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Simon

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In dieser Folge ist Erika Dürr mein Gast. Viele von euch kennen sie als Bloggerin Ulligunde, die in ihrem fabelhaften Blog seit vielen Jahren über Bergsport-Abenteuer jeglicher Couleur berichtet. Wie so viele hat sie den Blog begonnen, um Freunde und Familie über ihre Reisen auf dem Laufenden zu halten. 

Was als kleine Sache anfinge, hat sich nach und nach zu einer richtigen eigenen Reise entwickelt, so dass man auf ulligunde.com viele informative und unterhaltsame Artikel vor allem zum Klettern und Bergsteigen findet. Irgendwann hatte der Blog ein so breites Publikum erreicht, dass sich für Erika die Frage gestellt hat, ob man daraus nicht mehr machen könnte. Mit ihrem Talent wunderbar zu schreiben und hervorragend zu fotografieren in der Tasche hat sie sich dann vor einigen Jahren in die Selbstständigkeit gestürzt und es bis jetzt nicht bereut! 

Über die Jahre hat sie sich dabei immer weiter entwickelt und nach und nach neue Dimensionen für sich entdeckt. Von der Vertikalen ging es in die Luft zum Gleitschirmfliegen und nun auch aufs Gravelbike. Wie fängt man an zu bloggen? Wie entdeckt man seine eigenen Grenzen in den Bergen? Warum geht Erika mittlerweile kaum noch Klettern? Und vor allem wie entdeckt man für sich seinen Platz draußen? Viel Spaß beim Reinhören!

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Das freie Wochenende steht im Kalender und die Frage kommt auf, was wir da machen könnten? Wir überlegen kurz und schnell ist klar, es soll eine kleine Bikepacking-Tour mit dem Gravelbike werden. Vor ein paar Wochen bin ich schon auf dem Gravitation Gravel in der Oberlausitz unterwegs gewesen, einer Tour die ich über die Orbit 360 Gravelserie gefunden habe. Nach etwa 130 Kilometern war vor einiger Zeit bei mir Schluss, die vollen 190 Kilometer waren mir dann doch zu viel für einen Tag. Nun aber wollen wir die gesamte Runde in zwei Tagen mit Zwischenübernachtung fahren. Ein Campingplatz ist schnell gefunden und wir können auch kommen, ansonsten ist es ja derzeit mitunter schwer ein Plätzchen zu finden, die Urlaubszeit und Sommerferien sind ja gerade und fast alles ist ausgebucht.

Go light and go without comfort

Wir wollen versuchen beim Gepäck möglichst leicht unterwegs zu sein und beschränken uns aufs allernötigste, der Wetterbericht verspricht uns zu unterstützen. Und so bleiben die Regensachen zu Hause ebenso wie bei mir der Schlafsack, ein Baumwollinlett muss reichen. Und so haben wir lediglich unsere Satteltaschen mit Zelt und Isomatten sowie meine Rahmentasche mit Kleinigkeiten am Rad als wir am Samstagmorgen in Dresden starten. Den Startpunkt an der Garnisonskirche lassen wir rasch hinter uns und die Schotterpisten der Wälder in der Dresdner Heide verschlucken uns.

Der Trubel der großen Stadt verstummt und das Rauschen der schattigen Laubbäume übernimmt. Wir kommen gut voran, durchqueren den Prießnitzgrund und nach einer steilen Rampe gelangen wir nach Langebrück am Rande der Heide. Das idyllische Dörfchen ist schon im Wochenende und auf den Straßen ist kaum etwas los. Über die Landstraße geht es nach Schönborn und hinab ins Seiferdorfer Tal. Dort hat die Marienmühle schon geöffnet und wir füllen die Reserven mit Spezi und alkoholfreiem Radler auf. Es wird langsam wärmer und bevor uns der Treibstoff ausgeht füllen wir lieber wieder auf.

Als nächstes gelangen wir nach Wachau und unterqueren dort die Autobahn in Richtung Görlitz. Nun beginnt der erste etwas knifflige Abschnitt, denn die Wege im Wald sind hier hoch zugewachsen und alle möglichen Gräser, Beeren und Brennnesseln versuchen uns zu erhaschen. Der ein oder andere Fluch geht uns über die Lippen, aber hei, ohne diesen Track wären wir nie auf die Idee gekommen hier einmal vorbei zu schauen.

Auf zum Keulenberg

Wiederum über ruhige Dorfstraßen und entspannte Waldautobahnen fliegen die Kilometer dahin. Am Horizont erscheint bald der hoch aufragende Keulenberg, die höchste Erhebung zwischen Dresden und Schweden, mit über 400 Metern Höhe ein ganz schön hoher Buckel in der Landschaft. Der Aufstieg ist nicht ganz einfach, denn an der steilsten Stelle muss man sein Rad schieben, was leichter klingt als es ist, wenn dies steil über Stock und Stein gehen muss. Und weil wir nun jetzt auch oben sind, steigen wir auch noch die Stufen auf den Aussichtsturm um den Fernblick zu genießen. Und der ist heute auch wirklich herrlich. 

