann, wenn man nicht einen ganzen Tag für die gut 350 Kilometer benötigen möchte. Die Reisegeschwindigkeit in Norwegen lehrt einen mitunter Demut, vor allem wenn man aus Deutschland, dem Land der Autobahnen kommt. Ich grüble eine ganze Weile darüber nach und tausche mich mit Stefan aus, der per Auto aus Deutschland anreisen wird. Schnell steht der Plan, ich werde mit dem Bus von mir in Fagernes aus ostwärts über Land nach Gjøvik fahren und er mich dort einsammeln. Zusammen fahren wir dann den Rest per Auto. Klingt wie ein guter Plan, so muss ich nicht erst nach Oslo und von dort aus wieder nordwärts fahren.
Und natürlich hatte ich auch überhaupt nicht auf dem Schirm, dass alle Züge und dazugehörigen Fahrradstellplätze zwischen Oslo und Tolga an den Tagen vor dem Event restlos ausgebucht sind. Hätte man ebenso wie bei der Unterkunft auf dem Schirm haben können. Denn auch hier war alles restlos ausgebucht, als ich mich kurz vor dem Event endlich auf die Suche nach einer festen Unterkunft mache. Zum Glück bieten einige Leute in Tolga private Unterkünfte während des Events an, so das sich hier doch noch fündig werde (Danke Tobi für deine Mühen).
Zwar gibt es beim Bright Midnight im Basecamp die Möglichkeit zu zelten oder auch in der Gemeinschaftsunterkunft zu übernachten, doch war das für mich am Tag vor so einem Event ein Graus. Ich wollte gerne meine Ruhe und einen guten Schlaf haben, so dass ich umso glücklicher über meine gemütliche private Unterkunft war.
Beim Setup habe ich nochmal wirklich alles auf den Prüfstand gestellt und meine Packliste weiter optimiert. Die größte Änderung war an meinem Bike ein neuer Laufradsatz in 28“ mit Nabendynamo und entsprechendem Licht. So musste ich mir um ausreichend Licht am Abend und in der Nacht keine Sorgen mehr machen. Beim Gepäck habe ich mich noch mehr eingeschränkt und konnte so eine kleinere Rahmentasche nutzen und meine Trinkflaschen besser bzw. aerodynamischer verstauen – jedes Watt zählt!
Am Freitag vor dem Event ist alles bereit, die Taschen am Rad montiert, die Ausrüstung verstaut und ein Bild für Dotwatcher ist auch gemacht und hochgeladen.


Mit reichlich Vorfreude steige ich in den Bus nach Gjøvik, wo ich Stefan treffen werde. Zusammen mit seinem Arbeitskollegen Giacomo hat er sich von Deutschland aus auf den Weg gemacht und sammelt mich dort ein. Wir alle drei haben uns als Einzelstarter für das Bright Midnight angemeldet und sind gespannt auf das, was vor uns liegt. Die Idee ist gemeinsam zu fahren und im Zeitlimit anzukommen. Wir reisen extra schon einen Tag früher an, so dass wir den Samstag ganz entspannt zur Vorbereitung und Ausruhen nutzen können, der Start wird dann am Sonntag morgen sein.

Spätestens am Samstag darauf um 17:50 Uhr wollen wir im Ziel sein, dann hätten wir noch exakt 10 Minuten Zeit um im Supermarkt kaltes Bier für die Finisher-Party zu kaufen und wären noch rechtzeitig im Ziel. 6,5 Tage hätten wir dann für die 1100 km benötigt, klingt immer noch viel, aber machbar für uns.
Stefan und Giacomo werden im Van am Bright Midnight Basecamp übernachten und suchen sich nach unserer Ankunft vor Ort in Tolga einen Stellplatz. Ich checke kurz in meine Unterkunft ein, und fahre dann mit dem Rad zu ihnen. Ich bleibe bei ihnen am Van, wo wir es uns mit Kaffee und Snacks gemütlich machen.

All die Leute und Bikes hier im Camp am örtlichen Sportplatz zu treffen ist schon cool, auch einige bekannte Gesichter sind schon hier, aber irgendwie bin ich hin und her gerissen, denn die Gespräche drehen sich im Grunde nur um Finish-Zeiten, Ausrüstung und Performance, irgendwie behagt mir das nicht so und mich macht das alles nur total nervös. So werde ich nicht alt und bin nicht allzu spät im Bett.
Am Samstag treffen wir uns zum Frühstück in einem kleinen Hotel im Zentrum von Tolga und lassen es uns dort gut gehen. Das Wetter ist eher von Nieselregen geprägt, da fällt es leicht heute auf Radfahren zu verzichten, wir werden die nächsten Tage ja noch genug auf dem Rad sitzen. Also statten wir dem örtlichen Radladen einen Besuch ab und entspannen uns weiter bei Kaffee und Snacks.
Irgendwann kommt auch Tobi an, wir kennen uns bisher nur virtuell und haben zusammen einen Podcast aufgenommen, haben uns im Vorfeld über das Rennen ausgetauscht, denn Tobi ist das Bright Midnight bereits im letzten Jahr gefahren. Und zu guter Letzt hat Tobi sich um eine Unterkunft für uns beide gekümmert.
Am Nachmittag beginnt dann auch das Briefing durch den Organisator Justinas und alle können ihre Startunterlagen abholen. Die Vorfreude steigt und bei der anschließenden Pasta-Party kommt richtiges Community Gefühl auf. Das macht echt Bock und ist vermutlich der größte Unterschied zum anderen Ultra-Event in Norwegen, dem Mother North in Lillehammer, an dem ich im letzten Jahr teilgenommen habe. Hier ist alles familiär und eine große Community, alle hocken beieinander und quatschen. Das war beim Mother North ganz anders, da hatte ich das Gefühl, dass alle alleine ihr Ding machen, es gab kein Basecamp und nach dem Briefing haben sich alle wieder bis zum Start in alle Himmelsrichtungen zerstreut, hier ist es genau anders herum, immer mehr Leute treffen ein, alle wuseln umher.


Allerdings wird es mir hier dann doch irgendwann zu viel und ich fahre zusammen mit Tobi in unsere Unterkunft, die sich im Übrigen als glatte 10/10 heraus gestellt hat. Bei einer super coolen und netten Familie vor Ort kommen wir unter und fühlen uns auf Anhieb total wohl und willkommen. Selbstverständlich hat der Vater der Familie schon mal den Norseman Triathlon gefinisht, wie wir in einem Nebensatz erfahren, den härtesten Triathlon der Welt. Norweger halt, man macht solche Sachen einfach ohne groß Aufhebens darum. Nach einer Dusche sind wir dann auch damit beschäftigt unsere Bikes fertig zu machen und unsere Ausrüstung zu packen. Bald schon sind wir im Bett.

