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Simon

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Josten pa langs – eigentlich eine Traumtour

Auf nach Grönland – ein langgehegter Traum soll in diesem April eigentlich für mich in Erfüllung gehen. Einmal in das sagenumwobene Grönland reisen, dieses fremde und faszinierende Reich der Inuit, von dem ich schon so viel gelesen und gehört habe. 

Zusammen mit meinen beiden Kumpeln Chris und Martin war ich im letzten Oktober in der norwegischen Hardangervidda unterwegs. Gemeinsam wollten wir den Hardangerjøkulen umrunden, einen Gletscher eingebettet am Rande der größten Hochebene Europas, eben der Hardangervidda. Alles verlief auf dieser spätherbstlichen Tour wie am Schnürchen und unser kleiner Trupp erlebte eine der schönsten Tourwochen, die ich jemals im skandinavischen Norden erleben durfte. Wir genossen jeden einzelnen Moment dieser Wanderung in vollen Zügen. Es war in dieser Konstellation unsere erste gemeinsame Tour und wir verstanden uns auf Anhieb blendend. Während dieser Woche kam Martin eines Abends mit der Idee auf uns zu, im nächsten April eine ausgedehnte Wintertour in Grönland zu unternehmen. Er war bereits mehrfach dort Sommers wie Winters unterwegs und hat auch schon zweimal das gigantisch große Inlandeis auf Ski überquert, seine Augen blitzten immer auf, wenn er davon erzählte. Martin arbeitet dieser Tage an einem Buchprojekt, deren krönender Abschluss diese Tour werden sollte und wir könnten ihn dabei begleiten, wenn wir mögen. Ohne zu zögern schlugen wir ein, eine absolute Traumtour wurde uns quasi auf dem Silbertablett präsentiert, da griffen wir natürlich direkt und ohne große Umschweife zu. Wir gaben sofort unsere Zusage und schlugen bei Martin ein, da mussten wir nicht lange überlegen.

Zurück aus Norwegen geht es direkt an die Planung der Grönland-Tour. Es müssen noch Unmengen von Ausrüstung organisiert, der genaue Reisezeitraum festgelegt und natürlich die Flüge gebucht werden. Mittlerweile steht auch fest, dass uns Gitti, die Freundin von Chris, begleiten wird. Es soll nach Narsarsuaq im Süden der Insel gehen, von wo aus wir für 20 Tage hinein in den arktischen Winter aufbrechen wollen. Dort in dieser Gegend werden wir nicht auf Eisbären treffen und können uns auch relativ problemlos dem spektakulären Inlandeis nähern, eventuell sogar den ein oder anderen Berg besteigen.

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Die Zeit rast derweil, das neue Jahr nimmt seinen Anfang und alles beginnt sich langsam zu fügen, der ganz normale Wahnsinn eben, wenn man solch eine große und lange Wintertour plant. Die Vorfreude steigt von Tag zu Tag, die bestellten Landkarten trudeln ein und werden studiert. Und noch mehr Literatur über Grönland wird verschlungen, bis sich schließlich großartige Bilder von roher arktischer Weite und einer faszinierenden Kultur sich vor unserem inneren Auge einnisten.

Wo bleibt der Schnee in Südgrönland?

Je näher unsere Tour rückt, desto öfter blicken wir gebannt auf die Satellitenbilder und Wetterberichte der grünen arktischen Insel. Wir müssen uns kneifen, denn was wir sehen, bereitet uns von Tag zu Tag immer größere Sorgen. Dort wo eigentlich alles tief verschneit sein sollte, gähnen uns schneelose Täler und Berge an. Wie kann das denn sein? Der Fjord dort ist doch dick zugefroren, wie wir von einem örtlichen Hotel erfahren, mit dem wir in Kontakt stehen. Auch die Temperaturen sind konstant kalt, aber es fehlen schlicht und einfach die entsprechenden Niederschläge, sprich der Schnee kommt und kommt nicht.

Die Telefondrähte zwischen München, Wuppertal und Tübingen beginnen zu glühen, die Nervosität wegen dem ausbleibenden Schnee geht schon bald in leichte Panik über. Was, wenn dort bis zu unserer Tour kein Schnee mehr fallen wird? Ohne Schnee können wir nicht mit Ski und Pulka gehen, wir könnten in dem tief gefrorenen Boden nicht einmal ein Zelt aufschlagen, wir bräuchten für die Heringe einen Presslufthammer. Ohne viel Schnee ist eine Wintertour dort einfach unmöglich. Insbesondere für Martin und sein Buchprojekt wäre das eine Katastrophe, die Tour ist für das Buch fest eingeplant, er müsste seine Pläne für die Veröffentlichung weit nach hinten verschieben, die gesamte Buchproduktion würde über den Haufen geworfen.

Unser Reisezeitraum ist festgelegt, den können wir nicht so einfach verschieben, um auf Schnee zu warten, unser Arbeitsalltag lässt das leider nicht zu. Auch die Reise umzubuchen ist nicht möglich, wir haben einen günstigen Low-Fare Flug gebucht, den man nicht kostenlos umbuchen kann. Und eine andere Gegend zum Beispiel im Osten Grönlands kommt für uns nicht in Frage, wir müssten dort eine Waffe sowie einen Zaun zur Abwehr von Eisbären mitführen, beides steht uns aber leider nicht so ohne weiteres zur Verfügung, vom sicheren Umgang mit einem großkalibrigen Gewehr mal ganz zu schweigen. Guter Rat ist nun also mehr als nur teuer!

Ungefähr zwei Wochen vor dem Abflug muss dann eine Entscheidung getroffen werden. Es tut unheimlich weh, aber die Tür nach Grönland hat sich endgültig geschlossen, es ist immer noch kein Schnee in Sicht, es besteht dringend Handlungsbedarf. So schwer es auch fällt, wir müssen Grönland streichen. Ein äußerst bitterer Moment, insbesondere für Martin, der dort die letzten Bilder für „Mein Norden“ schießen will. Was wir nun mit unseren extra neu angeschafften riesigen Acapulka Pulkaschlitten machen sollen, wir wissen es nicht.

Es ist immer gut, schnell einen Plan B zur Hand zu haben

Aber was nun? Nachdem wir die Flüge gecancelt haben, was dank der gewählten Tarife mit einem hohen Verlust einher geht, überlegen wir, was wir anstelle der ursprünglich geplanten Tour machen könnten, denn Urlaub haben wir ja trotzdem. Nach kurzem hin und her kommt für uns eine Wintertour mit sicheren Schneeverhältnissen eigentlich nur in Norwegen in Frage. Das kennen wir ja aus dem Effeff und es liegt dort in diesem Winter auch reichlich Schnee. Eine spannende Tour ist zudem schnell gefunden, wir wollen nun den Jostedalsbreen, den größten Gletscher Festlandseuropas, überqueren. Eine Traumtour, die uns ob der üppigen Schneemenge in diesem Jahr durchaus als machbar erscheint.

Klar ist uns sofort, dass dies eine sehr anspruchsvolle Tour werden wird, die einige knifflige Passagen enthält, aber genau das ist ja nach unserem Geschmack. Martin hat sich sogar schon zweimal erfolglos an dieser spektakulären Tour versucht, das schlechte Wetter und zu wenig Schnee zwangen ihn beide Male zum Aufgeben und zum Rückzug. Wir sind also gewarnt.

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Der Plan B nimm rasch Formen an, wir werden mit dem Auto von Deutschland aus über Dänemark und mit der Fähre ins norwegische Pollfoss fahren. Dort an dem kleinen Berggasthof werden wir dann unser Auto stehen lassen, wollen wir doch nicht nur den Jostedalsbreen, sondern auch seine nördlicheren Ausläufer Sikillsbreen und Austedalsbreen überqueren. Der Übergang zwischen den Gletschern bildet eine Art Talkessel, der von allen Seiten vom ewigen Eis umgeben ist. Hoffentlich liegt dort genug Schnee, ansonsten können wir den Aufstieg auf den eigentlichen Jostedalsbreen über die steile Zunge des Småttene vergessen, die gigantischen Spalten im Eis dort wären ansonsten für uns unüberwindlich und vor allem auch zu gefährlich, um sie mit unserem riesigen Gepäck zu überwinden. Das Ende unserer Tour wird dann hoffentlich das pittoreske Bücherdorf Fjærland, direkt unten am gleichnamigen Fjord gelegen, bilden, von wo aus wir mit dem Bus wieder zurück zum Ausgangspunkt in Pollfoss fahren können. Soweit der neue spannende Plan.

Da wir uns in Norwegen ja gut auskennen, ist der Plan B schnell organisiert, nur bei der Ausrüstung müssen wir etwas umstellen, da das Gelände nun deutlich alpiner und anspruchsvoller werden wird. Auch die riesigen neuen Schlitten müssen daheim bleiben, sie sind nun viel zu groß und zu schwer. Es wandert also eine leichte Gletscherausrüstung mit ins Gepäck, und wir versuchen unsere Packliste auf das Nötigste zusammenzustreichen, da wir unter Umständen alles auf dem Rücken im Rucksack transportieren müssen. So ein Gletscher ist einfach mitunter sehr viel steiler als die weiten Täler Südgrönlands. Nach der großen Enttäuschung über die Absage der einen, steigt nun endlich wieder die Vorfreude auf die neue Tour, der Blick richtet sich wieder nach vorn.

Grönland oder Norwegen, Hauptsache Schnee

Und so finden wir uns am Vorabend der Tour bei Martin in Wuppertal ein, um unsere Ausrüstung ein letztes Mal zu checken, letzte Besorgungen zu machen und das Auto mit dem riesigen Wintergepäck zu beladen. Uns allen fällt ein großer Stein vom Herzen, dass es nun doch noch auf eine äußerst spannende Tour gehen wird. Wie spannend, das kann zu diesem Zeitpunkt noch keiner von uns ahnen.

Fröhlich und voller Vorfreude steigen wir ins Auto, um nach Norddänemark zu fahren. Dort wollen wir am Abend in der Jugendherberge der Fähr- und Fischereistadt Hirtshals übernachten. Die Anreise vergeht ereignislos und sehr entspannt, wir kommen zeitig in Hirtshals an und gehen direkt als erstes zum Strand. Der Nordseestrand dort oben ist für mich ein echtes Sehnsuchtsziel geworden, erst wenige Wochen zuvor war ich genau hier mit meiner Freundin von unserer Strandwanderung von Klitmøller nach Hirtshals über den Jahreswechsel angekommen. Wir erklommen damals die Holztreppe, die zwischen den Dünen hinab zum Strand führt, und hatten unsere ganz wunderbare Wanderung mit viel Wehmut beendet, wir hätten für immer weiter am Strand entlang wandern können.