Rasant geht es wieder bergab und durchs Pulsnitztal immer weiter in Richtung Kamenz. Die Route ist super zusammengestellt, geht viel über ruhige Landstraßen und über schöne Waldwege, wir kommen gut voran. In Kamenz angelangt stehen schon über 50 Kilometer in den Büchern, Zeit also für eine Stärkung in einem kleinen Café mit Kaffee, Crêpes und Eis.

Nachdem wir wieder in den Tritt gekommen sind, liegt die ruhige Teichgebiet Biehla-Weissig links und rechts von uns, es ist richtig schön hier und niemand ist unterwegs, ein echtes Kleinod! In Königswartha ruft nochmal eine kurze Pause, wir halten kurz am Supermarkt und stärken uns für den Endspurt. Das Biotop Caminau lassen wir links liegen, hier wurde früher Kaolin für die Porzellanherstellung abgebaut und ist nun ein beliebtes Ausflugsziel.

Die Oberlausitz überrascht immer wieder mit Ruhe und Weite

Beim nächsten Mal vielleicht, denn wir wollen Strecke machen, sind unterwegs mit unseren Freunden Katja und Micha verabredet, die uns vom Campingplatz aus entgegen kommen. Über die Landstraße geht es nun recht schnell immer gen Osten, die Kilometer auf dem Tacho werden schnell mehr und mehr und in Milkel treffen wir uns dann. Gemeinsam geht es nun in Richtung Bautzener Stausee, an dessen Ufer der Campingplatz liegt auf den wir heute wollen.

Am Strandbad Blaue Adria riecht es verführerisch nach Pommes, aber wir sind standhaft und radeln vorbei, schließlich sind wir gleich am Ziel. Der letzte kleine Anstieg nach Großdubrau liegt an, noch einmal steigt der Puls und der Schweiß fließt, aber der lokale Supermarkt zaubert uns ein lächeln ins Gesicht als wir an der Kasse den Getränkekühlschrank entdecken.

Kühlraum geht immer vor

Vielleicht waren die Augen etwas zu groß, denn der Transport der zahlreichen Getränke per Einkaufsbeutel am Lenker zum wenige Kilometer entfernten Campingplatz gestaltet sich doch etwas schwerer als gedacht. Aber egal, denn bald schon sind wir da und stoßen an – was für eine coole Runde! Rund 111 Kilometer waren es hierher und nun heißt es erstmal entspannen und lecker essen und trinken. Wir sitzen noch bis weit in den Abend zusammen und quatschen, schön mal wieder etwas rauszukommen. Und dann gibt es noch eine Premiere: Die neue Sorte Bacalao von Real Turmat gibt heute ihren Einstand! Und was soll ich sagen – Daumen hoch! Wirklich lecker und kann es gerne öfters geben.

Ein wenig frisch an den Füßen

Die Nacht wird dann doch etwas frischer und ich ärgere mich ein wenig über das dünne Laken, was mich wärmen soll und es nicht schafft. Gut, so verstanden, beim nächsten Mal kommt wieder etwas Wärmeres ins Gepäck. Und dann ist am Morgen auch noch das Wetter kaputt, entgegen der Prognosen und unserer Annahmen fängt es an zu Regnen. Und es hört gar nicht mehr auf. Da wir ja auf unseren Regensache verzichtet haben ist der Plan B schnell klar, wir packen unsere sieben Sachen und  werden von Bautzen aus per Zug zurück ins Elbflorenz fahren. Ist nicht weiter schlimm, auch wenn wir gerne die komplette Runde gefahren wären, nehmen wir doch gerne die Erinnerung an einen wunderbaren Tag gestern, auf richtig coolen Wegen und Strecken, mit super Aussichten und wunderbaren Landschaft. Den zweiten Teil fahren wir dann demnächst einmal, läuft uns ja nicht weg!

Ein Paar Anmerkungen zur Tour:

  • Entgegen der Tourbeschreibung gibt es in Königswartha und Kamenz deutlich mehr Einkehr- und Verpflegungsmöglichkeiten
  • Einen Teil des Schiebeabschnitts kann man beim Blick auf die Karte auch über Waldwege umfahren
  • Der kleine Campingplatz in Dahlowitz ist wirklich empfehlenswert und liegt ideal für eine 2-Tagestour auf diesem Orbit
  • Memo an Simon: Regenzeug und richtigen Schlafsack beim nächsten Mal einpacken
  • Im Edeka in Großdubrau gibt es kalte Getränke direkt im Kühlschrank an der Kasse 😉

In dieser Episode ist Olaf Schubert zu Gast bei mir im Podcast. Olaf ist Reisender, Photograph und Vortragsreferent und wohnt in Dresden. Gerade zum richtigen Zeitpunkt für ihn fiel die Mauer und plötzlich stand ihm die Welt offen. Diesen unerwarteten Gewinn an Freiheit in Händen hat er sich aufgemacht, die Welt zu entdecken.