Tag 1 – Tolga bis Sundalsøra 206 km || 2.686 Höhenmeter
Endlich ist der erste Tag vom Bright Midnight da. 1130 Kilometer und rund 20.000 Höhenmeter liegen gleich nach dem Start in den nächsten 6 bis 7 Tagen vor uns. Dazu spektakuläre Natur, Leiden an langen, steilen Anstiegen – und vermutlich jedes Wetter, das der Norden zu bieten hat – Type 2 Fun incoming! Aber erst einmal machen wir uns an das Frühstück, Milchreis und Kaffee sollten eine gute Grundlage für den Start sein. Dann rollen wir zum Start, der nicht weit entfernt weg liegt.
Ein großes Dankeschön geht dann auch vorab schon mal an Justinas, der diese großartige Route gebaut und mehr als 200 Fahrer:innen aus aller Welt ins kleine Dorf Tolga mitten im norwegischen Nirgendwo gebracht hat.
Das Wetter scheint auf unserer Seite zu sein: Der leichte Regen am Morgen verschwindet schnell, die Sonne kommt raus und bringt uns schnell ordentlich ins Schwitzen, während wir nach dem Start über feinste Schotterstraßen rollen. Für mich ist es ein Dejvu, denn einige der Ort durch die wir rollen kenne ich von 2018, als ich zusammen mit meiner Freundin Anna-Maria von Lindesnes zum Nordkap gewandert bin. Wie immer bei solchen Events die über eine so lange Zeit und Strecke dauern gilt es, sich nicht von der Nervosität und Energie bei Start allzu sehr anstecken zu lassen. Lass sie alle wie die Rennpferde losstarten, aber so eine Herausforderung wird nicht auf den ersten Metern entschieden.
Bis Kilometer 70 ist die Stimmung auch dank der Zuschauer:innen die uns am Streckenrand anfeuern richtig gut, sehen wir mal ab davon, dass wir unterwegs einen Sturz passieren, bei dem eine Teilnehmerin auf einer Abfahrt gestürzt ist und recht unsanft mit dem Kopf aufgeschlagen ist, der Helm ist zerbeult, Blut im Gesicht, eine Erinnerung daran, immer vorsichtig zu sein, ansonsten kann die Tour sehr schnell zu Ende sein.

Doch dann wartet nach einer kurzen Cola-Pause an der Tankstelle in Kvikne der erste steile, ich meine richtig verdammt steile Anstieg auf uns. Zudem haben wir in Kvikne schon mal während der Pause eine bequeme Unterkunft in Sunndalsøra gebucht, den Ort bei Kilometer 200 hatten wir uns schon grob als Tagesziel gesetzt und jetzt können wir uns relativ entspannt daran machen, die zweite Hälfte des Tages anzugehen. Wir haben uns vorgenommen einfach jeden Tag unseren Schnitt zu halten, so dass wir uns nicht komplett verausgaben müssen um ins Ziel zu kommen.
Zwischendrin zeigt der Radcomputer beim Anstieg hinter Kvikne 25 % Steigung an. Um mich herum sitzt fast niemand mehr im Sattel – Schieben und Schwitzen ist angesagt, um die 450 Höhenmeter im Anstieg hoch über die Baumgrenze zu gelangen.
Oben angekommen dann die Belohnung: Weite, offene Fjelllandschaft und eine spektakuläre Aussicht über die Berge der Umgebung.




Wir sammeln weiter Höhenmeter und Kilometer über schöne Schotterstraßen, dabei schwitzen wir in der Sonne und fluchen zwischendurch über eine Singletrail Passage, die zwischendurch einiges an Fahrkunst erfordert. Nervig, aber deswegen hat Justinas das wohl auch eingebaut. Erst wird man gebrochen, dann geformt.

Es ist mittlerweile so warm, dass der Schweiß in Strömen fließt und ich ganz schön durch bin, eine Pause im Schatten mit Weingummi muss es erstmal richten, bevor es weiter geht.

Wir erreichen bei Kilometer 120 am späten Nachmittag endlich Oppdal. Zeit für eine Pause mit Burger, Pommes und kühlen Getränken, während draussen gerade die Welt untergeht und eine Regen und Gewitterfront über uns hinwegzieht. Wir habe mit unserer Pause richtig Glück, wir sitzen im Trockenen und können sogar kurz auf dem Handy den Schlussspurt der heutigen Tour de France Etappe gucken. Timing ist alles!

Draußen prasselt weiter der Regen, also verlängern wir die Pause um noch etwas mehr zu Essen, bevor wir in Richtung Sunndalsøra aufbrechen. Etwas mehr als 80 Kilometer sind es noch – also los!



Der Regen ist zunächst erfrischend und hört auch bald wieder auf. Der Rest läuft gut. Wie ein Expresszug rauschen wir nach Westen durch das spektakuläre Surnadalen – und kommen punktgenau fünf Minuten nach Schließung der einzigen Tankstelle mit kalten Getränken und Fast Food in Sunndalsøra an. Perfektes Timing! Nicht. Einfach dumm gelaufen.

Kurz sind wir enttäuscht, doch nach einer schnellen Recherche entdecken wir eine kleine Pizzeria mit riesigen Pizzen ganz in der Nähe – also nichts wie rein da und kurz darauf geht es mit wohlverdientem Essen in der Hand zum Hotel für die Nacht. Nur noch ein letzter Anstieg – dann sind wir da. Dusche, Pizza und Bett rufen. Was für ein Auftakt zu diesem epischen Abenteuer! Wir sind durch für heute. Over and out.
Tag 2 – Sundalsøra – Åndalsnes 175 km || 2.460 Höhenmeter
Wir starten den zweiten Tag mit einem sogenannten Pizza-Climb. Da die Pizza gestern Abend deutlich größer war als unser Hunger – selbst nach so einer Etappe – essen wir die Reste heute beim Anstieg von Meereshöhe hinauf in die offenen Weiten des westlichsten Teils vom Dovrefjell: Der spektakuläre Aursjøvegen ruft!
Ich brauche etwas Zeit, um wieder in den Klettermodus zu kommen, aber die Landschaft liefert einfach brutal ab. Es ist sooo schön hier auf dem Aursjøvegen hinauf in die Berge. Und das Wetter? Wieder auf unserer Seite: Sonne. Und noch mehr Sonne umso mehr wir an Höhe! Wie genial für ein Ultra-Event ist es einfach, wenn das Wetter passt?

Da ich die Berge in Norwegen ja ganz gut kenne, wissen wir, wie viel Glück wir haben. Gerade hier, so nah am Meer, kann es extrem rau, windig und richtig ungemütlich sein. Aber heute ganz offensichtlich nicht. Die Landschaft ist eine unfassbare Belohnung für unsere Anstrengungen!