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Am nächsten Morgen stehen wir zeitig auf, um die Fjordline Fähre nach Norwegen zu nehmen. Das Wetter ist etwas usselig, die Sonne lässt sich zu dieser Uhrzeit noch nicht blicken. Die Vorfreunde aber auch Anspannung macht sich bei mir breit. Wir werden erst am frühen Nachmittag in Langesund ankommen und dann steht uns noch ein gut 550 Kilomter langer Roadtrip nach Pollfoss bevor. Es ist der Freitag vor den Osterferien, wir müssen unterwegs Oslo passieren und die E6 gen Norden nehmen, man hatte uns vor verstopften Straßen und langen Staus gewarnt. Nicht, dass die Fahrt auch so schon mindestens umd die acht Stunden dauern würde. Aber wir wollen direkt am nächsten Morgen starten, um die uns für die Tour bleibende Zeit optimal auszunutzen, da müssen wir das wohl oder übel in kauf nehmen.

Und so reißen wir Kilometer um Kilometer ab, die Reisegeschwindigkeit kann man dabei nicht mit der in Deutschland vergleichen, selten zeigt der Tacho mehr als 70 oder 80 km/h an. Aber dafür ist die Umgebung, die an unserem Autofenster vorrüber zieht, wunderschön anzusehen. Ich komme endlich wieder in meinem zu Hause an, langsam aber sicher. Es wird schon dunkel, als wir bei Lillehammer endlich ins Gudbrandsdalen einfahren. Bis Otta folgen wir dem großen Lågen Strom, der die Wassermassen aus den Bergen gen Meer tranportiert. Von Otta an wird die Straße noch kleiner und wir brausen langsam und schaukelnd durch die hereinbrechende Nacht. Müdigkeit macht sich bei allen breit, wir sind ziemlich gerädert. Es ist bereits stockdunkel als wir total abgekämpft und hundemüde das Hotel gegen 23 Uhr erreichen. Wir checken ein und fallen alsbald ins Bett.

It’s 106 miles to Pollfoss. We got a full tank of gas, half a pack of Kvikk Lunsj, it’s dark and we’re wearing sunglasses

Wir stehen aufgereiht vor dem Hotel in Pollfoss und sind bereit zum Aufbruch. Eine halbe Ewigkeit lang haben wir am Morgen nach dem Frühstück unsere Ausrüstung sortiert und gepackt. Im Hotel sah es aus, als ginge gerade eine Inventur in einem Outdoorladen vonstatten. Überall im Eingangsbereich lagen Schlafsäcke, Zelte und hunderte verschiedener Ausrüstungsgegenstände herum. Geredet wurde nur das Nötigste, wir alle waren fokussiert darauf, auch ja nichts zu vergessen und nur das mitzunehmen, was wir wirklich brauchen würden: „Wie viele Abendessen hast du eingepackt? Sollen wir nicht lieber zwei der schweren Schneeschaufeln hier lassen? Schließlich kommt es auf beinahe jedes Gramm an, wenn wir bei den steilen Anstiegen unsere Sachen komplett auf dem Rücken tragen müssen!“

Endlich geht es los ins Abenteuer

Letztendlich sind die Schlitten aber doch schwerer geworden als gedacht. Uns schwant, dass es eine ziemliche Plackerei werden wird, sollten wir die kompletten Schlitten samt Inhalt unterwegs irgendwann einmal tragen müssen. Aber das ist nun erstmal egal, denn wir sind bereit zum Abmarsch. Wir haben noch den aktuellen Wetterbericht für die nächsten Tage an der Rezeption ausgedruckt und schon ziehen wir los. Erst einmal geht es um das Hotel herum zu einem Fahrweg, der uns über einige Kilometer hin zum eigentlich Einsteig unserer Tour bringen wird. Wir folgen der geräumten Straße und gewöhnen uns dabei langsam an das Ziehen der Pulkaschlitten. Um flexibel zu sein und Gewicht zu sparen, greifen wir bei dieser Tour auf sehr leichte und preiswerte Kunststoffschlitten zurück, sogenannte Paris-Sledges. Diese kosten nicht viel und sind sehr leicht, sind aber mitunter etwas störrisch und nicht so komfortabel zu ziehen wie die praktischen Acapulka-Schlitten, mit denen wir sonst im Winter losgehen.

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Zudem ziehen wir die Plastikschlitten mit einem einfachen Seil statt mit einem Führung gebenden Gestänge, wie es ansonsten üblich ist, hinter uns her. So laufen die orangenen Schlitten manchmal ohne ersichtlichen Grund in alle möglichen Richtungen und es bedarf eine Zeit der Eingewöhnung. Insbesondere bergab überholen einen dann die blöden Dinger mit einem Affenzahn und krachen einem gerne auch einmal von hinten in die Fersen, sodass man regelrecht von ihnen umrasiert und unfreiwillig in den Schnee befördert wird.

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Wir kommen gut voran, der Schotterweg ist geräumt und ermöglicht uns auch noch ohne Ski eine gute Geschwindigkeit, genau richtig, um sich einzugewöhnen. Irgendwann aber geht es dann endlich auf Ski weiter. Wir wollen einem Fahrweg folgen, der im Sommer zur großen DNT Hütte  Sofa Sæter führt. Jetzt im Winter ist er allerdings nicht geräumt und zudem recht steil, wir schnallen also unsere Ski vom Schlitten und unter unsere Skischuhe. Mit den brandneuen Steigfellen versehen ermöglichen die Ski uns auch bei tieferem Schnee hier auf dem Anstieg einen sicheren Halt. Wir müssen an Höhe gewinnen, ist doch der Plan, entlang eines Höhenzuges bis oberhalb der Staumauer des Rauddalsvatnet zu gelangen. Wir wollen morgen über den zugefrorenen See hin in Richtung der DNT Hütte Skridulaupbu laufen. Aber da wir nicht durch das Tal entlang des Framrusti Flusses bis hin zur Staumauer laufen und diese einfach so überwinden können, müssen wir über den Höhenzug, der die Mauer südlich einrahmt, laufen, um dann neben der Mauer über eine lange Holztreppe zum Ufer zu gelangen. Diese Treppe ist dabei für uns ungemein praktisch, sind doch ansonsten die Hänge hinab zum See ziemlich steil und mit dem sehr tiefen Schnee zwischen den Fjellbirken auch nahezu unüberwindlich. Von der Lawinengefahr mal ganz zu schweigen.

Rasch kommen wir voran und folgen einem schmalen Pfad, der immer am Hang entlang hin zur Staumauer führt. Allerdings liegt hier teilweise so viel vom Wind verpresster Schnee, dass es an einer Stelle für uns etwas zu steil und riskant wird. Mit vereinten Kräften müssen wir die Schlitten an der Hand geführt und ohne Ski über ungefähr 50 Meter ziehen. Wenn man hier unachtsam ist, kann man sich leicht einige hundert Meter weiter unten im Tal mit zerschmetterten Knochen wiederfinden.

Diese Stelle überwinden wir dank unseres Teamworks rasch und sicher, wir sind erleichtert. Bald darauf erreichen wir eine Anhöhe, von der aus wir den See und die Staumauer erblicken können. Der Wind frischt ob der exponierten Lage auf, wir ziehen uns während der Pause, die wir dort einlegen, warm an. Dann erkunden wir das weitere Vorgehen und suchen den Zustieg zur erwarteten Treppe. Diese ist schnell entdeckt, aber der Weg dorthin ist weitaus schwieriger als gedacht.

Mühelos kommt man bis auf ungefähr 20 Meter an die steile Holzkonstruktion heran, dazwischen liegt allerdings ein steiles Schneefeld, das zumindest mir beim ersten Anblick die Stirn runzeln und den kalten Schweiß ausbrechen lässt. Darüber müssen wir heute noch gelangen? Das wird aber eine ziemlich große Herausforderung werden. Wir besprechen uns und kommen zum Schluss, dass wir wohl oder übel all unser Gepäck schon jetzt das erste Mal komplett tragen müssen. Wir wollen versuchen, durch den tiefen Schnee weiter unten zur Treppe zu gelangen. Es gäbe zwar auch weiter oberhalb eine Möglichkeit, da aber würden mich keine zehn Pferde ohne Seil und Klettergurt her bekommen, da mache ich mir schon beim Anblick fast in die Hose.

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Wir versuchen es also und queren ohne Ski und mit unseren schweren Rucksäcken bepackt in das Schneefeld hinein. Mir wird mulmig, wenn ich nach links in den Abgrund weit unter mir blicke. Wow, das ist mal ein echtes Abenteuer hier. Zum Glück gehen Chris und Gitti vor, beide haben zusammen schon zahlreiche fordernde Hochtouren in den Alpen gemacht, sie wissen also, was sie tun und können auch die Risiken am Berg gut einschätzen und abwägen. Wir kämpfen uns voran, auf halber Strecke erwartet uns ein kleiner Baum, der uns ein wenig Halt gibt. Ich bin echt froh, dass die beiden Berggänger voran gehen, ich mit meiner Höhenangst und der mangelnden alpinen Erfahrung würde mir das sichere Vorangehen hier nicht zutrauen. Chris nimmt die Lage genau in Augenschein und wirkt zunehmend ratlos. Wir haben uns scheinbar in eine Sackgasse manövriert, denn hinter dem Baum fällt das Schneefeld noch steiler ab. Beim Gedanken daran dreht sich mir beinahe der Magen um. In der Planung hörte sich das alles ganz einfach an. Wir laufen dort bis zur Anhöhe und nehmen dann die Holztreppe. An deren Fuß befindet sich oberhalb der Wasserlinie eine Art Tunneleingang, in dem wir bequem biwakieren können, alles überhaupt kein Problem hieß es da, schließlich hat es Martin genau so schon einmal gemacht. Klang einleuchtend und richtig, die Realität vor Ort lässt mich aber gerade erschaudern, die Gegebenheiten haben sich anscheinend seit Martins letzter Tour hier zu unseren Ungunsten verändert.

