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Norge på langs

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Tja, es hätte funktionieren können. Unser Plan, dem schlechten Wetter ein Schnippchen zu schlagen, hat der Orkan Ole leider durchkreuzt. Er war eigentlich ganz gut, fanden wir, aber was wir im Børgefjell für einen normalen Sturm hielten, war dann doch etwas größer und windiger als gedacht.

Fauske

Gestrandet in Fauske hatten wir gestern Abend ziemlich viel Zeit, die Wetteraussichten und alle unser Optionen und Möglichkeiten zu studieren. Die Aussichten für den Norden ab Hattfjelldal sind mal so richtig bescheiden. Es ist teilweise so viel Regen angekündigt, dass es schlicht und einfach gefährlich und dazu ziemlich töricht wäre, nur einen Fuß ins Fjell oder auf einen der Seen zu setzen. Es ist durch den Regen und den Neuschnee mit hoher Lawinengefahr zu rechnen. Von Überflutungen auf den gefrorenen Boden oder aufbrechenden Gewässern ganz zu schweigen. Das alles kann so kommen, muss aber nicht. Aber allein diese Aussichten, oder die Aussicht eine Woche lang dieses Wetter irgendwo einfach abzuwarten, lassen bei uns jeglichen Spaß vermissen.Vera

Wir wollen dazu weder uns noch andere in Gefahr bringen, die Freude auf Tour zu sein, soll schließlich im Vordergrund stehen. Und genau das werden wir jetzt so richtig in den Fokus rücken. Wir haben uns entschlossen, nicht weiter auf Teufel komm raus nach Norden zu gehen, sondern uns in den Zug zu setzen, um wieder dorthin zu fahren, wo wir gestartet sind: Nach Beitostølen bzw. Fagernes.Sonnenaufgang

Von dort aus werden wir dann eine paar richtig tolle Wochen verbringen und südwärts laufen. Mit reichlich Zeit im  Gepäck und vielen Möglichkeiten wollen wir eine möglichst tolle Zeit auf Tour haben. Wir werden in Fagernes kurz verweilen, den Kopf frei bekommen, uns etwas sammeln und uns dann auf in ein etwas anderes, aber nicht minder schönes Abenteuer machen! Den gerade jetzt sind wir richtig fit und haben total Gefallen daran gefunden, im norwegischen Winter draußen unterwegs zu sein! Wie es ganz genau weiter geht, uberlegen wir uns dann ab Morgen. Gegen die Natur kommt man einfach nicht an. The Show will go on, in Norwegen ist ja schließlich Friluftslivår und wie heißt es hier so schön: Ut på tur – aldri sur 😉

Nach dem Ruhetag in Røyrvik haben wir uns auf ins Børgefjell gemacht. Das Wetter hielt einiges für uns parat, so dass wir mit einem etwas mulmigen Gefühl im Bauch losgelaufen sind. Der Wetterbericht zeigte uns für den einen Tag Sonne und Temperaturen bis zu Minus 20 Grad voraus und ab dem Donnerstag dann sollte es ordentlich Wind und Sturm im Børgefjell geben. Wenn wir also nicht auf der einzigen Hütte vor und im Fjell, der Virmahytta, ein paar Tage lang den Sturm abwettern wollten,  hieß es so weit wie nur irgendmöglich zu laufen. Leichter gesagt als getan als dann bei tatsächlich unter minus 20 Grad. Dafür hatten wir tollen Sonnenschein und wir waren dann wirklich ziemlich schnell ziemlich weit. Nach der Pause in der Virmahytta nach beinahe 30 Kilometern war uns unfassbar kalt und alles war gefroren. Wir sind dann noch weit bis in die Dunkelheit gelaufen um noch über die 40 Kilometer Marke zu gelangen. So könnten wir mit Glück das Børgefjell an nächsten Tag dann komplett bis zum Susendalen durchqueren. Als der Mond hinter den Bergen aufging, war das ein unglaubliches Erlebnis. Plötzlich war es um uns herum total hell, als würde uns der Mann im Mond mit seiner Taschenlampe den Weg leuchten. Bei minus 23 Grad haben wir dann das Zelt ziemlich erschöpft aufgebaut und sind todmüde in den Schlafsack gekrochen.White-Out