Vor allem mit dem Fahrrad ging es auf lange Touren um die eigenen Träume zu leben und in die Tat umzusetzen. Vor allem Asien und der Himalaya lassen Olaf seitdem nicht mehr los, aber auch der Norden ist ihm nicht fremd, zahlreiche Reisen führten ihn nach Skandinavien oder auch auf die britischen und irischen Inseln. Das Interesse an seinen Reisen führte Schritt für Schritt dazu, dass Olaf angefangen hat darüber in Vorträgen zu berichten.

Auf der Bühne zu stehen und das Publikum mitzunehmen, nicht nur mit wunderschönen Bildern sondern vor allem auch mit tiefgründigen Begegnungen, das macht für ihn das Referentendasein aus. Mit seiner eigenen Vortragsreihe „Blickwinkel“ gibt Olaf aber auch anderen die Möglichkeit, von ihren Reisen zu berichten. Wie ist es, wenn einem nach dem Abitur plötzlich die Welt tatsächlich offen steht? Was ist das Besondere daran, wenn man seine Reiseerlebnisse so öffentlich teilt? Und wie ist eigentlich der Weg von der ersten großen Reise bis hin zur eigenen Vortragsreihe? Viel Spaß beim Reinhören!

Olaf auf Instagram: https://www.instagram.com/olafschubertphotography

Olaf auf Facebook: https://www.facebook.com/OlafSchubertFotografie

Olafs Website: http://olafschubert.de

Olafs Vortragsreihe: http://www.blickwinkelreihe.de

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Mein heutiger Gast im Podcast ist Rolf Stange. Jeder, der sich in unseren Breiten mit Spitzbergen beschäftigt, wird zwangsläufig auf Rolf stoßen. Seit weit mehr als 25 Jahren reist er auf die Inselgruppe im arktischen Ozean, er hat sein Herz komplett an den hohen Norden verloren. Egal zu welcher Jahreszeit, der gebürtige Westfale war schon dort und hat die Inselgruppe in all ihren Facetten erlebt.

Ob auf ausgedehnter Wintertour per Ski und Pulka oder als erfahrener Guide mit dem Segelboot, Rolf hat dort schon so viele Erfahrungen gemacht, dass es wohl kaum jemanden gibt, der sich dort besser auskennt als er. Er pendelt in normalen Zeiten zwischen seiner Wahlheimat Dresden und seiner zweiten Heimat, die ihm nicht nur Sehnsuchtsort sondern auch das Terrain geworden ist, in der Rolf seine Berufung zum Beruf gemacht hat.

Wie hat Spitzbergen sein Herz erobert? Warum hat Rolf nach seinem Studium noch nie eine Bewerbung geschrieben? Und wohin führt es einen, wenn die Puzzleteile an ihren Platz fallen und man irgendwann merkt, das man genau den Weg beschreitet, den man nie gesucht hat, aber dennoch genau der ist, der einen glücklich macht? Viel Spaß beim Reinhören!

Rolf auf Instagram: https://www.instagram.com/rolfstange

Rolf auf Facebook: https://www.facebook.com/spitzbergen.de

Rolfs Website: https://www.spitzbergen.de 

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Mit der Stimme von Erik Lorenz im Ohr bin ich schon oft laufen gegangen, habe damit im Schlafsack gelegen oder bin auf dem Sofa mit ihm und seinen Gästen auf Reisen gegangen. Schon lange begleite ich Erik und seinen Weltwach-Podcast, habe mich auf neue Gäste und spannende Episoden gefreut, mich aber auch immer wieder gefragt: Wer ist der Mann hinter dem Podcast? Warum ist Erik so weltwach und warum geht er so mit offenen Augen und Ohren durch die Welt?

Das Format Podcast ist seit einiger Zeit in aller Munde, aber schon lange vorher schon hat Erik mit Weltwach angefangen mit seinen Gästen auf Reisen zu gehen. Auf dem Weg dorthin hat er aber auch selbst die Welt bereist, von Berlin aus bis nach Australien, oft nach Asien und auch auf Wanderschaft durch den hohen Norden.

Mit den eigenen Erfahrungen und Eindrücken im Gepäck nimmt uns Erik immer wieder mit, gibt seinen Gästen einen wunderbaren Raum, um uns an ihren Reisen, Abenteuern und Erfahrungen teilnehmen zu lassen. Von seinem Weg, von der ersten großen Reise nach dem Abitur bis nun zu seiner Zeit in den USA, davon berichtet Erik in dieser Folge! Viel Spaß beim Reinhören!

Erik & Weltwach auf Instagram: https://www.instagram.com/weltwach

Eriks Website zum Weltwach-Podcast: https://weltwach.de

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In dieser Episode spreche ich mit Bernd Richter über eine ganz besondere Reise, die ihn über 9000 km mit dem Motorrad zum Nordkap und wieder zurück nach Hause geführt hat. Bernd ist Landwirt und bewirtschaftet zusammen mit seiner Familie einen Hof in der Nähe von Löbau in der Lausitz.