Die Vorzeichen sind nicht gut

Wir ziehen uns laut fluchend wieder zurück auf die Anhöhe. Der Schnee reicht oftmals bis weit über die Hüfte, die Kraxelei durch den tiefen Schnee kostet insbesondere bei mir einiges an Kraft. Was für eine Scheiße gleich am ersten Tag der Tour.

So hatten wir uns alle das nicht vorgestellt. Besonders Martin ist ein wenig ratlos, er war ja schon hier, und da gelang der Übertritt auf die Treppe völlig problemlos. Heuer sind aber auch die Schneeverhältnisse völlig anders und wir haben so jetzt am späten Nachmittag des ersten Tages schon das erste größere Problem an der Backe. Wir müssen uns nun also einen anderen Plan ausdenken. Direkt den steilen Hang ohne die Treppe zu nehmen erscheint uns dabei als viel zu gefährlich. Wir haben Angst eine Lawine auszulösen. Uns bleibt also nur übrig, uns von etwas oberhalb aus gut gesichert und mit Eispickel in der Hand einzeln abzuseilen. Dazu noch das große Gepäck, sprich jeder müsste mindestens zwei Mal gehen.

Wir haben keine andere Wahl, ansonsten können wir gleich hier umdrehen und wieder nach Hause fahren. Die Anspannung steigt, die lockeren Sprüche von heute Mittag sind verschwunden. Also los, auch die Zeit sitzt uns mittlerweile etwas im Nacken, wenn wir es bis zum Sonnenuntergang bis zur Treppe bzw. zum Biwakplatz schaffen wollen, dann müssen wir langsam loslegen, auch wenn mir bei der Sache nicht wirklich wohl ist. Chris und Gitti bilden dabei die Vorhut, sie haben die meiste Erfahrung und suchen direkt nach einer Möglichkeit zur Sicherung. Vom Bau des Staudammes befindet sich zum Glück noch fest verankert eine Stahlöse in einem Felsen, der hier aus dem Schnee herausragt.

Chris steigt mit einem Eispickel in der Hand in den Hang ein und bahnt sich den Weg hinüber zur Treppe. Es geht ganz gut, lediglich die letzten drei bis vier Meter sind so steil, dass man sich dort mit dem Eispickel zusätzlich sichern muss. Ich will gar nicht daran denken, was mich gleich erwarten wird, da heißt es dann wirklich die Arschbacken zusammen zu kneifen. Zügig und schnell erreicht Chris die Treppe, ein Anfang ist gemacht. Er lädt die erste Fuhre Gepäck ab und wartet dort auf mich. Gleich bin ich dran, wohl oder übel muss ich da jetzt drüber. Es kostet mich einiges  an Überwindung, ich blende die Gefahr und das Kopfkino einfach aus, fokussiere mich auf die Aufgabe. Mit viel Mut und dem Eispickel in der Hand gelingt auch mir der Übertritt. Wir beschließen, dass Chris wieder zurück geht und nach und nach das Gepäck herüber bringt, er ist einfach viel sicherer als ich in diesem Gelände unterwegs. Gitti wird ihn dabei sichern, Martin ihm das Gepäck anreichen und ich dann in Empfang nehmen. Soweit der Plan und es funktioniert auch ganz gut.

Auch Martin soll dann zu mir auf die Treppe kommen. Zweimal zögert er und geht zurück, der wegrutschende Schnee unter seinen Füßen ist ihm nicht geheuer. Im dritten Anlauf nimmt er all seinen Mut zusammen und schafft es auch herüber. Nun übernehmen wir beide die Aufgabe, das Gepäck, welches sich mittlerweile auf der schmalen Treppe stapelt, hinunter zu unserem Lagerort für die Nacht zu bringen. Wie Sherpas steigen wir einige Male die gut einhundert Meter lange und viele Höhenmeter hohe Treppe ab und wieder auf. Zwischendurch müssen wir sie auch noch mit der Schneeschaufel von hüfthohem Schnee befreien, der uns den Weg versperrt. Was für eine Plackerei!

Wir sind langsam ziemlich kaputt und es fängt allmählich an zu dämmern. Nach und nach hat Chris alles herüber geschafft, jetzt müssen wir nur noch Gitti nachholen. Das gelingt auch ohne Probleme, obwohl die Trittspur mittlerweile kaum noch Halt bietet und ziemlich rutschig geworden ist. Als wir dann zu viert ein letztes Mal die Treppe hinab steigen, sind wir alle fertig. Diese Aktion hat mehr Kraft und Willen gekostet als gedacht. Wir wissen alle, dass da noch einige Aufgaben auf uns warten, aber dass der Einstieg so schwierig werden würde, damit haben wir überhaupt nicht gerechnet. Insgeheim hoffe ich, dass das heute kein schlechtes Vorzeichen ist, ich will ja nicht unken, irgendwie schwant mir, dass da noch einiges auf uns warten wird.

 

Wir richten uns an der Biwakstelle für die Nacht ein. Es ist eine Art Tunneleingang aus Beton direkt neben der Staumauer, etwa fünf Meter im Durchmesser, nach zehn Metern im Berg kommt dann eine dicke LKW Plane, die den weiteren Weg in den Berg versperrt. Vermutlich ist es ein Versorgungs- oder Zugangsschacht zu dem im Berg verborgenen Tunnelsystem, das zum Staudamm gehört. Für uns ist es hier ideal, es bietet einen sicheren Schutz vor den Elementen und einen grandiosen Ausblick auf den Stausee im Mondlicht. Aber dafür haben wir kaum noch Energie, wir wollen nur noch etwas essen und in die warmen Daunenschlafsäcke kriechen, wir müssen uns erholen und schlafen, morgen früh wartet allem Augenschein nach die nächste große Herausforderung auf uns, soweit haben wir das in der Dämmerung schon erahnen können. Aber darüber möchte ich jetzt besser nicht mehr nachdenken, was für ein erster Tag!

Es soll nach Norden gehen, die erste mehrtägige Wanderung in Skandinavien steht an. Lange hat man davon geträumt, nun ist es bald endlich soweit. Aber wie plane ich so eine Tour als Anfänger? Was muss ich beachten? Wie wähle ich das passende Wandergebiet aus und was muss auf einer solchen Tour immer unbedingt mit? Auf zwei Seiten in der aktuellen Ausgabe des Nordis-Magazins berichte ich über diese Dinge. Viel Spaß beim Lesen!

Hier geht es zum vollständigen Artikel als PDF Datei Nordis

In der aktuellen Ausgabe des Outdoor Magazins berichte ich in einer kleinen Beilage von meinen Erlebnissen bei den 24 Stunden von Bayern. Wie ergeht es einem auf einer solchen Wanderung und welche Gedanken schießen einem durch den Kopf, wenn man sich zu dieser Wanderung anmeldet? Ich freue mich schon jetzt wieder auf die Neuauflage 2016 im Karwendel, dass werden garantiert wieder 24 wunderbare Stunden an der frischen Luft. Hier geht es zum vollständigen Beitrag als PDF Datei

 

Puh, eine ziemlich lange Zeit ist vergangen, seitdem ich mich hier zuletzt gemeldet habe. Genauer gesagt an Weihnachten habe ich davon berichtet, was gerade so hinter mir lag und euch allen einen guten Start ins neue Jahr gewünscht. Kurz drauf bin ich dann nach Dänemark entschwunden, um dort den Jahreswechsel in trauter Zweisamkeit bei einer langen Wanderung immer entlang der Küste von Klitmøller bis nach Hirtshals zu verbringen. Und was soll ich sagen, diese Tour war eine der schönsten überhaupt.

Ohne einen großen Plan zu haben sind wir einfach losgezogen und haben uns die salzige Meeresluft um die Nase wehen lassen. Die Tage waren kurz und die Luft frisch, wir genossen die Ruhe an den menschenleeren Stränden in vollen Zügen. Ich kann mir fast nichts Schöneres vorstellen, als zu dieser Zeit im Jahr an den weiten Stränden Nordjyllands wandernd zu verbringen. Die Naturlagerplätze in Dänemark sind für solch ein Vorhaben einfach unschlagbar, nur die Wasserversorgung war etwas schwieriger, die öffentlichen Wasserhähne ob des winterlichen Frostes durchweg geschlossen, aber wir konnten stets auf die Hilfe der gastfreundlichen Dänen zählen.

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Der Silvestermorgen begrüßte uns dann zum Abschluss dieses turbulenten Jahres mit einem Sonnenaufgang, wie ich ihn so in dieser Form erst ganz selten erleben durfte. Der Himmel um uns herum war vollkommen in zarte Rot- und Rosatöne getaucht, eine eiskalte Brise umwehte unser Zelt und wiegte den Strandhafer sanft hin und her. Der Ausblick auf den Vogelfelsen Bulbjerg in zwei Kilometern Entfernung und vor dieser Kulisse machte den Morgen einfach perfekt. Uns jedenfalls stand vor lauter Staunen der Mund offen, wir konnten unser Glück kaum fassen.

Ruhe und Erholung pur in Jylland

Weiter ging es über Torup-Strand, wo die Fischer mit ihren großen Booten direkt vom Stand aus auf Fangfahrt gehen, weiter nach Løkken. In dieser Hochburg des Tourismus quartierten wir uns bei einer älteren Dame in einem kleinen Bed & Breakfast ein und genossen die Ruhe am Strand und auf der Mole, von der aus wir lange den Lauf der Sonne bis zu ihrem Untergang am Horizont verfolgten. Der perfekte Start ins neue Jahr.

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Von Løkken aus ging es weiter nordwärts, wir hatten wieder den ganzen Strand für uns allein, nur das Rauschen der Wellen und der Wind begleiteten uns. Ein paar Möwen schauten hin und wieder nach uns, kleine Vögel flitzen manchmal im Stakkato-Schritt über den Stand auf der Suche nach Leckereien, die sie dann aus dem feuchten Sand pickten. Selten habe ich eine Wanderung so genossen wie diese, wir ließen uns treiben, immer entlang der Küste.

Ruhe, Stille und die Elemente um uns herum luden die leeren Akkus wieder voll auf, nachts schliefen wir wie die Murmeltiere einen langen erholsamen Schlaf in unserem Zelt. Wann schläft man normalerweise schon einmal zwölf Stunden am Stück? Und so verbrachten wir eine entspannte Zeit im Norden Dänemarks, passierten den in einer riesigen Wanderdüne gefangenen ehemaligen Leuchtturm Rubjerg Knude, wärmten uns in kleinen gemütlichen Cafés auf und schlugen uns dort den Bauch voll mit leckerem Kuchen. Die Wanderung hätte von uns aus für immer so weiter gehen können. Nicht weiter sagen, aber Dänemark über den Jahreswechsel ist einfach traumhaft schön, wir kommen ganz sicher wieder, versprochen.