Nach einem kurzen Verpflegungsstopp an der Aursjøhytta geht es wieder bergab. Ohne Essen geht es nicht, sonst zieht es einem schnell den Stecker. Einmal von Meereshöhe auf 900 Meter – und wieder zurück auf Meereshöhe. Wir bekommen wohl genau das, was wir uns ausgesucht und bestellt haben. Die Abfahrt ist spektakulär und steil, es geht durch einen stockdunklen gewundenen Tunnel, dann weiter kurvig und steil bergab, ein guter Test für unsere Fahrtechnik und unsere Bremsbeläge.









An einem Campingplatz in Eikesdal gönnen wir uns eine Pause im Schatten, die Sonne toastet uns ganz schön. Ein hoch auf den kleinen Selbstbedienungskiosk dort! Weiter geht es dann entlang des großen, malerischen Eikesdalsvatnet Sees. Auch heute haben wir uns früh Gedanke um eine Unterkunft gemacht und uns für Andalsnes als Tagesziel für heute entscheiden, dort haben wir über AirBnB eine Unterkunft gebucht. Das nimmt uns den Zeitdruck für heute und zudem können wir uns dann morgen früh und gut ausgeruht gleich an eine große Unbekannte bei diesem Event machen: Den Trollstigen Anstieg
Der legendäre Anstieg ist an sich nicht wirklich krass, mal abgesehen davon das es von Andalsnes bis zur Passhöhe gut 850 Höhenmeter zu überwinden gilt. Allerdings gab es im Jahr zuvor einen großen Felssturz und die Straße ist gesperrt. Und so hat sich Justinas als besonderes Schmankerl für uns eine Hike-a-Bike Passage zurecht gelegt, die uns auf einem steilen, steinigen Wanderpfad neben der Straße den gesperrten Abschnitt quasi Umtragen lässt. Nett. Vor allem auch, weil das letzte Stück dann auch noch besonders steil und dank eines Wasserfalls direkt nebenan auch schön rutschig ist. Ein paar Ketten sichern den Abschnitt, was die ganze Sache auch nicht viel besser macht. Wir denke lieber erst morgen früh darüber nach, was uns da wirklich erwarten wird. In der Nacht und total übermüdet wollen wir die Sache allerdings nicht angehen. Daher werden wir in Andalsnes gut 10 Kilometer davor übernachten.



Bald schon aber wartet erstmal der nächste steile Anstieg auf uns. Natürlich in der prallen nordischen Sonne – wir werden ordentlich geröstet und schwitzen wie verrückt. Wieder einmal. Wie oft kann man eigentlich an einem Tag klitschnass geschwitzt sein? Oben auf dem Pass angekommen ist die Freude groß, ein weiteres Hindernis für heute geschafft. Also schnell wieder bergab, denn am nächsten Supermarkt wartet garantiert wieder eine eiskalte Cola auf uns.

Der letzte Abschnitt führt uns über kurvenreiche Straßen an der Küste entlang, immer entlang der Fjorde. Der Geruch von Salzwasser in der Luft, eine leichte Rückenwind-Brise, Sonnenschein und Softeis als Belohnung für die Anstiege des Tages – fast fühlt es sich gerade an wie eine ganz normale Bikepacking-Urlaubsreise in der Sommerfrische.

Als wir Åndalsnes erreichen, beenden wir zufrieden in unserer geräumigen Unterkunft den Tag. Dusche und Abendessen genießen wir ganz besonders, bevor es Zeit ins Bett geht. Den Schiebe-Abschnitt hinauf zum Trollstigen verschieben wir auf morgen früh. Diese Tour ist für uns kein Rennen. Wir sparen unsere Energie für das, was in den nächsten Tagen noch auf uns wartet!
Tag 3 – Andalsnes – Videseter 165 km || 3.076 Höhenmeter
Heute gilt es also mit dem Trollstigen, der großen Unbekannten für alle Teilnehmer*innen dieses Events. Es kursieren bereits erste aktuelle Berichte und Bilder von dem Abschnitt der gleich heute Morgen vor uns liegt, mit gemischten Gefühlen schwingen wir uns aufs Rad.
Wir rollen hinaus aus Andalsnes und erreichen schon bald den Anfang des Anstiegs. Die Morgenstimmung mit Blick auf den Anstieg ist grandios, allerdings sind wir echt gespannt wie ein Flitzebogen
Die Hoffnung nach den Steinschlägen war ja, dass der Trollstigen zum Event hin wieder befahrbar sein würde – am Ende blieb er jedoch offiziell geschlossen.

Wir kommen nach einem ersten flacheren Stück zum Parkplatz mit Blick auf den Anstieg. Wir sammeln uns noch kurz, machen Bilder und schon geht es los. Über eine wackelige Brücke hin zum Wanderweg. Wir schieben, tragen, zerren unser Bikes über Geröll, Felsen und Schotter. Dann kommt das schlimmste Stück, über rutschige Tritte hangeln wir uns irgendwie den Berg hoch. Mit vereinten Kräften überwinden wir diese 30 Höhenmeter und machen drei Kreuze, als wir es geschafft haben und wieder auf festem Boden stehen. Was für eine Plackerei, nichts für schwache Nerven, aber es ist machbar. Zumindest für uns, so früh am Morgen, nach ausreichend Schlaf und bei perfekten Wetterbedingungen. Unter anderen Umständen wäre das wohl eher klassischer „Type-2-Fun“.


Ab hier, oberhalb der Kletterei, stehen wir wieder auf der Straße, diese Hälfte des eigentlichen Anstiegs ist ab jetzt ganz normal fahrbar. Eine weitere Challenge auf dem Weg zurück nach Tolga ist gemeistert. Nun kommt bis zur Passhöhe nur noch ganz normale Radelei die Serpentinen hoch. Die Aussichten sind grandios und der Vorteil der Vollsperrung ist, dass man die Straße für sich allein hat – keine nervigen Autos, Motorräder oder Wohnmobile, nur wir, die Sonne und die Höhenmeter. Fast könnte man von Genuss sprechen. Wir passieren den modernen Aussichtspunkt mit Kiosk und dem großen Parkplatz – was hier wohl normalerweise los ist? Ich will es gar nicht wissen, der Trollstigen ist eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten in ganz Norwegen.