Über unsere gemeinsame Leidenschaft für den Norden sind wir vor einigen Jahren in Kontakt gekommen und als wir dann nach Dresden gezogen sind, hat sich nach und nach eine wunderbare Freundschaft entwickelt. Ich weiß wie sehr Bernd mit seiner Familie in der Heimat verwurzelt ist, aber gleichzeitig haben sich bei ihm große Wanderlust und großes Fernweh breit gemacht.

Der Ursprung für die Sehnsucht nach Norden ist eine lange Reise mit dem Motorrad, nicht irgendeinem Motorrad sondern einem waschechten Oldtimer: Einer bald 60 Jahre alten AWO mit Beiwagen. Was es heißt, sich für einige Zeit dem Fernweh hinzugeben und aus den Verpflichtungen eines landwirtschaftlichen Betriebes zurückzuziehen, wie es ist ein starkes familiäres Fundament zu haben, das einem solche Möglichkeiten gibt und was es heißt solch eine verrückte Tour mit einem Oldtimer zu unternehmen, davon erzählt Bernd in der neuen Folge! Viel Spaß beim Reinhören!

Bernd auf Instagram: https://www.instagram.com/fernweh_inc

Bernds Website: https://fernweh-inc.org

Bernds Reise mit der AWO ans Nordkap: https://fernweh-inc.org/portfolio/fram-og-tilbake-mit-der-awo-ans-nordkap

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In der heutigen Folge gehe ich mit Stephan Orth auf Expedition! Die meisten kennen Stephan als couchsurfenden Autor, der sich so den spannendsten Reisezielen auf seine ganz besondere Art nähert. Aber neben der Couch ist ihm auch die Isomatte im Zelt nicht fremd, ganz im Gegenteil.

Als damaliger Reisejournalist war Stephan immer auf der Suche nach aufregenden Abenteuergeschichten und sprach mit den größten Outdoorheroen, die man sich nur vorstellen kann. Doch das größte Abenteuer schlummerte seit Jahrzehnten zu Hause bei seinen Großeltern und wartete nur darauf von ihm wiederentdeckt zu werden – denn sein Opa war Teil der erst zweiten erfolgreichen Expedition, die das Grönländischen Inlandeis im Jahre 1912 überquert hatte. Mitten im goldenen Zeitalter der großen Polfahrer war sein Opa einer von ihnen.

Selbst hat Stephan seinen Großvater leider nie kennengelernt, kannte aber die Andenken, die er von seinen Reisen in den hohen Norden mitgebracht hatte und die einfach immer da waren. Stephan begab sich also auf eine ganz besondere Reise tief in die eigene Familienvergangenheit und fand sich irgendwann auch selbst im ewigen Eis Grönlands wieder! Viel Spaß beim Reinhören!

Stephan auf Instagram: https://www.instagram.com/stephan_orth

Stephans Website: https://www.stephan-orth.de

Stephans Expeditionstagebuch auf Spiegel-Online: https://www.spiegel.de/thema/auf_skiern_durch_groenland

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Heute ist Lotta Lubkoll bei mir zu Gast im Podcast. Sie ist vor einiger Zeit zusammen mit ihrem Esel Jonny zu Fuß von München über die Alpen bis nach Venedig gelaufen. Eigentlich ist sie gerade in der Ausbildung zur Schauspielerin als ihr Vater schwer krank wird und kurz darauf stirbt. Er hatte einen langgehegten Wunsch – irgendwann als Rentner wollte er mit dem Trecker und einem alten Zirkuswagen ums Mittelmeer reisen. Leider kam es dazu nun nicht mehr.

Für Lotta aber fielen nach und nach die Puzzelteile an ihren Platz, die Zeit mit ihrem Vater hatte etwas in ihr ausgelöst und ihr wieder vor Augen geführt: Lotta wollte nicht mehr länger warten und ihren Traum auf die lange Bank schieben – sie wollte erleben wie es auf Wanderschaft mit einem Esel als Gefährten ist und sich aufmachen ins Abenteuer – nicht irgendwann sondern jetzt!

Und so trat Jonny in ihr Leben und wanderte mit ihr über die Alpen ans Meer! Wie es ist mit einem langohrigen, vierbeinigen Begleiter unterwegs zu sein, davon erzählt Lotta in dieser Folge so erfrischend und ansteckend, dass in mir sofort wieder die große Wanderlust entflammt ist! Viel Spaß beim Reinhören!

Lotta und Jonny auf Instagram: https://www.instagram.com/eseljonny 

Lottas und Jonnys Website: https://www.eseljonny.de

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Heute sind Sarah Moritz und Michael Fiukowski bei mir zu Gast. Die beiden kenne ich über Michael, der als Fotograf und Social Media Manager in der Outdoorwelt unterwegs ist. Beide wohnen zusammen in Berlin und es zieht sie immer wieder hinaus in die Welt, die sie mehr und mehr zu Fuß und mit Trekkingrucksack gemeinsam erkunden.

Vor allem der Norden hat es den beiden dabei angetan und so sind sie vor einiger Zeit aufgebrochen ins Abenteuer um als Trekkinganfänger den nördlichen Kungsleden im herbstlichen Lappland zu erwandern. Wie kommt man darauf, zusammen so eine Tour zu machen? Was lernt man bei der Vorbereitung? Was lernt man unterwegs?