Kindheitsträume werden wahr – ein Vortrag im Westfalenstadion

Zurück in Deutschland ging es dann mit vollen Akkus wieder los, die ersten Vorträge standen alsbald schon wieder auf dem Programm. Ein absolutes Highlight dabei war der Abend im Dortmunder Westfalenstadion, der Heimstätte meines geliebten Ballspielvereins Borussia. Auf Einladung der BVB-Fanabteilung durfte ich im Presseraum von meiner Wanderung berichten.

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Während des Vortrags saß ich auf dem Stuhl, auf dem ansonsten nach den Heimspielen die Trainer der Borussia Platz nehmen und den Journalisten Rede und Antwort stehen. Wenn ich daran zurückdenke, bekomme ich sofort wieder eine Gänsehaut, was für ein Erlebnis und was für ein Abend, dieses Erlebnis wird noch sehr lange nachhallen und ich werde diesen Vortrag mein ganzes Leben lang nicht vergessen.

Der Ruf der Wildnis – auf nach Grönland, oder nicht?

Der Start ins neue Jahr steht aber auch ganz im Zeichen der Vorbereitung auf ein neues Abenteuer. Zusammen mit meinen Kumpels Chris und Martin war ich ja im Oktober in Norwegen, gemeinsam haben wir den Hardangerjøkulen umrundet und eine unfassbar gute Zeit gehabt. Diese Tour war nicht nur ein großartiges Erlebnis, nein wir wollten auch ausprobieren, ob wir als Gruppe zusammen funktionieren und harmonieren. Im Hinterkopf spukte uns eine Tour in Grönland, die wir lose für den März ins Auge gefasst hatten. Die Tour in Norwegen lief bekanntlich bestens, wir verstanden uns super und es war schnell klar, dass wir die Tour in Grönland mit Ski und Pulkaschlitten definitiv machen wollten. Auch wollte Martin diese Tour nutzen, um dort sein photographisches Buchprojekt „Mein Norden“ zu einem spektakulären Abschluss zu bringen.

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Nun also ging es richtig los mit der konkreten Planung für Grönland. Es sollte in den Süden der gigantisch großen Insel gehen, genauer gesagt in den kleinen Ort Narsarsuaq. Dort landete einst Erik der Rote und gründete mit Brattahlíð die erste Wikingersiedlung Grönlands.

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Von dort aus wollten wir eine 20-tägige Wintertour unternehmen, die uns bis an den Rande des Inlandeises führen sollte. Die Besteigung des einen oder anderen Nunataks, der aus dem Eis emporragenden Berge, war ebenso geplant wie die Abbrüche einiger Gletscherzungen aus der Nähe zu betrachten. Viele Stunden Planung am Schreibtisch gingen ins Land, die Ausrüstung musste organisiert und gesichtet werden, die Logistik geplant werden. Alles fügte sich zu einem stimmigen Gesamtbild, die Tour versprach ein wunderbares Abenteuer zu werden.

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Alles war geplant und die Vorfreude stieg von Tag zu Tag, ein Fernweh machte sich breit, das alsbald in der weißen Weite des arktischen Nordens gestillt werden sollte. Die Tage bis zur Tour wurden weniger und unsere Sorgen leider immer größer. Der Blick auf die Wetterbedingungen in der Gegend von Narsarsuaq verhieß nichts Gutes, es wollte einfach nicht genug Schnee fallen, um dort eine Skitour zu machen. Der Fjord dort ist zugefroren und es herrschen auch durchaus winterliche Minusgrade, aber das Klima scheint derzeit einfach zu trocken zu sein, als dass dort genügend Schnee fiele. Umso näher der Abflug rückte, umso mehr mussten wir der äußerst unangenehmen Tatsache ins Auge blicken: Eine Skitour dort wird einfach nicht möglich sein!

Wir haben hin und her diskutiert, haben Alternativen geplant und wieder verworfen, unzählige Male vor Ort nach den Verhältnissen gefragt – aber irgendwann stand fest: Eine Reise nach Grönland unter diesen unguten Vorzeichen macht für uns einfach keinen Sinn! Was für eine Enttäuschung! Kein Schnee in Grönland – ein Treppenwitz unserer ganz persönlichen Abenteuergeschichte. Insbesondere bei Martin sitzt der Stachel sehr tief, hat ihm doch Grönland zum zweiten Male in kurzer Zeit die Möglichkeit auf eine Tour versagt. War es bei ersten Mal noch die Fluggesellschaft, die ihm einen Strich durch die Rechnung gemacht hat, so ist es nun das unberechenbare Wetter. Aber was soll man machen? Gegen die Natur hat man einfach keine Chance, das musste ich ja im letzten Jahr schon einmal auf die eher unsanfte Tour am eigenen Leibe erfahren.

Weiter, immer weiter

Nachdem wir die Enttäuschung nun einigermaßen verarbeitet hatten, hieß es schnell wieder nach vorne blicken. Schnell kam uns beim Blick auf die Landkarte natürlich Norwegen in den Sinn. Dort kennen wir uns aus, die Verhältnisse scheinen derzeit super zu sein und mit einer Überquerung des größten Gletschers des Landes, dem Jostedalsbreen, rückte auch gleich eine adäquate Ersatztour in unseren Fokus. Aber was heißt hier eigentlich Ersatztour? Die Tour an sich ist ein norwegischer Winterklassiker, den „Josten på langs“ zu überqueren eine absolute Traumtour, von der viele träumen, die im winterlichen Norden unterwegs sind.

Schnell war der Plan fix, die Rahmenbedingungen abgeklopft und die Anreise sowie die Ausrüstung organisiert. Nun brechen wir also am nächsten Donnerstag auf, über Hirtshals fahren wir per Fähre am Freitag nach Norwegen. Mit dem Auto geht es dann weiter nordwärts bis in den kleinen Ort Pollfoss, der an der Straße zwischen den spektakulären Wandergebieten Tafjordfjella und Breheimen liegt. Von dort geht es los in ein neues Abenteuer, auf das wir uns nun unglaublich freuen. Unser Fernweh hat in diesem Frühjahr einige Höhen und Tiefen durchgemacht, aber nun schauen wir nach vorn, wir nehmen die Herausforderung an und machen das Beste daraus. Wer weiß wofür das alles gut ist, die nordischen Götter haben für dieses Jahr einfach etwas anderes mit uns vor. Wie auch immer, zwei Dinge hat mich der Norden gelehrt: Det ordner seg und ut på tur – aldri sur!

 In diesem Sinne, der Norden ruft und wir sind bereit für eine hoffentlich wunderbare Ostertour!

 Wer mit uns auf Påsketour gehen möchte, der kann dies gerne auf facebook oder bei Instagram machen, wir werden dort von Zeit zu Zeit berichten, was wir auf Tour erleben.

Was für ein Jahr 2015! Wie so viele andere auch bin ich zu Weihnachten in die Heimat aufgebrochen. Es ist ein tolles Gefühl, wenn man von der Autobahn an der wohlbekannten Ausfahrt den Blinker setzt und sich umgehend so ein behagliches Gefühl einstellt, nach Hause zu kommen. Mindestens einmal im Jahr fühlt es sich dann noch schöner an, denn dann ist Weihnachten und daheim wird man schon von der Familie freudig erwartet. Und so bin ich heute auch wieder im schönen Iserlohn gelandet und freue mich, die Familie, Freunde und viele bekannte Gesichter zu sehen. Daheim zur Ruhe kommen, dass sollte man wohl zu dieser Zeit im Jahr.
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Norge på langs im Winter – ein Versuch

Dieses Jahr war in der Rückschau betrachtet ein einziger Wahnsinn! Zur selben Jahr im letzten Jahr kam ich nach Hause und wir waren kurz davor, in unsere neues Norge på langs Abenteuer durch das winterliche Norwegen zu starten. Leider hat uns das Wetter ja einen Strich durch die Rechnung gemacht, aber hei, es war dennoch eine unglaublich intensives und kräftezehrende Zeit, die sich nachhaltig in meine Gedanken eingebrannt hat! Was für ein Wahnsinn, dem man sich mit einer solchen Tour stellt! Wird sind mit vielen neuen Erfahrungen und Erinnerungen im Gepäck wieder nach Hause gekommen, die wir niemals im Leben mehr vergessen werden!

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Mein eigenes Buch! Der Wahnsinn!

Danach ging es sofort weiter mit den letzten Arbeiten an meinem Buch, welches  dann Mitte Juli erschienen ist. Unglaublich lange habe ich daran gesessen, das Buch neben den Vorbereitungen für die Wintertour auf elektronisches Papier zu bringen und zusammen mit meiner Lektorin zu entwickeln und zu schreiben.

Oft habe ich gezweifelt, war dem Wahnsinn ob der vielen Arbeit nahe und unsicher, wie das Buch letztendlich ankommen wird. Nicht umsonst habe ich bis fast ganz zuletzt gewartet, bis ich euch mitgeteilt habe, dass es das Buch tatsächlich geben wird. Zu groß war meine Unsicherheit, wie euch den Lesern das Buch gefallen wird. Ich wollte mir nicht mehr Druck machen, als den, den ich mir selbst mache, denn der war schon groß genug.

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Aber alle meine Erwartungen und Hoffnungen rund um „Norwegen der Länge nach“ wurden mehr als nur übertroffen! Vom ersten Tag an habe ich unfassbar viele positive und wirklich schöne Rückmeldungen von euch bekommen, bei denen ich mehr als nur einmal die ein oder andere Träne verdrückt habe! Mit all dem hatte ich überhaupt nicht gerechnet und umso mehr freue ich mich, dass es euch allen so gut gefällt!

Es klingt doof, platt und vielleicht auch ein wenig kitschig, aber diese Rückmeldungen sind der eigentliche Lohn für die vielen Tage am Schreibtisch und machen mich auch ein wenig stolz! Ich habe tatsächlich ein Buch geschrieben, dass bei euch ganz gut ankommt! Wenn das einige von meinen ehemaligen Lehrern wüssten, sie würden sich wohl an den Kopf fassen und aus dem Kopfschütteln nicht mehr heraus kommen! Und hei, wisst ihr was? Die zweite Auflage bekommt demnächst Zuwachs 😉

Die Vorträge! Des Wahnsinns fette Beute!