Die Belohnung für diese harte Frühschicht kommt aber nach der Passhöhe: eine über 20 Kilometer lange Abfahrt zurück auf Meereshöhe. Was für ein Freude! Man rollt dahin und kann ganz wunderbar die Aussichten genießen. Danach wird im Supermarkt in Valldal aufgetankt, bevor wir uns aufmachen zur kurzen Fährüberfahrt nach Stranda – eine willkommene Zwangspause an Deck mit leckerem norwegischem Fähr-Kaffee 😉

Die Sonne gibt jetzt alles. Wir schwitzen wie verrückt auf dem Weg ins nächste Tal, an dessen Ende der extrem steile Pushbike-Anstieg über den „Den gamle Trondhjemske postvei“ wartet. Ich hatte mich schon darauf gefreut, dass wir wie die Autos einfach durch den Tunnel dort fahren würden, aber nicht mit Justinas und seiner Routenplanung, ich hätte es wissen könne – oder mich mal besser mit der Strecke auseinander setzen sollen. Man sollte es hier schon mögen, sein Rad zu schieben, denn hier hinauf zu fahren erscheint mir doch mehr als fordernd. Vor mir probiert es jemand, es ist dann doch so steil, dass der Fahrer sich selbst aushebelt und sich einfach nach hinten hin überschlägt. Krass anzusehen. Ein anderer Fahrer vor uns ist so von der Sonne getoastet, dass er einfach vom schmalen Weg abkommt und um ein Haar den ganzen steilen Hang hinunter stürzt. Und weiter oben tritt jemand kleine Steine los, die dann auf uns hinter fallen. Auch schön, immer mal was neues, besser den Helm auf dem Kopf behalten. 

Oben angelangt wird man mal wieder mit krassen Ausblicken belohnt und die Abfahrt mit ihren spektakulären Ausblicken hilft zumindest, nicht über all die „Was wäre wenn“-Gedanken nachzudenken, während man die steilen Serpentinen hinunter rast. Mit Gravelbiken hat das nicht viel zu tun, eher mit Downhill-Mountainbiken.
Meine Bremsbeläge klingen wie Katzen, die von einem Auto angefahren wurden – laut und markerschütternd quietschen sie vor sich hin! Aber jede Abfahrt hat ein Ende. Auch diese. Und ich bin diesmal schweißgebadet vom Adrenalin, dass mir unterwegs immer wieder ins Blut geschossen ist. Was ein Wahnsinn hier!

Bei weiterhin strahlendem Sonnenschein sind wir nun zurück am Fjord auf Meereshöhe in Hellesylt, wo es wieder einmal eine Cola und Verpflegung im örtlichen Supermarkt gibt, bevor es weitergeht in Richtung Flofjellvegen geht – wieder ein spektakulärer Gebirgspass.

Es hört einfach nicht auf mit krassen Anstiegen und spektakulärer Landschaft. Auf dem Weg nach oben brennt die Sonne erbarmungslos, mein Energielevel sinkt rapide. Es dauert eine ganze Weile bis ich oben bin und einige Energieriegel bis ich wieder halbwegs im Tritt bin. Oben am Stigholvatnet See bin ich durch, echt geschafft und brauche eine ganze Weile und guten Zuspruch von Stefan, bis ich wieder einigermaßen am Start bin. Der Weg ist eng und verblockt, und wenn man nicht aufpasst fällt man das steile Ufer hinunter in den See. Puh, echt zäh gerade. Zudem verliert ein Reifen Luft, ich muss erstmal etwas Luft nach pumpen. Irgendwas ist halt immer.

Das Garmin kündigt dann erneut eine steile Abfahrt an. Aber Jesus! Was für eine Abfahrt! Heilige Scheiße! Ich halte mich eigentlich für einen soliden Downhill-Fahrer – aber hier ist meine Grenze erreicht. Ich schiebe mein Bike fast den gesamten Abstieg hinunter. Und das ist definitiv die richtige Entscheidung. Wenn es nass und feucht hier ist, oder auch noch regnet, dann ist die Abfahrt mitunter echt lebensgefährlich und nichts für schwache Nerven!
Unten angekommen und froh es überstanden zu haben merken wir schnell, dass etwas nicht stimmt. Eine andere Fahrerin ist auf der Abfahrt schwer gestürzt und hatte einen heftigen Aufprall. Da meine beiden Mitfahrer medizinisch ausgebildet sind, kümmern wir uns um sie, bis der Rettungsdienst und das Team von Bright Midnight eintreffen und wir sicher sind, dass sie in guten Händen ist und alles unter Kontrolle ist. Es dauert eine ganze Weile und wir verlieren ziemlich viel Zeit, am Ende bald zwei Stunden, aber hei, es gibt Dinge, die sind wichtiger als Radfahren! Wir wünschen Nadja noch gute Besserung, wissen sie in guten Händen und machen uns wieder auf, die Stimmung ist allerdings ziemlich gedrückt und nachdenklich als wir weiter fahren.
Die Unterkunft ist bereits gebucht, während der Wartezeit haben wir ein Hotel in der Nähe gefunden und gebucht.

Während wir Richtung Hjelle pushen, sprechen wir viel über Risiken und Risikomanagement beim Radfahren. Im kleinen Ort Hjelle wollen wollen wir eigentlich nur noch schnell etwas zu essen kaufen – doch plötzlich schlägt das Wetter um: von blauem Himmel zu sintflutartigem Regen, Donner und Blitz – hier geht gerade die Welt unter! Zum Glück stehen wir gerade im Supermarkt, als das Gewitter uns zeigt, was hier im Norden jederzeit passieren kann – ein Wetterumschwung aus dem Nichts vom allerfeinsten!

Nach ein paar Minuten und einem Blick aufs Regen- und Blitzradar fahren wir weiter – im strömenden Regen geht es los. Es sind nur noch ein paar Kilometer bis zum Hotel, das schaffen wir auch noch unter diesen Bedingungen.
Und ja wir schaffen es tatsächlich, allerdings erst gegen 23 Uhr erreichen wir das Hotel. Aber mental waren wir unterwegs in sehr dunklen Ecken unserer Köpfe. Wir hatten die Route dorthin nicht richtig geprüft – ein großer Fehler! So stehen wir plötzlich vor einem der härtesten Anstiege der ganzen Woche. Spät am Abend. Im strömenden Regen. Nach einem ohnehin kräftezehrenden Tag.
Am Ende sind wir alle drei komplett leer, als wir nach den abendlichen 500 Höhenmetern und einem inneren Kampf gegen sehr dunkle Gedanken und Zweifel am Hotel ankommen. Leiden in seiner reinsten Form muss man mögen oder eher auch aushalten können, sonst wäre man hier definitiv an der falschen Stelle gewesen. Das waren mit Sicherheit einige der miesesten Stunden der letzten Jahre für mich, und ich denke den anderen ging es auch nichts anders.
Als wir endlich ins Zimmer einchecken, sind wir durch. Leere Blicke. Leere Mägen. Einfach komplett Leer! Was für ein Tag! Bitte einfach nur noch duschen, essen, schlafen – und das was morgen vor uns liegt ignorieren wie jetzt einfach.
Tag 4 – Videseter – Turtagrø 163 km || 2.409 Höhenmeter
Das Aufwachen fühlt sich heute an wie nach einem Autounfall. Wir sind total groggy, der gestrige Tag hat nicht nur körperliche Spuren hinterlassen. Wir entscheiden uns heute für das Frühstücksbuffet auch wenn wir dadurch erst später loskommen – es ist im Hotelpreis inklusive und nach allem, was gestern war, sind wir immer noch ziemlich durch und brauchen etwas Motivation in Form von Essen und Kaffee.