Schon auf dem Weg von der Idee bis hin zum Start der eigentlichen Tour ergeben sich gerade als Beginner im Fernwandern zahlreiche Fragen, die wir in unserem Gespräch versuchen zu besprechen! Links zu den angesprochenen Themen findet ihr in den Shownotes und wenn ihr darüber hinaus Fragen habt, schreibt uns gerne an oder kommentiert fleißig! Viel Spaß beim Reinhören!

Michael auf Instagram: https://www.instagram.com/planetearthisawesome

Sarah & Michael auf Instagram: https://www.instagram.com/onewaytwohearts

Michaels Website: https://www.michaelfiukowski.com bzw. https://www.onewaytwohearts.com

Der Blog zur Tour: https://www.onewaytwohearts.com/reiseblog/?tag=kungsleden

Der erwähnte Reiseführer: https://www.conrad-stein-verlag.de/buecher-shop/schweden-kungsleden

Die offizielle Website vom schwedischen Wanderverband: https://www.swedishtouristassociation.com/areas/kungsleden

Kaufberatung für Trekkingzelte: https://www.globetrotter.de/magazin/kaufberatung-zelte

Der Fjällräven-Classic Walk auf dem Kungsleden: https://classic.fjallraven.com/sweden

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Mein heutiger Gast ist Leona Kringe. Leona geht bzw. besser gesagt radelt als Heimatnomadin durchs Leben. Sie ist Tierärztin und hat ihren ganz einen Weg eingeschlagen von der Kindheit im Sauerland bis zu den Bergen des Schwarzwaldes, wo sie mittlerweile lebt.

Eine spannende Reise insbesondere voller Touren, die viel Ausdauer und Durchhaltewillen benötigen. Wie es ist, Erfahrungen zu sammeln, Vertrauen ins sich, seine Leistungsfähigkeit und auch die Hilfsbereitschaft der Menschen zu bekommen, davon erzählt Leona in dieser Folge.

Sie liebt es sich großen Herausforderungen zu stellen und daran zu wachsen, auch wenn diese Herausforderungen mitunter eher ungewöhnlich daher kommen, so kann man dabei viel über sich und sich selbst lernen! Viel Spaß beim Reinhören!

Leona auf Instagram: https://www.instagram.com/heimatnomadin

Leonas Website: https://heimatnomadin.com

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Mein heutiger Gast ist Alexander Kopatz. Alex kommt ursprünglich vom Niederrhein und lebt mittlerweile in Trondheim. Er ist Wildtier-Biologe und forscht im Bereich großer Beutegreifer. Das heißt er hat sich an die Fersen von Wölfen und insbesondere Bären geheftet um ihre Genetik und Ausbreitung in Skandinavien zu studieren.

Er hat viel Zeit in der Wildnis des Nordens verbracht, an spannenden Orten gelebt und gibt uns einen Einblick in das Verhalten dieser Tiere und natürlich auch sein eigenes Leben im Norden. Denn wissenschaftliche Arbeit heißt nicht nur sich durch die Wälder zu schlagen oder Bärenkot einzusammeln, sondern auch viel Zeit am Schreibtisch zu verbringen und mit den unterschiedlichsten Menschen zu reden! Viel Spaß beim Reinhören!

Alex auf Instagram: https://www.instagram.com/go70north

Alex auf Facebook: https://www.facebook.com/go70north

Alex Website: https://go70north.com

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Laura Schmidt hat an einer der größten Polar-Expeditionen dieser Zeit teilgenommen. Als Mitglied im Logistikteam der Mosaic-Expedition war sie 2020 über 4 Monate lang auf dem Forschungsschiff Polarstern in der Nähe des Nordpols stationiert und hat dort dafür gesorgt, dass die Wissenschaftler sicher ihrem Job nachgehen können und unter anderem Eisbären dem Schiff nicht zu nahe kommen.

Als Diplom-Geografin mit viel Erfahrung als Guide in arktischen Gefilden war diese Aufgabe perfekt für Laura und ganz sicher eine Aufgabe, die nicht viele Leute in ihrem Lebenslauf stehen haben. Wir sprechen über ihren Weg vom heimischen Augsburg bis zum Nordpol, der gerade in diesen Tagen viele Hindernisse mit sich gebracht hat, die so nicht unbedingt zu erwarten waren. Viel Spaß beim Reinhören!

Laura auf Instagram: https://www.instagram.com/alparctica

Lauras Website: https://alparctica.com

Mehr zur Expedition beim Alfred-Wegener-Institut: https://www.awi.de/im-fokus/mosaic-expedition.html

Die Website der Expedition: https://mosaic-expedition.org

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Mit Tobias Woggon in den Norden zu reisen ist eine ganz besondere Geschichte – denn Tobi sieht den Norden durch die Augen eines Mountainbikers. Er war lange Zeit im Weltcup-Zirkus als Profifahrer rund um die Welt unterwegs, aber immer in der Blase dieser Community. Kurz irgendwo hinreisen, Radfahren und wieder weiter – das war Tobi irgendwann genug.