Wenn ich schon den ganzen Trubel nach erscheinen des Buches total unterschätzt habe, dem kann ich bloß sagen, dass das gar nichts im Vergleich gegenüber den Vorträgen ist, die ich bisher halten durfte! Der erste Vortrag bei Geobuch in München war ein riesiger Erfolg, obwohl ich mir vorher fast in die Hosen gemacht habe. Es waren ungefähr 70 Leute in der Buchhandlung und haben diese Weltpremiere scheinbar begeistert verfolgt.

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Mein Versuch, mit selbstgebackenen Zimtschnecken vorab für gut Wetter zu sorgen, war eigentlich unnötig, so die einhellige Meinung hinterher! Aber Wort ist Wort, und die Zimtschnecken haben auch ganz wunderbar geschmeckt und kamen fast noch besser als der Vortrag an 😉 Ganz besonders gefreut habe ich mich darüber, das bei dem Vortrag so viele Leute da waren, die mich vor, während und nach der Tour 2013 begleitet haben und unfassbar viel für mich getan haben, das war einfach nur schön und hat mich total gerührt!

Eine unglaublich schöne Woche in Norwegen

Direkt nach dem Vortrag ging es dann am nächsten Morgen zurück nach Norwegen, um mich dort mit meinen Kumpels Chris und Martin an einer Überschreitung und Umrundung des Hardangerjøkulens zu versuchen. Und was soll ich sagen, es war eine der schönsten Wochen, die ich bisher in Norwegen auf Tour erleben durfte! Ich denke, die Bilder von Martin sagen mehr als tausend Worte! Was für eine Tour! Der absolute Oberhammer!

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Zurück in Deutschland ging es direkt weiter mit den nächsten Vorträgen. Beim zweiten Vortrag, wieder in München beim dortigen Globetrotter Vortragsfestival, fand ich mich in einem großen Kinosaal wieder. Das Festival wurde mit einem Plakat beworben, dass das Foto meines Buchcovers zierte, was für eine Ehre! Überall im Kino und im Globetrotter konnte ich mich in allen möglichen Größen und Varianten wiederfinden und entdecken! Wie krass ist das denn bitte?

Ich war im Leben noch nie so eingeschüchtert wie dort! Die Leinwand im Saal war einfach riesig groß und seinen eigenen Kopf dort im Selfie-Stil auf meinen Fotos zu sehen, war mehr als nur gewöhnungsbedürftig! Der Saal war aus der Sicht von vorn unglaublich groß und füllte sich beinahe bis auf den letzten Platz!

Total aufgeregt! Jedesmal wieder!

Mir schlug das Herz bis zum Hals, aber ich habe es überlebt und es war einfach nur richtig schön, den Zuhörern von meiner Wanderung zu berichten! Der Vortrag kam super an, es waren sogar einige Gäste extra aus Frankfurt zu meinem Vortrag angereist! So cool! Ich war auf dem Rückweg total geflasht, was für ein Abend!

Danach gab es dann einen Vortrag, den ich bei mir zu Hause bei der örtlichen Kolpingsfamilie halten durfte. Eine richtig große Sache für mich, bin ich doch quasi mit der Gemeinschaft der Kolpingsfamilie groß geworden und war dort lange Jahre selbst als Gruppenleiter tätig. Im Saal fanden sich dann auch viele, viele Leute wieder, beinahe jeden kannte ich schon lange persönlich, einige davon schon mein ganzes Leben.

Das ich aufgeregt gewesen wäre, wäre total untertrieben gewesen! Leider hatte ich kein EKG oder Pulsmesser am Start, aber die Kurven wären ganz sicher mehr als nur krass gewesen! Ich glaube in meinem ganzen Leben war ich noch nie so aufgeregt, einfach unglaublich! Wer hätte im Leben einmal gedacht, dass ich dort einen Vortrag halten dürfte? Ich glaube von den anwesenden Personen kein einziger, hätte man sie vor einigen Jahren danach gefragt!

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Auch die Vorträge danach in Hamburg, Ascheffel und Dresden waren sehr aufregend und richtig gut, allesamt waren sie ausverkauft und den Leuten schien es sehr gefallen zu haben! Ich jedenfalls war hin und weg, im neuen Jahr geht es weiter, die Tour wird fortgesetzt (das wollte ich schon immer mal schreiben)!

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Zeit zum Verarbeiten

Jetzt aber ist es Zeit daran, einmal den Gang heraus zu nehmen um ein paar Tage lang inne zu halten. Erst jetzt fange ich langsam an zu begreifen, was ich da für eine Tour gemacht habe und wie sehr diese mein ganzes Leben auf den Kopf gestellt hat! Ich bin für alles einfach nur dankbar, es ist so schön, dass ich die Chance dazu hatte und ich meine Erlebnisse mit euch teilen darf!

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Nach Weihnachten geht es dann für ein paar Tage nach Dänemark, um dort dem Jahreswechsel wandernd entgegen zu wandern und gemütlich im Zelt zu verbringen. Ich freue mich schon sehr darauf, einmal das Hirn zu lüften und mich einfach mal so richtig von der salzigen Meeresluft durchpusten zu lassen!

Cause love is free and life is cheep,
and as long as I’ve got me a place to sleep,
some clothes on my back and some food to eat,
then I can’t ask for anything more!

In diesem Sinne, ich schenke mir jetzt mal ein leckeres Getränk ein und höre mir ein paar Mal mein Lieblingsweihnachtslied an! Ich wünsche euch allen ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest im Kreise eurer Lieben! Lasst es euch gut gehen! Tusen takk for meg! Was für ein Jahr 2015!

In der Dortmunder Ausgabe der Ruhr Nachrichten vom 7. Dezember wird in der Rubrik „Lesestoff“ über mein Buch berichtet. Was für eine tolle Sache, befinde ich mich doch auf dieser Zeitungsseite in bester Gesellschaft! Es freut mich sehr, dass das Buch dort so positiv besprochen wird!

Das war die ganz große Freiheit: Der gebürtige Dortmunder Simon Michalowicz ist 3000 Kilometer durch Skandinavien gewandert. Und er hat das Buch „Norwegen der Länge nach“ darüber geschrieben, das so spannend ist wie ein Krimi und das man nicht mehr aus der Hand legen mag.

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Die letzten Wochen waren ziemlich ereignisreich. Seitdem mein Buch „Norwegen der Länge nach“ erschienen ist, geht es richtig rund, wie man so schön sagt. Die viele Arbeit am Buch scheint sich aber durchweg auszuzahlen. Die Rückmeldungen, die ich bisher bekommen habe, lassen mich ein ums andere Mal staunen.

Da sind zum einen die zahlreichen und überaus positiven Rezension und Besprechungen auf unterschiedlichsten Blogs, die mir ein jedes Mal ein großes Grinsen ins Gesicht zaubern, und zum anderen natürlich aber insbesondere die Nachrichten, E-Mails und das Feedback in persönlichen Gesprächen, die mich einfach nur stolz und oft auch einfach baff machen.

Niemals hätte ich damit gerechnet, wie groß die Resonanz sein würde. Manchmal muss ich mich echt kneifen, wer hätte das bloß gedacht, als ich am 27. Mai 2013 am Kap Lindesnes zu meinem großen Abenteuer aufgebrochen bin? Ich glaube, niemand hätte das so voraussehen können oder hätte im Traum daran gedacht.

Heute in der Nacht bin ich endlich mit Ihnen zusammen am Nordkap angekommen. Da war ich noch nie und ich habe die Kopfreise mit Ihnen genossen. Vor allen Dingen, wenn es Ihnen zu kalt wurde, kuschelte ich mich fest unter mein Federbett. Ich bin bis 2008 viel gewandert, habe Fahrradtouren gemacht. Das Gefühl, nicht zu wissen, wo man übernachten wird, kenne ich auch. Und dass man sich fragt: Mensch, was tue ich mir hier an? Ich bin jetzt mit 83 Jahren ziemlich gehbehindert und herzkrank , aber ich bin unerhört froh, dass ich so viele verrückte Wanderungen und Radtouren gemacht habe. In 5 Kontinenten und immer allein. Deshalb beglückwünsche ich Sie zu Ihrem Unternehmungsgeist und dass Sie nicht warten, bis jemand mit Ihnen geht. Nur die Raben fliegen in Schwärmen, der Adler kreist allein.
Keep it up, dann müssen Sie im hohen Alter nicht jammern: ach hätt ich doch!

(Maria, 83, aus Tirol)

In der Woche, als das Buch erschien, war ich unglaublich aufgeregt und total gespannt darauf, wie das ganze Prozedere rund um die Veröffentlichung so abläuft. Kurz vorher bekam ich zwei Exemplare vorab und der Moment, diese beiden Bücher das erste Mal in der Hand zu halten war einfach unglaublich! Da arbeitet man beinahe ein Jahr darauf hin und dann hält man das Resultat endlich in den Händen. Man bestaunt es, streicht ganz vorsichtig drüber und schaut es sich dann erst einmal aus allen Ecken und Perspektiven an.

Das Buch ist endlich da!

Dann schlug ich es zum ersten Mal auf und blätterte mit offenem Mund staunend durch die einzelnen Seiten. Das Buch in PDF Form zu lesen ist eine Sache, aber so oldschool in analoger gedruckter Form, das ist dann doch etwas ganz anderes. Ein unbezahlbarer Moment! Natürlich musste ich es sofort allen zeigen und ich war ziemlich neugierig darauf, wie denn wohl die Reaktionen darauf sind. Und die waren, wie oben schon kurz angedeutet, der helle Wahnsinn! Mit all diesen positiven Rückmeldungen hätte ich niemals gerechnet.

Ganz besonders habe ich mich dabei über ein Video gefreut, dass mir mein Kumpel Martin aus Umbukta im Norden Norwegens von seiner NPL Tour zugesandt hat. Er musste ja seine Norge på langs Wanderung 2013 leider aus gesundheitlichen Gründen stoppen, aber er hat sich in diesem Jahr erneut aufgemacht, um seinen Traum vom Nordkap zu komplettieren. Am 28. August hat er es dann tatsächlich geschafft, er stand am Nordkap!