Der einzige positive Aspekt des gestrigen Wahninns am Abend: Den großen Anstieg hinauf zum Strynsfjellvegen haben wir gestern schon zur Hälfte erledigt. Trotzdem sind es heute Morgen wieder nur Autopilot und ein starker Wille, die uns zurück auf die Bikes bringen. So früh am Morgen sind kaum Autos auf der schmalen Straße den Berg hinauf unterwegs und ja, die „typische“ norwegische Landschaft liefert mal wieder komplett ab. Man gewöhnt sich einfach nie daran. Nie!

Oben auf der Passstraße angelangt sind wir wieder zurück im Gravel-Game – zurück auf feinsten Schotter, aber die Temperaturen hier sind schon recht frisch. Wir haben uns mittlerweile schon fast daran gewöhnt zu leiden, uns durchzubeißen und immer weiterzufahren. Und man kann es nicht oft genug sagen, die dramatische Umgebung der Berge ist immer eine Belohnung für all die Mühe und die Überwindungen, immer weiter zu machen.
Ein Pitstop für eine ordentliche norwegische Kaffee-Infusion in Grotli wärmt uns auf und bringt Leben zurück in unsere geschundenen Körper.
Der nächste Abschnitt wäre bei der Tour de France wohl eine Überführungsetappe: welliges Terrain, viele kleine Anstiege, aber noch mehr schnelle Abfahrten und wieder strahlender Sonnenschein. 


So rollen wir das Tal hinab nach Lom, dem im Sommer pulsierenden Dorf voller Touristen. Und ja – es ist wirklich ein kleiner schöner Ort am Fuße der hohen Berge Jotunheimens: mit einer beeindruckenden alten Stabkirche, einem wilden Wasserfall in der Ortsmitte und einer extrem guten Holzofen-Bäckerei und – ganz wichtig für uns – einer Tankstelle mit eiskalten Getränken und Pommes!

Wir haben nur einen Seitenblick über für die Sehenswürdigkeiten, denn gut aufgetankt wartet eines der Highlights der Woche auf uns: Der berühmte Sognefjellsvegen über das Sognefjellet – mit über 1400 Metern der höchste Gebirgspass Nordeuropas steht auf dem Programm. Am Nachmittag rollen wir bei bestem Wetter aus dem Ort hinaus, steuern dann nach 20 Kilometer noch einen kleinen Supermarkt etwas weiter oben im Tal an, bevor wir von der Hauptstraße abbiegen in einen meiner absoluten Lieblingsabschnitte den ich von vergangenen Touren bereits gut kenne: das wunderschöne Bøverdalen. Über Schotterpisten geht es durch das enge Tal weiter bergan.


Essen, spektakuläre Landschaft und Strampeln, das ist der Rhythmus, der uns hier her gebracht hat. Doch auch die Sonne heute ist wieder ein harter Gegner – den ganzen Tag zu schwitzen ist zumindest für mich eine echte Herausforderung.


Nach einer kurzen Pause im Schatten einer Hütte geht es zurück auf die Hauptstraße und in den eigentlichen Anstieg. Wir teilen uns auf, jeder fährt sein eigenes Tempo. Kein Problem – Kopfhörer rein, Musik an und los geht’s. Vor drei Wochen bin ich diesen Abschnitt schon einmal gefahren, ich weiß also, was kommt: viele Höhenmeter, aber nicht extrem steil – ein gut zu fahrender Anstieg. Man muss sich auch mit kleinen Dingen motivieren!


Die frühe warme Abendsonne taucht alles in eine ganz besondere Stimmung. Auch wenn es fordernd ist, kann ich diesen Anstieg genießen. Musik auf die Ohren und einfach immer weiter machen! Der Flow ist da, als ich den höchsten Punkt erreiche bin ich total high vom Bergauffahren mit dem Bike – was stimmt eigentlich nicht mit mir, dass mir das Spaß macht? Vermutlich ist es diese tief befriedigende Verausgabung, die man nur bei solchen freiwilligen Anstrengungen erleben kann.

Wir alle sind total geflasht von der Umgebung als wir uns am Schild des höchsten Punktes abklatschen: hohe Berge überall um uns herum, viele über 2000 Meter hoch – und sogar Norwegens höchster Berg, der 2469 Galdhøpiggen, ragt zwischen ihnen empor! Allerdings ist jetzt am Abend ziemlich frisch hier oben, große Schneefelder säumen die Straße. Wir ziehen uns warme Klamotten, Mütze und Handschuhe an, als wir uns wieder auf die Räder schwingen.


Die Straße ist richtig spektakulär – besonders an einem Sommerabend mit wenig Verkehr und dieser einzigartigen Atmosphäre! Das wird einfach nie langweilig! Niemals! Ein Fotograf des Veranstalters „lauert“ uns dann noch auf, und schießt einige richtig coole Fotos von uns.




Da wir alle drei ziemlich getoastet sind, steuern wir die Berghütte in Turtagrø an, wo wir entscheiden wollen, wo wir übernachten. Nach einem kurzen Check von Verfügbarkeiten und Preisen entscheiden wir uns dafür, hier zu bleiben. Es reicht für heute und eiskalte Getränke und eine heiße Dusche machen die Entscheidung leicht.

Auch wenn wir früh ins Bett gehen, wird der Blick aus unserem Zimmer Motivation genug sein, wenn um 4:00 Uhr morgens wieder der Wecker klingelt – für weitere große Anstiege und viele Kilometer auf dem Weg zurück nach Tolga.
Tag 5 – Turtagrø – Vågamo 219 km || 4.407 Höhenmeter
Der Tag beginnt wieder früh im Morgengrau. Ich werde mich nie an diese für mich brutalen Weckzeiten gewöhnen.Insbesondere nach den Anstrengungen der vergangenen Tage. Kein Wort wird gesprochen, während wir im Autopilot-Modus unsere Sachen packen. Es ist fast 5 Uhr, als wir unser Lunchpaket an der Rezeption in Turtagrø abholen – ein Kaffee steht auch schon bereit. Was für ein Luxus zu dieser Uhrzeit! Doch die gemütliche Kaffee-Atmosphäre hält nicht lange – zurück auf die Strecke.

Wieder jeder in seinem eigenen Tempo steuern wir den nächsten großen Anstieg an: über den Tindevegen, eine wiedermal spektakuläre Bergstraße geht es weiter. Auch hier gilt, steile Kurven, unfassbare Aussichten und rasante Abfahrten ergeben einen Mix, der einem die Müdigkeit schnell aus dem Körper treibt. Die Passhöhe liegt auf 1300 Metern und von dort geht es hinunter auf Meereshöhe in nur wenigen Kilometern. Es ist hier so früh am Morgen echt frisch und für die Abfahrt ziehen wir uns warm an.