Am nächsten Tag hieß es dann erneut richtig ranzuklotzen, bei einer Sicht nahe dem White-Out wiederum eine ziemliche Herausforderung. Und da wir vor dem Sturm ziemlich die Hosen voll hatten, haben wir uns den ganzen Tag lang per GPS von Wegpunkt zu Wegpunkt gehangelt. Ging ganz gut, aber kurz vor Einbruch der Dunkelheit fing es los und der Wind nahm ziemlich rasch zu. Ungefähr sieben Kilometer vor dem sicheren und vor allen tiefer gelegen Susendalen haben wir dann das Zelt aufgebaut und eine gewaltige Schneemauer errichtet, um dem Wind wenigstens etwas die Kraft zu nehmen und halbwegs sicher im Zelt die Nacht verbringen zu können. Und in der Nacht ging es dann auch gut zur Sache, schon ein mulmiges Gefühl wenn die Windböen in das Zelt fahren und alles bei einem Mordslärm durchgeschüttelt wird. Da wird man ganz klein im Schlafsack und hofft da als gut geht und das Zelt durchhält.

Der nächste Morgen war dann kaum besser, aber der größte Wind war erst für Freitag vorausgesagt. Also blieben wir im Schlafsack bis es hell war und dann haben wir im Sturm und bei Sicht nahe null vorsichtig unser Zelt abgebaut. Dann hieß es wieder per GPS Wegpunkt zu Wegpunkt zu laufen. Kurz vor der Baumgrenze ging dann richtig die Post ab und wir standen wie im Windkanal, die Böen haben uns fast von den Beinen gehauen. Wir wollten nur noch runter und haben zugesehen, dass wir raus aus dem Wind kommen. Zwischendurch ging es nur zu Fuss weiter, der Wind und die Hangneigung war zu steil zum Skifahren.

Als wir die Ski auf dem Schlitten verstauen wollten, passierte es dann,  ein Ski mache sich selbständig und glitt den Hang hinunter. Panisch liefen wir hinterher und fanden ihn dann in einer Wächte steckend. Nicht auszudenken, was posiert wäre, wenn wir den Ski nicht wieder gefunden hätten.

Dann schlugen wir uns zwei Stunden lang durch dichten Birkenwald, der sich über kleine Taleinschnitte am Abstieg hinab ins Tal verteilt. Viele Flüche, viel Gemecker und viele unschöne Worte fielen bis wir endlich den kurzen Scooterweg hinab zur Straße fanden. Die Straße auf die wir im Susendalen trafen war dann auch eher eine Eisbahn, auf der man eher Schlittschuh laufen konnte. Nun hatte auch noch leichter Nieselregen eingesetzt, wir konnten unser Glück kaum fassen. Jetzt waren wir vor dem Sturm sicher, aber in uns herum taute alles bei leichten Plusgraden.Elch

Im Susendalen gibt es zum Glück eine ganz tolle Unterkunft, die Ulrich noch von einer Tour im letzten Jahr kannte. Also haben wir kurz im Furuheim Gård angerufen und kaum eine halbe Stunde später waren wir in einer der gemütlichsten und tollsten Unterkünfte, die ich in Norwegen je gesehen habe. Ein altes, komplett umgebautes und renoviertes Bauernhaus war für die nächste Nacht unsere Herberge.Stube

Unser Glück war vollkommen, als uns Morten, der Besitzer, uns dann noch zwei große Grandiosa-Pizzen und zwei Bier aus dem 30 Kilometern entfernten Hattfjelldal mitbrachte. Wir waren glücklich unsere nassen Klamotten zu trocknen und draußen heulte der Sturm.GrüßeHeute morgen dann verhieß der Blick aufs Wetter nichts Gutes. Für heute war krasser Sturm in weiten Teilen Norwegens angesagt und für die nächsten Tage dann sind Plusgrade und jede Menge Regen rund um den Okstinden und Umbukta angesagt. Kein Wetter um in den Bergen eine fröhliche Skitour zu unternehmen. Bei über 50 mm Regen wollen wir jedenfalls nicht von einer Springflut auf einem der Bäche oder einer Nassschneelawine überrascht werden. Was tun also, wenn wir nicht bis Donnerstag irgendwo einfach nur das schlechte Wetter abwarten wollen? Ein paar Tage Urlaub auf den Kanaren stand zwar kurz zur Debatte, wir haben uns dann aber nach längerem Hin- und Her für eine andere Lösung entschieden.