Ich glaube es war zwei Tage nach dem Erscheinen, als ich das Buch dann zum ersten Mal hier in Tübingen in der Buchhandlung quasi besucht und in einem Geschäft gesehen habe. In der Osiander-Buchhandlung hier bei mir in der Nähe ging ich aufgeregt in die Abteilung mit der Reiseliteratur und schaute mich um, ob das Buch hier schon im Regal angeboten wird. Und das wurde es! Es müssen so um die acht oder neun Exemplare gewesen sein, die mich dort direkt sehr prominent präsentiert in einem Regal in bester Gesellschaft andere Autoren empfingen. Das Gefühl kann man wirklich schwer in Worte fassen, es war der Hammer!

Ich ging also zum Regal, machte einige verstohlene Fotos mit dem Handy und musste einfach bei der netten Verkäuferin nachfragen, wie das Buch ankommt. Norwegen sei immer ein großes Thema erzählte sie, aber das Buch hätten sie gerade erst ins Regal gestellt, von daher wäre es wohl noch etwas früh, da etwas zu sagen. Wir kamen ins Gespräch und unterhielten uns eine ganze Weile, wie es zum Buch gekommen war und auch kurz über meine Reise. Sie nahm das Buch aber direkt mit, um es daheim zu lesen und sich einen Eindruck davon zu machen. Und was soll ich sagen, der Eindruck scheint gut zu sein!

imOsiander

Weiter ging es am Tag darauf nach München zum Sommerfest des Piper Verlags. Zusammen mit meiner lieben Freundin Johanna war ich dort eingeladen, um einfach einen schönen Abend zu verbringen und mit all den anderen Autoren ein wenig anzustoßen. Wir wurden jeder vom Verleger persönlich begrüßt, ich fand mich in einer gediegenen Welt wieder, die ich ansonsten nur vom Hörensagen kenne.

Ereignisreiche Tage

An dem Abend war es unglaublich warm, aber im Garten der Villa in Schwabing ließ es sich gut aushalten und wir hatten eine wunderbare Zeit, ich konnte mich mit vielen spannenden Leuten vom Verlag und anderen Autoren unterhalten. Es war wirklich schön dort auf dem Sommerfest, aber wenn man mich fragen würde, ich würde dennoch immer sofort die Einsamkeit und Weite des norwegischen Fjells dem roten Teppich vorziehen.

SommerfestPiper

Am nächsten Tag ging es ganz früh weiter zur Outdoor-Show nach Friedrichshafen am Bodensee, Europas größter Messe für alles rund ums Draußensein. Auch hier hatte ich das Buch im Gepäck und habe es einigen Leuten stolz überreicht, die mich auf meinen bisherigen Reisen so toll und unkompliziert unterstützt haben! Vielen Dank für eure Unterstützung!

Ich habe die ersten Kapitel deines Buches gelesen und es hat mich berührt wie du schreibst.

Es hat mich sehr an meine erste Reise erinnert  als ich alleine die Tour de France nachgefahren bin.

Die Momente allein zu sein, die Freunde feiern einen als Helden, und man selbst denkt man ist der größte Volltrottel auf Erden sich auf ein solches Projekt eingelassen zu haben.

Auf der abendlichen Party haben wir das Buch dann standesgemäß gefeiert! Was für eine Woche!

Und sonst so?

Seit diesen Tagen ist nun auch schon eine Weile vergangen, aber Langeweile kam währenddessen überhaupt nicht auf. Ich bin in Tübingen umgezogen und kann nun diesem grandiosen Ausblick von meinem Fenster aus genießen.

TübingenAUssicht

Und auch die Berichterstattung über das Buch nimmt sehr an Fahrt auf, wie dieser Beitrag hier im Nordis Magazin deutlich zeigt. Es scheint den Leuten also zu gefallen!

NordisMagazin

Es gibt so viele tolle Nachrichten und E-Mails, die ich bisher bekommen habe und nun unglaublich gerne nach und nach abarbeite. So doof es sich anhört, aber der Lohn für die viele Zeit am Schreibtisch sind genau diese Worte und Zeilen, die mich in diesen Tagen so zahlreich erreichen, und ich freue mich jedes Mal aufs Neue, wenn ich sie lese und die Leute mir berichten, wie sehr ihnen das Buch gefällt und wie gerne sie mit mir in Gedanken durch Norwegen gezogen sind. Und das Buch geht scheinbar auch auf Reisen, wie diese Aufnahme von Florian am Nordkap beweist, die mich dieser Tage erreichte:

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Der Schreibtisch hat mich mittlerweile beinahe wieder fest in der Hand, gilt es doch die für den Herbst anstehenden ersten Vorträge vorzubereiten. Ich freue mich wahnsinnig darauf, persönlich von meinem Abenteuer zu berichten, es ist doch immer wieder schön, die direkte Reaktion des anderen zu sehen und ich hoffe sehr, dass es mir gelingen wird, den ein oder anderen abzuholen und für einen Abend mit nach Norwegen zu entführen! Demnächst gibt es hier im Blog mehr zu den bereits feststehenden Terminen.

Es geht wieder auf Tour

Aber das Beste kommt am Schluss. In knapp fünf Wochen geht es endlich wieder für ein paar Tage nach Norwegen! Schon länger habe ich mir vorgenommen, mit meinen Kumpels Chris und Martin eine kleine spätherbstliche Tour dort zu unternehmen. Nun ist es bald soweit, die Flüge und Züge sind gebucht und die Landkarte der entsprechenden Gegend liegt schon auf meinem Schreibtisch.

Es geht nun an die Tourplanung und es macht schon wieder unendlich viel Freude, mit dem Finger über die Landkarte zu fahren und sich die Gegend vor dem inneren Auge in Erinnerung zu rufen, die ich noch gut von meiner ersten Wanderung im norwegischen Fjell kenne. Unser Plan sieht heuer vor, den Hardangerjøkulen Gletscher von Finse aus zu umrunden.

Wir wollen unterwegs die DNT Pfade ein wenig verlassen und uns auch, sofern möglich, dem Gletscher nähern und ein wenig überqueren. Ein mögliches Ziel ist dabei die wunderschön am Gletscher gelegene Demmevasshytta und der im letzten Jahr komplett von einem auf den anderen Tag leegelaufene Demmevatn. Wir werden sehen, was uns das Wetter anbieten wird, aber es wird ganz sicher ein kleines Abenteuer, auf das ich mit jetzt schon sehr freue.

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Ihr seht, momentan ist viel los und der Herbst mit all diesen tollen Gelegenheiten und Möglichkeiten wirft seinen großen Schatten voraus. Ich bin sehr gespannt darauf, was mich da erwartet, ob es nun bei den Vorträgen sein wird, auf dem Gletscher in Norwegen oder auch als E-Mail oder Nachricht zu meinem Buch in meinen Postfach! Ich freu mich drauf!

 

In der neuen Ausgabe des raus! Magazins berichte ich davon, wie es ist, auf einer Langtour unterwegs zu sein. Der Artikel schildert, warum ich auch trotz so manchem Tag mit schlechtem Wetter so gerne länger auf Tour bin und warum mir das norwegische „friluftsliv“ so gut gefällt.

Draußen in der Natur unterwegs zu sein, bereitet mir immer viel Freude, aber das Gefühl frei zu sein verstärkt sich noch um ein Vielfaches, wenn man einmal für längere Zeit das Büro gegen die Weiten des Fjells eintauscht und den Alltag hinter sich lässt. Es lohnt sich einfach immer loszuziehen, egal ob im Sommer oder im skandinavischen Winter! Ut på tur, aldri sur!

Und fabelhaften Lesestoff mit Fernweh-Garantie gibt es auch zu gewinnen! Viel Spaß beim Lesen!

Das Leben unter freiem Himmel, 140 Tage lang, 3.000 Kilometer weit. Simon Michalowicz hat Norwegen durchwandert, der Länge nach vom südlichsten Punkt am Kap Lindesnes bis zum Nordkap. In raus! berichtet er von der Besonderheit einer sommerlichen und winterlichen Langtour, faszinierenden Polarlichtmomenten und der Bedeutung, Ballast abzuwerfen.

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Es gibt großartige Nachrichten! Am 13. Juli erscheint das Buch zu meiner Norge på langs Wanderung!

Wovon ich lange geträumt habe, ist tatsächlich wahr geworden: Ich habe ein Buch über meine Tour durch Norwegen geschrieben!

Viele Leute, die meine Wanderung verfolgt haben, legten mir dies schon während und vor allem nach meiner Tour dringend ans Herz.

„Schreib doch ein Buch über die Tour! Ich würde es sofort lesen! Das interessiert doch voll viele Leute, schreib es einfach! Würde gerne alle Geschichten erfahren! Du hast doch so viele Fotos, mach doch auch einen Vortrag! Wann können wir all die Bilder sehen?“

Nach meiner Rückkehr vom Nordkap hatte ich allerdings schon genug damit zu tun, mich wieder im Alltag zurecht zu finden. Ein eigenes Buch zu schreiben war weiterhin nur ein ferner Traum.

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Aber wie es einige glückliche Zufälle so wollten, kam irgendwann tatsächlich der Piper Verlag auf mich zu und fragte an, ob ich mir vorstellen könnte, ein Buch über mein großes Abenteuer zu verfassen!

Natürlich konnte ich mir das vorstellen, allerdings kam nach der ersten Euphorie dann schnell auch so etwas wie Ernüchterung: Wie um alles in der Welt schreibt man ein Buch?

Nun, auch dieses „Problem“ ließ sich getreu meinem Wander-Mantra „det ordner seg“ schnell lösen. Mit viel Herzblut habe ich mich also seit dem letzten Sommer daran gemacht und beinahe jede frei Minute am Schreibtisch verbracht, um neben den Vorbereitungen für unsere Norge på langs Wintertour meine Geschichte aufzuschreiben.

Es war unglaublich intensiv wieder in die Tour einzutauchen, mein Tagebuch zu lesen und all die Erlebnisse und Emotionen erneut zu durchleben und dafür die passenden Worte zu finden.

Zudem ist es eine äußerst spannende Erfahrung zu erleben, wie ein Buch entsteht. Vom ersten Gespräch beim Verlag in München, über das den Inhalt und die Struktur erklärende Exposé bis hin zum eigentlichen Schreiben und der vielen Arbeit, um dem Text den richtigen Schliff zu geben.