All diese Kontraste sind kaum zu verarbeiten, wenn man mit 80 km/h den Berg hinunter rast. Nach einigen extrem steilen und engen Serpentinen am Ende der Abfahrt erreichen wir Årdal genau zur richtigen Zeit: Der kleine Laden an der Tankstelle dort öffnet um 7 Uhr – und wir stehen schon da. Also wieder auftanken, denn der nächste legendäre Anstieg wartet: Tusenmeteren – 1000 Höhenmeter direkt von Årdal hinauf. Dieser Tag fühlt sich jetzt schon wie eine Königsetappe der Tour de France an – und wir haben noch nicht einmal richtig angefangen.
Der zweite Kaffee des Tages bringt Neuigkeiten: Stefan braucht eine längere Pause und mehr Erholung. Nach über vier Tagen Ultracycling machen sich zu viele kleinere und größere Probleme bemerkbar, er kann das Tempo nicht mehr mitgehen, das Knie zwickt zudem. Wir entscheiden uns erst einmal getrennt weiter zu fahren – vielleicht sehen wir uns später wieder. Viel Zeit um zu planen, groß zu diskutieren oder länger zu warten gibt es nicht, wir müssen weiter.
Der Anstieg Tusenmeteren ist die alte Straße zwischen Årdal und Tyin – steil, schmal und voller enger Kehren, die uns Meter für Meter nach oben führen. Es dauert seine Zeit, aber mit einem konstanten Rhythmus schaffen wir es noch vor Mittag hinauf. Jetzt hoch oben über dem Tal, mit Blick auf den Fjord kommt wieder dieses großartige Gefühl vom Stolz auf. Die alte Straße ist im Grunde eine schmale Schotterpiste mit einigen dunklen Tunneln und unfassbar spektakulären Ausblicken in Richtung der hohen Bergen von Hurrungane und führt uns wieder in Richtung Jotunheimen.

Plötzlich setzt leichter Regen ein, die Temperaturen sinken, während wir hoch über dem Tal Richtung Tyin See und weiter zum nächsten Supermarkt in Tyinkrysset rollen.
Die nächste Verpflegung dort ist eine riesige Motivation. Von dort aus sind es nur ungefähr 60 Kilometer das Tal hinab bis zu mir nach Hause, mit dem Auto etwa eine Stunde und später werden es nur etwa 25 Kilometer nach Hause sein – wie masochistisch veranlagt muss man sein, dort ganz einfach ohne kurz zu zucken weiter zu fahren? Vorbei am gemütlichen eigenen Bett?
Dann meldet sich Stefan per Telefon: Er hat sich entschieden, das Rennen in Tyinkrysset zu beenden. Zu viele Probleme machen ihm zu schaffen, die Entscheidung ist schon länger in ihn gereift – und manchmal muss man eben eine Entscheidung treffen.
Wir sind traurig. So viele Kilometer sind wir zusammen gefahren, so viel Leiden, so viele starke Momente gemeinsam – und jetzt muss er aufhören. Aber viel Zeit zum Nachdenken bleibt nicht, es warten noch unzählige Kilometer auf uns. Immerhin hat Stefan im Unglück Glück: Da mein Zuhause nicht weit weg liegt, kann er dort übernachten, duschen und sich erholen, bevor es für ihn zurück nach Tolga geht. Er kann mein Auto nehmen, so dass ich dann auch ganz bequem wieder damit nach Hause fahren kann.

Wir hingegen klettern weiter über den Slettefjellvegen in Richtung Beitostølen – und dieser Anstieg in der grellen Nachmittagssonne ist brutal. Nicht nur die Steigung an sich, sondern die Hitze und die Sonne, die uns regelrecht grillen. Ich kenne den Abschnitt gut, bin ihn schon öfters vorher gefahren, das macht das leiden aber auch nicht besser. Oben angekommen sind wir ziemlich durch. Die Aussicht ist – wie so oft – spektakulär. Aber ganz ehrlich: Die größte Motivation ist das nächste kalte Getränk in Beitostølen.
In Beitostølen prüfen wir unsere Optionen für den weiteren Verlauf des Tages. Wenn wir heute richtig pushen, könnten wir morgen Abend das Ziel erreichen. Mehr als 300 Kilometer sind es bis nach Tolga zwar noch – und es ist bereits 17 Uhr, klingt aber machbar. Nach einem kurzen Gespräch gehen wir all-in, wollen es mit dem Ziel morgen Abend probieren und buchen mutig ein AirBnB in Vågåmo. Der Gastgeber fragt, wo wir gerade sind, und wir versprechen, vor 23 Uhr da zu sein – noch etwa 90 Kilometer sind es bis dorthin und um ehrlich zu sein, der Gastgeber denkt nicht wirklich, dass wir das schaffen werden. Um es nicht zu einfach zu machen, müssen wir dafür noch über einen weiteren Pass: Die Valdresflye mit einer Passhöhe von 1389 Metern. Am besten nicht zu viel darüber nachdenken, die Pause ist beendet, das Rennen für einen komfortablen Schlafplatz ist eröffnet. Let’s get this sh*t done!
Der Anstieg hinauf zur Valdresflye vorbei am markanten Bithorn Berg und zwischen den Bygdin und Vinstre-Seen im Abendlicht ist einfach überwältigend. 




Was für eine Stimmung! Vom höchsten Punkt der Valdresflye aus geht es in Richtung der Unterkunft. Welliges Terrain und viele Abfahrten geben uns das Gefühl, es wirklich schaffen zu können. Doch die kleinen Gegenanstiege – und besonders die steileren Rampen kurz vor dem Ziel – werden zu einem Kampf des Willens über den Körper. Den letzten Anstieg kenne ich schon, auch hier bin ich 2018 auf dem Weg zum Nordkapp bereits her gewandert Ich muss schieben, haben keine Energie mehr zu kurbeln. Aber auch diesmal gewinnt der Wille gegen die Muskeln. Noch einmal!