Trofors

Morten hat uns die 60 Kilometer zum Zug nach Trofors gefahren und wir werden dann per Zug, Bus und wieder Zug über Fauske und Narvik weiter nach Abisko reisen, wo das Wetter uns nicht so übel mitspielt. Den ausgelassen Teil werden wir nachholen, und bis dahin verwalten und organisieren wir fleißig weiter das NPL Wetterchaos.Zugfahrt

So, nun endlich haben wir die zweite Etappe hinter uns gebracht. Es war wirklich alles dabei, was NPL ausmacht. Die verschiedensten Unterkünfte, vom Hotel bis hin zum Vorraum der Toilette in Kvelia. Wir haben ganz, ganz feine Leute getroffen, so wie die Hartmanns in Berglia oder die Leute in Kvelia. Wir waren beim jährlichen Schulmusical und lagen regelmäßig um 19:00 Uhr am Abend im Schlafsack.

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Wir hatten Minus 25 Grad Celsius und wir hatten Schneeregen. Wir haben mal für 300 m eine Stunde gebraucht und haben aber auch an einem Tag 55 km abgerissen. Nach den Minus 25 Grad wäre ich am liebesten direkt in den Bus nach Hause gestiegen, alles tat mir weh. Und auch der Weg nach Gaundalen hatte es in sich. Steinar Gaundalen konnte unsere wütendens Gebrüll schon ein Stunde vorher durch das Tal gellen hören…

Aber unsere neuen Ski laufen super und es geht voran. Die 55 km gestern haben gezeigt, was bei optimalen Verhältnissen alles möglich ist. Heute haben wir uns ausgeruht und morgen geht es dann mit Volldampf ins Børgefjell und dann weiter nach Umbukta, wo wir in ca. 6 Tagen die nächsten Pakete mit Nachschub in Empfang nehemen werden. Es geht weiter, immer weiter straks nordover 😉

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Wir haben neue Ski! Wir sind heute mit dem Zug nach Duved gefahren und sind im dortigen Laden fündig geworden. Die Bindung war schnell montiert und beim Preis waren wir uns auch schnell einig.

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Die „alten“ Ski konnten wir in Zahlung geben. Über den Betrag, den diese Aktion, neben den reinen Skikosten auch für Bus- und Bahnfahrten sowie zusätzliche Übernachtungen, verschlungen hat, wollen wir mal besser den Mantel des Schweigens hüllen. Aber es bewegt sich sicher locker im Bereich eines verlorenen Zeltes 😉 Sei’s drum – einfach blöd gelaufen…

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Leider hat uns keiner die 60 Kilometer zurück nach Storlien mitgenommen, und so haben wir den Bus am Nachmittag genommen. Damit zerschlug sich auch die Hoffnung heute schon weiter zu kommen.

Das stundenlange Warten im Wartesaal war dann die reinste Entspannung, jedenfalls wenn man sich damit abfindet, dass es nicht anders geht. Aber es sind noch genügend WDR2 MonTalk Folgen auf IPod übrig um auch das zu überstehen. Und im Bahnhof hat auch die örtliche Glasbläser-Werkstatt ihren Sitz, so dass wir den Mädels ein wenig bei der Arbeit zuschauen konnten.

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Morgen geht es dann aber endlich von Storlien aus weiter und das Geduldspiel hat ein Ende! Fram nordover!

Tja, was sollen wir dazu sagen? Machen wir es kurz. Unsere Ski waren hin, der Straßenrand und der wenige Schnee haben uns den Belag und die Steigzone unserer schönen Ski von Madshus leider schon jetzt ruiniert, ohne Steigfelle ging es keinen kurzen Anstieg mehr hoch. Doof. Die Ski funktionierten ansonsten ganz prima und es gab keinen Grund zur Klage.