Was es alles heißt, ein Buch zu schreiben kann man dabei tatsächlich mit einer großen Reise vergleichen. Am Anfang läuft man unsicher los, dann gewinnt man langsam an Sicherheit und zum Schluss geht man voll in der Reise auf.

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Und nun ist es bald wirklich soweit, mein Buch „Norwegen der Länge nach“ wird demnächst in den Buchhandlungen stehen. Ich freue mich unglaublich darauf, meine Erlebnisse auf diese Art und Weise mit euch zu teilen und dabei quasi auch einen Blick hinter die Kulissen meiner Wanderung zu gewähren.

Das Buch ist ein weiterer spannender Teil meiner Reise, die im Mai 2013 begann und noch lange nicht zu Ende ist.

Ein großer Dank geht an alle da draußen, die mich dabei begleitet und so wunderbar unterstützt haben, mir immer zur Seite standen und dies alles erst möglich gemacht haben!

Mal wieder sitze ich zu lange am Schreibtisch, wie so oft in den letzten Wochen. Draußen scheint die Sonne und die lauten Stimmen der Stadt wehen hinein zu mir in die Wohnung. Es gib derzeit immer viel zu tun, dieses und jenes muss erledigt werden, die Antwort auf eine wichtige E-Mail duldet keinen Aufschub mehr, ein Text benötigt noch den finalen Feinschliff, zudem müssen Bilder für einen Artikel ausgewählt werden, aber bitte ASAP, und die lästige Steuererklärung wartet ganz unten im Stapel meiner Unterlagen auch noch auf mich.

Nach unserer Tour im Winter hat mich der Alltag unerwartet schnell wieder in Beschlag genommen. Erneut blieb kaum Zeit, um das Erlebte auch nur im Ansatz zu begreifen oder zu verarbeiten. Durch das unerwartet frühe Ende der Tour musste vieles neu organisiert und umgeplant werden.

Zurück an den Schreibtisch

Die Alltagskrake hatte mich schnell wieder mit ihren unzähligen Armen fest im Griff, hat man hinter eine Sache einen Haken gemacht, kommt stets von irgendwo her etwas Neues um die Ecke, das natürlich schnell und zur Zufriedenheit aller auf Erledigung wartet.

Und Termine gibt es nun auch wieder, es gilt nicht mehr nur unterwegs zu sein, und das zu tun, was einem am meisten Spaß bereitet. Willkommen zurück im Hamsterrad, es gibt so schnell kein Entrinnen.

Auf der Rückfahrt vom Nordkap vor zwei Jahren hatte ich mir eigentlich vorgenommen, mich nicht mehr so schnell stressen zu lassen, vor allem nicht von den Banalitäten des Alltags. Man kann es ja eh nicht ändern, wenn man im Stau steht oder die Schlange an der einzig offenen Kasse im Supermarkt am Freitagnachmittag schon zurück bis in die Abteilung mit den Backwaren reicht.

Was soll’s – ich lasse mich davon nicht mehr nerven, die lange Wanderung hat mir Demut gegenüber der Uhr gelehrt, Zeit und Raum sind doch bloß Maßeinheiten, die für mich im Alltag nicht mehr gelten.

 

 

So ein Quatsch! Genau das Gegenteil ist oftmals der Fall. Die Toleranzschwelle ist in diesen Momenten schneller überschritten, als es mir lieb ist. Und warum? Ja warum bloß?

Eine schwierige Frage, aber ich glaube es hat damit zu tun, dass ich in diesen Momenten immer das Gefühl habe, meine Zeit völlig unnütz zu verschwenden. Der Alltag und dessen Hindernisse, die ja nun mal einfach dazu gehören, wenn man in einer Stadt wohnt oder mit dem Auto unterwegs ist, kommen mir manchmal wie eine einzige sinnlose Zeitverschwendung vor.

Man könnte doch jetzt seine Zeit viel besser verbringen! Man könnte die Natur genießen, an einem gluckernden Bach sitzen und kühles Wasser trinken, mit den Füßen im klaren Bergsee stehen und flache Steine flitschen lassen oder den wunderbar kitschigen Sonnenuntergang vom Zelt aus beobachten.

Kleine Fluchten

Am Schreibtisch schweife ich immer wieder ab von dem, was ich gerade eigentlich dringend zu Ende bringen muss. Ich surfe im Internet, verliere mich in wunderbaren Videos, die von faszinierenden Touren und wunderbaren Reisen berichten. Am Ende bleibe ich bei einem meiner Lieblingsmusiker hängen, die einnehmende Stimme von Sivert Høyem erklingt aus den Lautsprechern und holt mich direkt ab.

Meine Facebook-Timeline quillt derweil über vor Fernweh erweckenden Bildern und schlauen Sprüchen, die davon künden, wie einfach es ist, alles hinter sich zu lassen und eine gute Zeit zu haben.

Ich frage mich, wenn es doch wirklich so einfach ist, warum posten die Leute hier die ganze Zeit solche Dinge, anstelle wirklich ihren Job zu kündigen, ihre sieben Sachen zu packen und einfach loszuziehen?

Vermutlich geht es ihnen ähnlich wie mir gerade, der Alltag hat sie fester im Griff, als man es manchmal wahrhaben möchte. Vielleicht hängen sie auf diese Weise so wie ich auch ihren Gedanken und ihrem Fernweh nach, suchen sich so auch ein Fenster im Alltag, um den eigenen Träumen wenigstens für einen kurzen Augenblick zu begegnen.

Ein Lagerfeuer hilft manchmal schon

Das Handy klingelt, eine Nachricht von den Jungs. „Treffen uns um 19 Uhr – wir fahren zum Grillplatz, bring Grillzeug und Bier mit!“. Ein unerwarteter Lichtblick, eine kurze Flucht vom Schreibtisch, einfach alles liegen lassen und los. Schnell ist alles beisammen und wir sitzen auf dem Fahrrad, fahren durch den Wald, der von den warmen Strahlen der Abendsonne durchflutet wird.

Ein Feuer an der Grillstelle ist rasch entfacht, es dauert etwas, bis die Glut soweit ist, dass wir unsere Würstchen auf den heißen Rost legen können. Die Gespräche kreisen um die morgen beginnende neue Arbeitswoche, um Termine und Dinge, die wichtig sind. Vermeintlich wichtig sind. Der erste Hunger ist gestillt und beim Bier dreht sich die Unterhaltung, sie wendet sich der Freizeit zu, die es ebenso minutiös zu planen gilt, wie man es auch auf der Arbeit mit dem aktuellen Projekt macht.

Immer auf der Jagd nach dem größtmöglichen Erfolg, dem höchsten persönlichen Profit, einem weiteren spektakulären Haken auf der unvermeidlichen eigenen Bucketlist: „Kennst du schon diese Tour? Die ist der Hammer, soundsoviele Kilometer, so krass gefährlich, ausgesetzt und so beeindruckend, davon erzähle ich noch meinen Enkeln!“

 

Ich ertappe mich dabei, wie ich wider besserem Wissen auch in diesen Kanon miteinstimme. Die Sonne geht unter, die Flammen lodern nun vor der hereinbrechenden Dunkelheit kräftig auf, die innere Stimmung wird nachdenklicher, Gedanken beginnen andere Wendungen zu nehmen.

Theorie und Praxis

Bei genauerer Betrachtung relativieren sich viele Dinge. Es geht doch eigentlich darum, seine innere Balance zu finden und nicht auch noch den Stress des Alltags mit auf Tour zu nehmen.

Muss ich in zwei Wochen Urlaub wirklich bis ans Ende der Welt reisen oder geht es nicht auch eine Nummer entspannter? Kann ich nicht einfach nur vor meinem Zelt sitzen und innehalten? Einfach nur den simplen Moment genießen?

 

 

Es wird Zeit nach Hause zu fahren, morgen geht es wieder los, der Alltag und die Arbeit warten ohne Aufschub auf uns. Auf dem Rückweg strömt uns die kühle Luft der Nacht entgegen, für einen kurzen Augenblick stellt sich tiefe Zufriedenheit ein.

Die Geräusche und Stimmen der Stadt lassen mich dann aber lange nicht einschlafen. Diese Lautstärke, die das Leben um einen herum mittlerweile oft annimmt, ist doch anstrengender als gedacht. Ständig wird die eigene Aufmerksamkeit von Dingen eingefordert, mit denen man eigentlich gar nichts zu tun hat oder zu tun haben möchte. Das stete Grundrauschen lässt kaum mehr Platz für Ruhe.

Where is my moon

In diesen Momenten träume ich mich weg in die Einsamkeit Lapplands. Dann bin ich ganz bei mir selbst, liege in meinem kleinen Zelt, um mich herum nur Stille und die einzige Unterhaltung am Abend sind die tanzende Nordlichter und funkelnde Sterne am Nachthimmel über meinem Lagerplatz. Ich glaube ich muss dringend wieder raus auf Tour!

Wie geht ihr mit Fernweh um? Ist euer Alltag manchmal auch viel zu Laut?

In Norwegen geht nichts ohne leckere Waffeln! Besonders nicht am 17. Mai, dem Nationalfeiertag Norwegens, an dem 1814 die Verfassung verabschiedet wurde.

Es gibt sie immer und überall, sie sind einfach nicht wegzudenken vom Speiseplan der Nordmenn.

Ganz egal ob man zur Tur ins Fjell aufbricht, beim Schulkonzert oder sogar im Fußball-Stadion – ohne das beliebte Gebäck geht es in Norwegen einfach nicht!

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Oft werden sie schon zum Frühstück frisch gebacken, auf keinem guten norwegischen Frühstücksbuffet dürfen sie fehlen.

Dann steht dort eine Schüssel mit frischem Teig und einem Waffeleisen bereit, in dem man sich seine Waffel selbst nach eigenem Gusto backen kann.

Dazu werden gerne leckere Marmelade, kräftiger Brunost oder frische Seter Rømme gereicht. Echte Alm-Butter darf natürlich auch nicht fehlen.

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Die besten Waffeln der Welt

Es gibt unendlich viele verschiedene Rezepte, die teilweise seit Generationen in den Familien weitergegeben werden. Jeder hat da einen besonderen Kniff, Trick oder gar eine geheime Zutat, die seine Waffeln ganz besonders lecker machen.

Aber abseits dieser Rezepte gelten die Waffeln der norwegischen Seemannskirchen als „verdens beste vafler“ – also als „beste Waffeln der Welt“.