Endlich kommt sie dann, die letzte verrückte Abfahrt des Tages hinab nach Vågåmo. Es ist fast 23 Uhr, als wir mit 70 km/h über losem Schotter durch den Wald ins Tal hinunter rasen. Es fühlt sich an wie ein Computerspiel. Mein Kopf ist komplett leer, völlig durch, als wir es tatsächlich rechtzeitig zu unserem Gastgeber schaffen, der uns etwas ungläubig empfängt.
Giacomo und ich – wir sind beide komplett erledigt. Einfach fertig. Nur noch duschen, essen und ins Bett. Was für ein wahnsinniger Tag! Was tuen wir uns hie bloß an!
Tag 6 – Vågamo – Tolga 209 km || 3.492 Höhenmeter
Total zerstört beginnt Tag 6 für uns, der gestrige Ritt hat Spuren bei Giacomo und mir hinterlassen, gestern Abend waren wir so erledigt, dass wir beschlossen haben, bis 7:00 Uhr zu schlafen – eine gute Entscheidung. Trotzdem fühlen wir uns beim Aufwachen komplett zerstört. Aber der gute alte Autopilot funktioniert. Viel Worte braucht es nicht mehr. Wahrscheinlich ist es das letzte Mal diese Woche, dass wir in die dreckigen, stinkenden Bike-Klamotten steigen. Das motiviert.
Die Sonne steht schon wieder hoch am Himmel und ist bereit, uns zu grillen – herrlich! Mit Kaffee und ein paar übrig gebliebenen Sjokoladeboller starten wir um 8 Uhr in die letzte Etappe. Ein letztes Mal. Der Motor springt wieder an. Mit niedriger Drehzahl rollen wir hinaus aus Vågamo.
Bei diesem Wetter wird es die größte Herausforderung heute sein, genug zu trinken. Der erste kleine Anstieg ist schnell geschafft, gibt uns aber direkt eine Ahnung, wie der Rest des Tages wird: eine Mischung aus Leiden und Schwitzen. Gruppetto Type 2 ist wieder am Start.
Der erste große Anstieg steil hinauf nach Høvringen wird für mich ein harter Kampf und eine erneute Willensprobe. Oben angekommen bin ich komplett durch, der Tank ist leer, der Motor stottert.

Danach gab es eine kurze Umleitung auf der Strecke, die in der Bright Midnight 2025 WhatsApp-Gruppe geteilt wurde – aber natürlich waren wir zu blöd, sie im Kopf zu behalten.
Plötzlich befinden wir uns auf einem steinigen Singletrail wieder, der uns durch ein großes Moor führt. Was für Idioten sind wir doch denke ich, während meine Schuhe und Socken sich mit braunem, stinkendem Moorwasser vollsaugen. Wieder eine Lektion in Sachen Willensstärke und Durchhaltewillen überstanden. Check!

Der nächste Abschnitt ist eine schnelle Abfahrt und welliges Gelände. Ohne Höhenmeter geht es in Norwegen einfach nicht, entweder in die eine oder in die andere Richtung. Als wir Dovre erreichen, machen wir einen Abstecher in den Schatten beim Supermarkt, um neue Energie zu tanken. Ich brauche dringend eine Pause von der Sonne! Milchreis und kalte Getränke bringen mich langsam zurück ins Leben. Der zweite große Anstieg steht auf dem Garmin: 600 Höhenmeter in der vollen Mittagssonne – wie Radfahren in der Sauna! Der Schweiß läuft in Sturzbächen an mir herunter, während ich einen Podcast über die Tour de France höre. Quäl dich, du Sau!

Die Pause und der Milchreis waren genau richtig. Ich fühle mich besser – nicht überragend, aber besser. Auch wenn ich schwitze wie verrückt. Oben auf dem Pass belohnt uns eine leichte Brise für all die Mühen. Dazu atemberaubende Ausblicke und eine traumhafte, wellige Abfahrt ins spektakuläre Grimsdalen. Giacomo ist heute fitter als ich, oder hat einen größeren Willen, keine Ahnung, er fährt voraus und wir wollen uns am Ende des Tals treffen.
Das Tal ist fast 50 Kilometer lang und mit Rückenwind aus Westen macht es richtig Spaß, hindurch zu pushen. Trotzdem ist es noch ein weiter Weg bis Tolga und ich bin zwischendurch echt kaputt, lege mich für ein paar Minuten einfach an den Straßenrand um mich kurz zu Erholen. Aber keine langen Pausen – weiter geht’s!
Der nächste Abschnitt führt durch offenen Wald, wunderschön, aber Wurzeln und grober Schotter nerven mitunter. Ich brauche wieder eine kurze Pause am Rand, das wird ein zäher Kampf heute.


Kurz vor Alvdal geht es noch einmal hinauf zum Storskarvola auf fast 1100 Meter. Die Strecke folgt Schotterwegen entlang alter Seilbahnlinien des Bergbaus. Teilweise ist es so steinig, dass ich mein Bike schieben muss. Mein Energielevel sinkt wie der Wasserstand in meinen Flaschen. Ich kämpfe. Aber wieder ist es eine Kopfsache – und diese Spiele kenne ich gut. Denn auch hier war ich schon mal unterwegs, im Winter, im Januar mit Ski und Pulkaschlitten im Schleppttau, und es war auch damals ein langer harter Tag, bei dem sich die Anstrengungen bis heute tief bei mir eingebrannt haben, auch damals wollte ich einfach nur, dass der Tag vorbei geht und ich erlöst von der Verausgabung werde. Aber ich kann damit umgehen wenn es hart ist. Wie beim letzten kleineren Anstieg auf der Schotterstraße nach Alvdal. Die Motivation, heute Abend die Ziellinie zu erreichen, ist aber immer noch riesig. Wir schaffen das! Der Wille ringt den Körper nieder!
In Alvdal angelangt steuern wir die Tankstelle an: Pommes, Burger, kalte Getränke! Einfach nur auftanken für den letzten Abschnitt. Auch mental tut die Pause richtig gut. Wir treffen @just aus dem Medienteam – wie schön, kurz zu quatschen und mit jemand anderem über diesen Wahnsinn zu sprechen.
Gegen 20 Uhr starten wir in den finalen Push – noch 65 Kilometerstand es bis ins Ziel! Zusammen versuchen wir, noch einmal alles rauszuholen. Musik auf den Ohren und die rollende Strecke bringen uns richtig in Fahrt. Es fühlt sich an wie ein Rausch, der Flow ist endlich da – fast wie ein Runner’s High. Aus dem Tal der Tränen hinein in die überkrasse Euphorie. Verrückt, dass wir nach fast 1100 Kilometern immer noch pushen können! Wie krass ist das denn?
Das warme Licht der Abendsonne motiviert jetzt zusätzlich, Zeit und Kilometer verfliegen, wir tauchen ein in den Schotter-Tunnel. Mit dem Sonnenuntergang sinken auch endlich die Temperaturen – was für eine Erleichterung und Rückgewinn an Energie für uns.
Als wir Tynset erreichen, erscheint der letzte große Anstieg auf meinem Garmin. Gänsehaut macht sich breit, ein überwältigendes Gefühl. Das rötliche Abendlicht begleitet uns auf den letzten Asphaltkilometern nach Tolga. 
Flashbacks von anderen verrückten Touren kommen hoch. Es ist das dritte Mal für mich auf dieser Straße durchs norwegische Hinterland: Das erste Mal als ich durch ganz Norwegen von Lindesnes bis zum Nordkap zu Fuß gegangen, das zweite Mal im Winter auf Skiern beim Versuch ebenfalls Norwegen der Länge nach zu durchqueren – und jetzt zum dritten Mal mit dem Gravel Bike. Verrückt.
Die ersten offiziellen Schilder nach Tolga tauchen auf wir sind fast da. Ich bin komplett leer – und gleichzeitig voller Energie. Eine wilde Mischung aus Erschöpfung und Erinnerungen rauscht durch meinen Kopf. Voller Euphorie feiern wir das Ortseingangsschild, mir kommen fast die Tränen. WTF! Wir haben es gleich wirklich geschafft! Und dann ist er da: der letzte kleine Hügel zur Ziellinie vom Bright Midnight kommt in Sicht. Wir wären nicht in Norwegen, wenn man zum Ziel nochmal 30 steile Höhenmeter hinauf müsste. Wir hören die anderen Fahrer im Basecamp feiern und jubeln.
Vor dem Überqueren der Ziellinie geben wir uns die Hand – dankbar für diese gemeinsame Woche und alles, was sie mit sich gebracht hat! Wir rollen ins Ziel, sind total geschafft, das Gefühl von Erlösung und Stolz macht sich breit. Dann das Finisher-Bier. Und Justinas mit der Finisher-Medaille. Alles ist total unwirklich – Freitag Abend 00:15 Uhr – und wir haben es geschafft! Was für eine Reise!