Er stieg aus und um und macht mittlerweile sein ganz eigenes Ding. Mit dem Fahrrad zu reisen, die Welt vom Sattel aus zu entdecken und darüber in Vorträgen und Büchern zu berichten ist jetzt sein Antrieb. In Tobis neuem Buch und Vortrag ist er durch den Norden gereist und weckt sofort das Fernweh bei mir, dort auch einmal mit dem Rad unterwegs sein zu wollen! Viel Spaß beim Reinhören!

Tobis auf Instagram: https://www.instagram.com/tobiaswoggon

Tobis Website: https://thespiritoftraveling.de

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Mit Birgit Lutz in den hohen Norden zu reisen ist sicher eine der coolsten Erfahrungen für jemanden, der gerne nordwärts reist. Kaum jemand aus unseren Breiten war wohl so oft im arktischen Eis unterwegs wie die Bayerin, die ihre Heimat am Schliersee gefunden hat. Von dort aus geht es dann für Sie Jahr für Jahr los auf Expeditionen und Touren in Grönland, Spitzbergen, Norwegen oder auch zum Nordpol.

In Eis und Schnee fühlt Birgit sich so richtig wohl, weiß aber auch um die Hindernisse und Anstrengungen die dort auf einen warten. Birgit arbeitet als Guide auf Expeditionen und geführten Touren, hält Vorträge und berichtet auch als frei Journalistin und vor allem auch als Autorin über ihre Erlebnisse. Ihre Bücher stehen schon lange hier bei mir im Bücheregal, wobei mir insbesondere der Mut auch über Dinge zu schreiben die nicht so laufen wie geplant sehr imponiert hat.

Auf das Gespräch mit Birgit habe ich mich schon lange sehr gefreut umso schöner, dass es nun geklappt hat! Viel Spaß beim Reinhören!

Birgit auf Instagram: https://www.instagram.com/polarbirgit

Birgits Website: http://www.birgit-lutz.de

Der Blog zur Grönland-Durchquerung: http://www.greenland-crossing.de

 

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Es könnte alles so einfach sein – isses aber nicht!

Ein kleiner Rückblick auf ein Jahr. Nur ein Jahr, es kommen noch so viele.

Ein Jahr, schwer in Worte zu fassen, gefühlt für mich der längste Ruhetag überhaupt, aber auch der geht irgendwann zu Ende und es geht weiter, das ist sicher. Wenn ich durch mein Album des Jahres am Handy flippe mutet es schon etwas unwirklich und mitunter ziemlich bizarr an. Am ersten Januar bin ich aufgewacht und hätte nie gedacht, was dieses Jahr auf mich, auf uns wartet. Aber wer von uns hätte das erwartet nach all den guten Vorsätzen? Ich wette 100 norwegische Kronen und eine Tafel Walters Mandler – niemand!

Voller Zuversicht auf ein Jahr voller schöner Touren und wunderbaren Erlebnissen. Die Flüge in den Norden sind gebucht, die Termine gemacht und die Pläne geschmiedet. Ich sitze im Auto, im Zug, quer durch die Republik. Von Freiburg über Marburg bis Braunschweig, es ist verrückt und surreal. In Braunschweig steht tatsächlich ein Pferd vorm Saal, jemand ist damit angeritten und auch sonst ein Abend der sehr, sehr lange nachwirkt. Nur dieser Vortrag in Karlsruhe noch, der erste Kollege auf der Arbeit gibt mir schon nicht mehr die Hand, Vorsicht ist geboten, wie recht er haben sollte.

Die Wanderlust muss warten

Die Pulka ist bereits gepackt, als ich im Zug stundenlang auf „Neu laden“ im Browser klicke. Beim Vortrag fliegen ohne Mikro und Ende die Aerosole, ich weiß da noch nicht einmal was das ist, die Abstände sind klein, hätte ich das alles damals schon gewusst. Am Bahnhof in Karlsruhe sitze ich am Abend, trinke Dosenbier und warte auf den Nachtzug in den Osten. Am Telefon ist klar, der Norden schließt die Pforten, es gibt gerade wichtigere Dinge. Im stickigen Schlafabteil mit einem völlig Fremden zwei Betten unter mir liege ich lange wach, der Zug rattert durch die Nacht, die Gedanken kreisen ohne Ende.

Noch einmal arbeiten, dann beginnen die ruhigen Ruhetage. Ein verordneter Winterschlaf im Frühling, wer weiß schon wie lang. „Stay Home“ steht auf einem großen Schild bei uns im Wohnzimmer-Fenster, hoch über dem belebten Platz von dem wir nun mehr und mehr Abstand nehmen. Es wird ruhiger, Geschichte wird gemacht und wir sitzen zu Hause. Entscheidend ist auf dem Sofa die Parole. Viel Zeit für alles mögliche, die Gedanken suchen sich ihren Weg, EinLöffelButter kommt dabei rum, unter anderem.