Über 30 dieser Kirchen dienen seit über 150 Jahren Norwegern weltweit als Anlauf- und Treffpunkt, um dort ein Stückchen Norwegen im Ausland zu haben.

Man geht gemeinsam zum Gottesdienst, tauscht sich über die Neuheiten in der gemeinsamen Heimat aus, schaut gemeinsam norwegisches Fernsehen oder liest norwegische Zeitungen. Zusammen begeht man natürlich auch den 17. Mai. Und natürlich gibt es bei all diesen Treffen auch immer leckere Waffeln zu essen.

Die Rezepte der einzelnen Kirchen variieren je nach Land etwas, aber das Grundrezept ist immer gleich. Selbst Norwegens größte Molkerei empfiehlt das Rezept, auf deren Internetseite gibt es sogar einen praktischen Portionsrechner.

Jetzt aber viel Spaß beim Backen!

Rezept für 10 bis 15 Waffeln:

2 Eier
70 g Zucker
200 ml „kulturmjølk“ oder Dickmilch – als Ersatz kann man auch Buttermilch verwenden
150 ml Vollmilch
100 ml Wasser
350 g Weizenmehl
1 Teelöffel Backpulver
1 Teelöffel Vanillezucker
½ Teelöffel Natron
½ Teelöffel Kardamom
125 g geschmolzene Butter

Schritt 1: Vermische Eier und Zucker

Schritt 2: Gib die übrigen Zutaten bis auf die Butter dazu und rühre alles um, bis du einen Teig ohne Klümpchen hast

Schritt 3: Gib die flüssige Butter dazu und lasse den Teig für 15 bis 30 Minuten im Kühlschrank gehen

Schritt 4: Gib den Teig in ein Waffeleisen und backe die Waffel goldgelb aus

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LiebsterAwardVon Jolly & Luke wurde ich zum Liebster Award nominiert. Bei dieser Nominierung bekommt man von einem anderen Blogger 11 Fragen gestellt, die man dann beantwortet und wiederum andere Blogs nominiert.

Eine feine Sache, denn so lernt man wunderbare und einem mitunter noch unbekannte Blogs kennen.

Gerne beantworte ich die mir gestellten Fragen und freue mich schon auf die Antworten von den drei Blogs, die ich nominiere 😉

Hier nun also die Fragen, die mir Jolly & Luke gestellt haben:

1. Was ist dein Lieblingsrezept?

Als Norwegen Fan mag ich natürlich auch die Küche dort gerne. Fisch mag ich besonders, da steht ein simples, aber überaus leckeres Rezept zum Beizen von Lachs bei mir ganz weit oben:

Zutaten für den Lachs (für 6-8 Personen):

1 frische Hälfte (ca. 1-1, 5 kg, mit Haut) Lachs

60 g Salz

80 g Zucker

3 Bund Dill

1 EL Schwarzer Pfeffer

1 Bio – Orange

Zutaten für die Honig-Senf-Soße:

2 EL Honig

2 EL süßer, brauner Senf

1 TL Dijon-Senf

½ Bund Dill

Einfach das Lachsfilet von den Gräten befreien und dann mit der Hautseite nach unten in eine passende Schale legen. Den Pfeffer am besten im Mörser zerstoßen und mit dem Salz sowie dem Zucker gut vermischen und auf der Oberseite des Filets verteilen. Anschließend den Dill hacken und zusammen mit dem Abrieb der Orange das gewürzte Filet damit belegen.

Dann den Lachs mit einer Frischhaltefolie abdecken und alles gut beschweren. Dazu eignet sich beispielsweise ein Küchenbrett gut, dass die Lachshälfte komplett abdeckt. Auf das Brett dann einfach Gewichte wie Marmeladengläser oder Konservendosen stellen, so können durch den Druck die Gewürze optimal einziehen und den Lachs beizen. Den Lachs in der Schale mit den Gewichten beschwert für ungefähr 48 Stunden in den Kühlschrank stellen.

Für die Soße einfach den Honig mit dem Senf vermischen und den fein geschnittenen Dill hinzufügen, fertig.

Vor dem Servieren des gebeizten Lachsfilets die Folie und die Schicht mit den Gewürzen, dem Dill und den Orangenscheiben entfernen. Den Lachs in dünne Scheiben aufschneiden und dazu die Soße reichen. Ein einfaches Rezept, aber sehr lecker!

2. Was ist bisher dein größtes Abenteuer?

Ich würde sagen, meinen Job zu kündigen um zu Fuß durch Norwegen zu laufen. Ohne vorher schon einen neue Arbeitsstelle in Aussicht zu haben, war dies mit Sicherheit ein ziemlich großes Abenteuer für mich. Aber der Schritt in die Ungewissheit hat sich auf jeden Fall gelohnt und quasi mein ganzes Leben auf den Kopf gestellt.

3. Was war deine interessanteste Begegnung auf Reisen?

Eine Begegnung herauszupicken ist ziemlich schwierig. Zu viele Tolle Menschen habe ich unterwegs schon getroffen. Eine ganz spezielle Begegnung auf meiner Norge på langs Wanderung 2013 war aber mit Sicherheit die mit Trond Strømdahl auf dem Weg ins Børgefjell. Durch dieses kurze Treffen wurde mir klar, was wirklich wichtig ist, wenn man draußen unterwegs ist, nämlich Spaß zu haben! Und das ohne Leistungsdruck, denn der Weg ist das eigentliche Ziel.

4. Welchen Blogartikel (von anderen Bloggern) hast du als letztes geteilt?

Nach der coolen Reisenacht auf Twitter #RN8 zum Thema „Norwegen“ gab es bei www.geh-mal-reisen.de eine klasse Zusammenfassung der Tipps, Tricks und Informationen die zu diesem Thema dabei auf Twitter gepostet wurden. Ein toller Artikel!

5. Was inspiriert dich?

Alles Mögliche! Ich versuche mit offenen Augen durch die Welt zu gehen und alles aufzusaugen, was mich interessiert. Egal ob Bücher, Filme, Reiseberichte oder andere Blogs. Wenn mit etwas gefällt, versuche ich dann mehr darüber herauszufinden.

6. Welche Hobbys hast du neben dem Reisen und Bloggen?

Spontan fällt mir da direkt der Fußball ein. Ganz egal ob als Fan von Schwatzgelb im Stadion auf der Südtribüne, vor dem Fernseher oder Radio und manchmal auch selbst auf dem Bolzplatz, ich bin einfach ein ziemlich großer Fußballfan. Mein BVB Trikot ist immer mit im Rucksack 😉

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7. Welche Sprachen sprichst du?

Neben der Sprache meiner Heimat spreche ich ganz passabel Englisch und auch ein paar Brocken Norwegisch. Allerdings möchte ich das gerne ausbauen und hab mich dazu in der örtlichen Volkshochschule zu einem Kurs angemeldet. Jetzt heißt es fleißig lernen und dann am besten reichlich Praxis vor Ort in Norwegen sammeln.

8. Wie sieht deine Fotoausrüstung auf Reisen aus?

Auf Reisen habe ich zumeist meine NIKON D5100 DSLR dabei. Der Body ist kompakt und scheint überaus robust zu sein, immerhin hat die Kamera schon monatelange Touren bisher unbeschadet überstanden. Zudem mag ich es sehr, mit dem Smartphone Photos zu machen und diese dann bei Instagram zu teilen oder um sie für meinen Blog zu nutzen.

9. Was ist dein bestes Mittel gegen Fernweh?

Einfach rausgehen und etwas erleben! Na klar, auch Bücher oder tolle Filme und Dokumentationen können das Fernweh etwas lindern, aber im Grunde hilft es eigentlich nur, selbst wieder aufzubrechen. Ganz egal ob man eine Runde im Sauerland dreht und die tollen Aussichten genießt oder sich bei White-out durch den Schnee kämpft – es hilft nur selbst loszuziehen um etwas zu erleben!

laFernweh

10. Was gehört für dich zu einer guten Reisegeschichte dazu?

Neben der spanenden Natur und körperlichen Herausforderungen mag ich vor allem Begegnungen mit Leuten, die ich unterwegs treffe. Einfach irgendwo sitzen und bei einem Kaffee eine Runde quatschen. Es ist unglaublich, was die Leute teilweise für spannende Geschichten zu erzählen haben. Nicht von spektakulären Expeditionen, sondern die ganz normalen Dinge, die das Leben manchmal so schreibt. Das gehört für mich zu einer guten Reisegeschichte einfach dazu.

11. Was nervt dich auf Reisen?

Leerlauf und lange Bus- oder Zugfahrten können ganz schön nervig sein. Auch Wartezeiten im Nirgendwo gehen mir gelegentlich ganz schön auf den Keks. Wenn man fünf Stunden in der verlassenen Wartehalle herumhängt, kann das bei mir schnell zu Frust führen.

laWartehalle

Die Liebster Award Regeln:
Bedanke dich bei dem Blogger, der dich nominiert hat und verlinke seinen Blog in deinem Beitrag.
Zeige in deinem Artikel, dass du am “Liebster Award” teilnimmst und erwähne die Regeln.
Beantworte die dir gestellten Fragen.
Denke dir selbst 11 Fragen aus.
Informiere die von dir nominierten Blogger darüber, dass du sie nominiert hast und bitte sie, deine Fragen zu beantworten.

Um den „Liebster Award“ weiter fortzusetzen und euch spannende neue Blogs zu zeigen, möchte ich gerne Franzi von Coconut Sports sowie Olaf von Way-Up-North und Geertje von der Nordicfamily nominieren. Ich freue mich schon auf die Antworten!

Meine 11 Fragen lauten…

01. Was begeistert dich am meisten daran, auf Reisen zu sein?
02. Wie wirkt sich bei dir das Fernweh auf den Alltag aus?
03. Planst du deine Reisen vorher akribisch oder lässt du dich eher treiben?
04. Was gab den Ausschlag, über deine Reisen einen Blog zu führen?
05. Was war dein schrägstes Übernachtungserlebnis auf Reisen?
06. Schaust du gerne über den Tellerrand hinaus oder bist du festgelegt auf eine Art des Reisens?
07. Hast du eine Reise auch schon einmal abgebrochen?
08. Was ist dein ständiger Begleiter auf Reisen?
09. Was vermisst du auf langen Reisen besonders?
10. Welches ist das am meisten unterschätzte Reiseziel?
11. Und was kannst du direkt bei dir vor der Haustür als Ziel empfehlen?