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Aber da wir nach Storlien für ziemlich lange Zeit ins ganz einsame norwegisch/schwedische Grenzgebiet verschwinden, wo es keine Sportläden gibt, haben wir gestern per glücklichen Zufall in Meråker zwei Paar sehr hochwertiger und tolle Ski ergattern können. Die vermutlich letzte Gelegenheit ohne größere Probleme an neue Ski zu kommen. Ziemlich glücklich ging es zurück und heute wieder los. Nach nur wenigen Kilometern stellte sich dabei aber heraus, dass wir mit den neuen Ski und deren etwas anderen Steig-Fell-Technik (ohne da jetzt zu sehr ins Detail gehen zu wollen) überhaupt nicht klar kommen und auch noch ausgebremst werden.

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Also haben wir einen bitteren  Entschluss gefasst und sind zurück nach Storlien gelaufen und werden morgen in einem anderen Sportladen im schwedischen Duved erneut Ski kaufen, die dann unseren vorherigen sehr ähnlich sind und für uns und unser Pensum ideal geeignet sind. Frust, den Kaffee total auf und viele Flüche über unsere vermeintlich tolle Entscheidung von gestern machen die Sache nur wenig besser, aber es ist wie es ist. Wir schieben hier in der Jugendherberge derweil weiter Frust, und morgen Mittag geht es dann nach dieser doofen Vollbremsung hoffentlich endlich mit neuen Elan weiter. Det ordner seg!
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Wir sind die letzten Tage ganz gut voran gekommen, doch der Akku brauchte dringend eine neue Ladung. So verbringen wir nun im ganz wunderbaren Vandrarhjem des STF in Storlien eine entspannten Ruhetag.

Von der Vaektarstua, von wo aus wir uns zu letzt gemeldet haben, ging es über den großen Nesjoen bzw. Esandsjoen. Eigentlich eine einfache Etappe sollte man meinen, einfach 20 Kilometer über den zugefrorenen See brettern und das war’s. Aber weit gefehlt. Kurz vor dem See war es Schluss mit dem guten Wetter und es zog Nebel auf. Alles verschwomm und man konnte kaum die Konturen im Schnee erkennen. Ziemlich doof und so passierte dann auch ein kleines Malheur. Ich wollte gerade einen Schritt nach vorne machen, als mir der Boden unter den Füßen ausging. Eine Sekunde später lag ich gut anderthalb Meter tiefer im Schnee und hatte genau eine Sekunde Zeit um darüber nachzudenken, wo gleich die schwere Pulka einschlagen würde. Aber nichts passiert, es machte Rumms und das Geschoss schlug neben mir ein. Einmal kurz geschüttelt und es ging weiter über den See.DSC_0665

Der See war allerdings alles andere als flach. Der See ist reguliert um Strom zu gewinnen und war ziemlich weit hinab abgelassen. So liefen wir teilweise über den Seegrund und auf dem Eis hatten sich fiese Wellen, kleine Wächten usw. gebildet. Das alles dann in nahezu White-Out Bedingungen, sprich man hatte kaum Sicht. Der Weg war auch nicht markiert und so liefen wir nur nach GPS. Man fühlte sich fast wie zu Nansens Zeit auf einer Grönland-Expedition!DSC_0668

Und kam einmal Land in Sicht, konnte uns das Ufer auch kaum Aufschluss zur Orientierung geben. Und so liefen wir immer das GPS Gerät vor Augen gut 20 Kilometer über den See. Kurz vor der Hütte Storerikvollen war es dann endgültig Schluss mit Lustig. Wir haben uns in der Dunkelheit auf dem Weg zur Hütte kräftig vertan und haben nicht den passenden Weg zur Hütte gefunden. Wir sind gut 180 Meter vor der Hütte in einer dichten Birkenschonung hängen geblieben. Nichts ging mehr. Flüche und wenig Druckreifes ging da über die Lippen. Einfach total frustrierend und richtig sch***e! Da ist es dann schnell vorbei mit der Beherrschung und der guten Stimmung. Mit viel Gewalt und haben wir uns dann durchgeschlagen und dabei einige Körner gelassen. Als wir dann endlich die Hütte gefunden hatten war die Stimmung ähnlich dem Äußeren, eisig und es dauerte ein wenig bis wir wieder einigermaßen auf dem Damm waren. Es ging nur noch darum etwas zu essen, zu trinken, die Hütte warm zu bekommen und dann so schnell wie möglich in Bett zu kommen. Ein Frusttag.DSC_0673