Uns geht es gut, das wird mir schnell klar, das soziale und finanzielle Netz ist gespannt und fängt uns auf, die Wohnung hyggelig und ausreichend groß. Aber es geht nicht allen so, dazu genügen ein paar Anrufe und Zoom-Calls, wie schnell das gehen kann. Mehr Freizeit für einander heißt nicht mehr Freiheit, wie verrückt. Und mir wird mehr und mehr bewusst, wie gut es mir, uns geht, auch wenn mir beileibe nicht jeden Tag die Sonne aus dem Allerwertesten strahlt. Ich denke oft an die anderen. Der abendliche Lauf zum Mount Corona mit dem Podcast Nummer 1 auf den Ohren gibt Hoffnung und Verständnis, am Ende der dunkeln Gasse erstrahlt ja bekanntlich die Gelbe-Wand.

Durchhalten

Irgendwann geht es wieder los, in kleinen Gruppen getrennt kommt wieder etwas Schwung in den Alltag. Das Gelb-Schwarze Klebeband aus dem Frühjahr klebt noch jetzt und nun schon echt lange vor der Vitrine im Erdgeschoss vom Globetrotter in Dresden, so schnell werden wir den Abstand wohl nicht mehr los. Nur 800 von ein paar 1000 Quadratmetern sind zugänglich, ich komme mir im Erdgeschoss vor wie Zerberus, aber es nützt ja nix – wir sind froh überhaupt wieder etwas Freiheit im engen Korsett zu erlangen und zu ermöglichen.

Der Sommer kommt, die Temperaturen steigen, wir lockern uns. In Sachsen freut man sich, das Virus wütet im Westen, nicht bei uns, wir sind anders – da ist der Boomerang schon längst von der Hand.

Die Maske wird unser Alltagsfreund, wir versuchen uns an etwas Normalität, für die Kunden auf der Arbeit da zu sein, alles fürs Draußensein klar zu machen. Die Leute kommen, gehen raus, wie verrückt sind alle nach frischer Luft. Den dunklen Alu-Schatten möchte ich dabei schnell vergessen.

Die Arbeit kommt wieder, zwar kurz aber nicht wenig. Der Osten prosperiert, die Berge vor der Haustür beliebter als jemals zuvor, der Boomerang ist noch nicht auf dem Weg zurück. Wir kommen ran, die Fesseln der Kurzarbeit werden bald Geschichte sein. Vor der Haustür gibt es ja auch schöne Dinge, den Forststeig oder die Elbe zum Beispiel, den Massen die lange Nase machen, es klappt erstaunlich gut. Und die Gravelbikes sind der Kauf des Jahres, nie vorher konnte man die Nähe so schön abenteuerlich entdecken. Jetzt ist alles ausverkauft.

Die Sonne brennt, der Virus scheint im Sommerschlaf. Aus der „Not“ machen wir eine Tugend, erkunden das große Weiße auf der Landkarte zwischen Dresden und Dortmund mit dem Fahrrad. Beginnen Dinge zu verstehen und unsere Heimat neu zu entdecken. Treffen mit Freunden brauchen jetzt ein Konzept? WTF! Vor nicht mal zehn Jahren wurde im Partykeller noch geraucht. Es ist verrückt, auf der Rückfahrt verpassen wir sogar den Zug ohne umzusteigen, was kommt als nächstes?

Der Herbst steht vor der Tür, Schweden ist das neue Norwegen, die Tour dort mit den Gefährten eine Wucht, durchatmen und vergessen, das herbstliche Fjäll versöhnt mit dem Jahr – aber ob der schwedische Weg der richtige ist? Ich hege Zweifel, begründet wenn man den laxen Umgang mit der Gefahr am eigenen Leib erlebt – 40 Mann ohne Fenster in einem Raum auf der Hütte – wenn das die Leute zu Hause wüssten.

Kurze Pause in Schweden

Ein Lichtblick war das Fjäll keine Frage, aber nur ein kurzer. Am Lagerfeuer sitzen und einfach quatschen, Bier trinken und Tacos futtern, das geht nur kurz, tut aber unglaublich gut. Der Boomerang fliegt auf seiner Bahn nun schon wieder zurück, als ich in eine Kamera blicke und den ersten Live-Stream meines Lebens bestreite, nach einer Nacht in einem komplett leeren Hotel als einziger Gast. Was für eine Erfahrung dieser Stream! Das Feedback unfassbar, ich bin zutiefst dankbar für die Möglichkeit zu Hause bei so vielen Leuten für ein wenig Ablenkung, Zuversicht und Fernweh zu sorgen.

Das Ende ist absehbar, vom Jahr aber nicht von Covid-19. Wir haben alles gegeben, aber kurz vor knapp geht es wieder los, nur eine Woche ohne, dann ist die Kurzarbeit wieder da. Hello my friend!

Und dann halten wir ihn wieder in der Hand, das unbekannte Fluggerät schlägt wieder ein, der Boomerang kommt zurück und schickt uns wieder nach Hause. Nun sind wir im Osten tiefrot und stehen auf den ersten Plätzen der Tabelle, völlig ungewohnt und viel zu dynamisch, nicht mehr nur der Westen oder die anderen – im Supermarkt bekomme ich zwischen den unfassbar vielen Leuten ohne Ab- und Anstand am Angebotsdonnerstag fast eine Panikattacke, jetzt weit weg im menschenleeren Norden.