Und jetzt?
Meine Bright Midnight Tour 2025 auf Komoot
Podcasts rund ums Bright Midnight
Der Bright Midnight Aftermovie 2025
Meine Ausrüstung und Bekleidung fürs Bright Midnight
| Fahrrad | |||
|---|---|---|---|
| Gravelbike | Veloheld | IconX mit Carbon Gabel | |
| Laufräder | DT Swiss | Naben: 240 EXP Felgen: GR531 in 27,5" | |
| Bereifung | Schwalbe | Vorne: G-One Ultrabite 2.0 Hinten: G-One Bite 2.0 | |
| Schaltung | SRAM | Rival eTap AXS 1x12 Mullet Schaltwerk: GX Eagle AXS Übersetzung: Vorne 40 Hinten 10-52 | |
| Sattel | Ergon | SR Allroad Comp Pro | |
| Taschen | |||
| Satteltasche | Ortlieb | Seat-Pack | |
| Oberrohrtasche | Tailfinn | Top Tube Pack | |
| Rahmentasche | Gramm | Full Frame Bag Custom Made | |
| Lenkertasche | Ortlieb | Handlebar Pack | |
| Lenkertasche | Ortlieb | Accessory Pack | |
| Stembag | AGU | Snack Pack | |
| Ausrüstung | |||
| Lampe | Sigma | Aura 100 | |
| Rücklicht | Sigma | Blaze | |
| Radcomputer | Garmin | Edge 840 | |
| Sicherheitsweste | No Name | No Name | |
| Trinkflaschen | 1x 1000 ml 1x 600 ml | ||
| Wasserfilter | Katadyn | BeFree | |
| Becher | Recup | 400 ml Becher | |
| Titantasse | Snow Peak | 800 ml inkl. Deckel | |
| Kocher | Primus | Express Stove | |
| Gaskartusche | Primus | 110 g | |
| Titanlöffel | Edelrid | ||
| Stirnlampe | Petzl | Actic Core inkl. Akku | |
| Reparatur / Ersatzteile | |||
| Tasche | Sea to Summit | Toiletry Bag S | |
| Kettenschloss | SRAM | ||
| Bremsbeläge | SRAM | ||
| Ersatzschlauch | Schwalbe | Schlauch NR. 21A | |
| Dichtmilch | Schwalbe | Doc Blue | |
| Kettenöl | |||
| Lappen | |||
| Multitool | Gerber | Dime Micro | |
| Multiool | Crankbrothers | Multi 17 | |
| Luftpumpe | Lezyne | CNC Pocket Drive | |
| Pumpenkopf | Lezyne | Control Drive inkl. CO2 Kartuschen | |
| Kabelbinder | |||
| Ducttape | |||
| Flickzeug | |||
| Ersatzakku | SRAM | ||
| Ladegerät | SRAM | ||
| Elektronik | |||
| Powerbank | Anker | 10.000 mAh | |
| Handy | Apple | Iphone 15 Pro | |
| Ladekabel | Apple | ||
| Kopfhörer | Apple | Airpods | |
| Ladeadapter | Hama | 38 Watt USB A / USB C | |
| Ladekabel | Diverse | Diverse USB | |
| Kamera | Fuji | XT-4 | |
| Ersatzakku | Fuji | ||
| Stativ | Gorillapod | ||
| Bekleidung | |||
| Radschuhe | Spezialized | Recon 2.0 | |
| Helm | POC | Omne Air | |
| Schnelle Brille | Evil Eye | Roadsense inkl. Clip-in | |
| Radhose | Gonso | Sitivo Bib Red | |
| Radhose | Gonso | Sitivo Bib Red | |
| Trikot | Rapha | Core Jersey | |
| Trikot | Rapha | Classic Jersey II | |
| Weste | Super Natural | M Unstoppable Gilet | |
| Armlinge | Gore Bikewear | Arm Warmers | |
| Beinlinge | Gore Bikewear | Leg Warmers | |
| Beanie | Bergans | Wool Beanie | |
| Stirnband | Frilufts | Waiho Headband | |
| Isolationsjacke | Bergans | Rabot V2 Insulated Hybrid Jacket | |
| Überschuhe | Gore Bikewear | Gore-Tex Overschoes | |
| Regenhose | Gore Bikewear | Endure | |
| Regenjacke | Bergans | Y LightLine Air 3L Shell Jacket Men | |
| Socken | Frilufts | ||
| Socken | Woolpower | Skilled Liner Classic | |
| Lange Unterhose | Woolpower | Long Johns Lite | |
| Unterhose | Bergans | Inner:Light Boxer | |
| Longsleeve | Bergans | Inner:Light | |
| Handschuhe | Roeckl | Radhandschuhe | |
| Handschuhe | Roeckl | Windstopper | |
| Handschuhe | Black Diamond | Waterproof Overmitts | |
| Schlafen | |||
| Isomatte | Exped | Ultra 3 R Mummy | |
| Daunen-Quilt | Western Mountaineering | Astralite Quilt | |
| Bivybag | Mammut | Grevling EMT | |
| Sonstiges | |||
| Kulturtasche | Tatonka | SQZY Pouch S | |
| Zahnbürste, Zahnapasta, Brillenputztücher, Duschgel | |||
| Handtuch | Frilufts | Mini Irgendwas | |
| Portmonet | |||
| Erste-Hilfe-Set |