Alle zusammen?

So oft wie der Krankenwagen bei uns am Haus vorbeifährt, es ist mittlerweile unglaublich. Rafft ihr es nicht? Wie wäre es mit einem Praktikum im Krankenhaus um die Ecke? Ein ums andere Mal denke ich zurück an meine prägende Zeit als Zivi im Krankenhaus, ich möchte gerade nicht tauschen, insgeheim doch, es gibt nichts erfüllenderes als für andere da zu sein und zu helfen, das ist unbezahlbar aber von jeher nicht richtig entlohnt.

Die Ignoranz der anderen holt mich wieder ein, das große „Warum?“ klopft wieder an die Tür und lässt mich am letzten Arbeitstag etwas ratlos nach Hause gehen. So früh hatte ich noch nie frei an Weihnachten, sogar ein paar Tage eher als der Westen. Meine Gedanken kreisen überall und bleiben bei den Leuten hängen, die sich wütend vor mir aufbauen und grinsend mit ihrem Attest aus dem Yps-Heft wedeln oder sich aufs Grundgesetz berufen nur weil sie eine Maske tragen sollen – wie kann man nur leugnen was so offensichtlich ist?

Die Episoden mit den Judensternen erspare ich uns, niemand von den Verweigerern musste sich am Bahnhof melden, wurde im Viehwaggon nach Osten gefahren oder hat eine Nummer auf den Unterarm tätowiert bekommen – und sie können sich mit ihrer Meinung sogar nach Anmeldung ungestraft auf die Straße stellen. So quer kann ich gar nicht denken und so viel kann ich gar nicht kotzen wie ich möchte, aber vielleicht fehlt mir einfach die Phantasie, ich bin lieber realistisch, nicht so ein Hans guck in die Luft, aber Schlucke ist ja auch ein Kollege.

Auf Wiederholung

Nun sitze ich hier, krame wieder das „Stay Home“ Schild fürs Fenster aus dem Frühjahr hervor, sieht aus wie neu, was für ein Mist, was für ein Jahr. Mir geht es gut, meinen Freunden geht es gut, die Einschläge im engeren Umfeld sind eher moderat, was für ein Glück. Aber jedes Martinshorn vorm Fernster erinnert mich daran, was ich tun kann, damit das so bleibt. Und sei es nur die App auf dem Handy zu installieren und eine Maske aufzusetzen, tut nicht mal weh, ist ganz easy.

Ich muss akzeptieren, dass nicht alle so denken, aber ich kann auch voran gehen. Im kleinen, jeder kann das. Einkaufen geht auch einmal die Woche, Weihnachten ohne die ganz große Familie, hei, geht klar, für manche ist das traurige Normalität für uns nur die Ausnahme im Sinne aller. Jeder kann etwas tun, wir sitzen alle im selben Boot, völlig unironisch. Es geht nur zusammen, was für cooler Gedanke in diesen modernen Zeiten. Abgefahren, oder?

Lasst uns alle gemeinsam für einander einstehen, für einander da sein und uns gegenseitig unterstützen. Wir schaffen das, da bin ich mir ganz sicher. Bleibt positiv, gebt keinen Millimeter nach wenn sich jemand gedanklich querstellt und geht mit gutem Beispiel voran. Ich weiß, dass es nicht immer positiv ist, dass nicht alles super ist, aber wir kriegen das hin. Ich hab hier zum Beispiel ziemlich viele Postkarten, wenn dunkle Wolken bei euch aufziehen, dann lasst es mich wissen, ihr seid nicht allein und wir gehen zusammen da durch.

Haltet durch, versucht positiv zu bleiben und schaut nach vorn, wir gehen einfach zusammen weiter und am Ende stehen wir gemeinsam am Ziel, High Five, umarmen uns und sind zusammen stolz auf das, was wir gemeinsam erreicht haben! Dann stoßen wir am Lagerfeuer an und gucken zurück auf ein ziemlich verrücktes Jahr, das ziemlich viel auf den Prüfstand gestellt und am Ende gezeigt hat, dass man alles schaffen kann wenn man zusammen hält und die Konjunktive streicht! Stoßt heute alle im Rahmen der Möglichkeiten an, bei mir zu Hause auffem Dorf heißt das dann „orgelt euch mal schön achtarmig einen rein!“, und dann geht’s weiter – bleibt gesund und stabil – det ordner seg!

Danke an alle die für mich da waren, da sind und mich immer so cool unterstützen!

‘Cause love is free and life is cheap,

and as long as I’ve got me a place to sleep,

some clothes on my back and some food to eat,

then I can’t ask for anything more!

P.S.: Und wer sich ganz unaufgeregt in diesen Zeiten zum Thema informieren möchte, dem lege ich auf Instagram Marc Raschke ans Herz – Dortmund represent!