Am nächsten Tag wollten wir es über das Kluksdalen direkt nach Storlien schaffen. Ein Unterfangen das von vorneherein zum Scheitern verurteilt war. Das Wetter war toll, aber wir kamen einfach nicht voran und es sollten mindesten 35 Kilometer bis Storlien sein. Zwischendurch waren bei mir alle Muskeln in den Armen und Beinen nur noch Pudding, es ging kaum noch etwas. Zum Glück trafen wir auf den Hüttenwart von Storerikvollen, der  auf dem Weg zur Hütte war, um nach dem Rechten zu sehen. Mit seinem Scooter hatte er uns eine Spur in den Schnee gelegt, die es uns etwas einfacher mchte voran zu kommen. Gegen 16:00 Uhr kamen wir in Kluksdalen an und es war klar, das wir keinen Meter mehr weiter gehen wollen. Auf dem Bauernhof dort durften wir in der Scheune schlafen.

DSC_0686Wir bekamen noch eine kurze Führung in den Kuhstall, in dem ein 1,5 Millionen NOK teurer Melkroboter seinen Dienst versieht. Die Kühe werden vollautomatisch und rund um die Uhr gemolken. Ziemlich faszinierend zu sehen, wie das alles ganz ohne Menschenhand funktioniert. Nach der Führung ging es in die eiskalte Scheune, wo wir zwischen Gerümpel und allem Möglichen die Nacht verbrachten. Wir waren um 19:00 Uhr im Bett und schliefen bis zum nächsten Tag um 6:00 Uhr.DSC_0693Gestern dann ging es kurz vor acht los Richtung Storlien. In der Morgendämmerung erklommen wir den Anstieg hoch zum Pass nach Storlien. Der Anstieg war so steil, dass wir ohne Steigfelle keine Chance gehabt hätten. Oben wehte dann ein eisiger Wind und es wurde richtig kalt, dafür war die Morgenstimmung unfassbar schön. DSC_0700DSC_0715

DSC_0721Nach einer kurzen Rast an einer Schutzhütte auf der schwedischen Seite dauert es noch bis kurz vor 14:00 Uhr, bis wir endlich in Storlien eintrafen, wo wir nun in der ganz wunderbaren Jugendherberge sind und einen tollen Aufenthalt genießen. Mit viel liebe zum Detail und viel Herzblut hat Tina hier alles für ihre Gäste toal schön und gemütlich hergerichtet. Schoin vor zwei Jahren war ich hier und habe auch damals den Aufenthalt hier sehr genossen.DSC_0729

Heute dann ging es auf einen kurzen Ausflug nach Meraker, wo wir uns um unsere Ski kümmern mussten. Diese hatten doch sehr gelitten und wir mussten uns dringend darum kümmern, geht es doch die nächsten Wochen fernab jeglicher größerer Ortschaften weiter. Aber auch das ging mehr als gut uns zurück nahm uns dann Gregor mit, ein Auswanderer aus Deutschland, der auf dem Weg von Trondheim zu seiner Hütte im Jämtland war.DSC_0009

DSC_0006Gleich geht es wieder in die Sauna und dann steht Entspannung auf dem Programm, bevor es dann morgen wieder weiter geht!

Seit Røros kommen wir ganz gut voran. Erst ging es über eine Loipe, die uns dann aber leider direkt in einen Bereich mit krassen Tiefschnee führte. Wir versanken darin und kamen überhaupt nicht mehr voran. Wir zogen die Langfelle aus dem Rucksack, zogen sie rasch auf und weiter ging es. Ohne Felle wäre es das gewesen, kein Vorankommen möglich. Ganz oben im Fjell angekommen ging dann richtig die Post ab, es stürmte total und die Sicht tendierte gegen fast null. Um uns beinahe White-Out, man konnte sich nur von Markierung zu Markierung hangeln.

Das Wetter hat uns so ganz gut ausgebremst und wir sind dann nur noch über den großen und dick zugefrorenen Ausjoen gelaufen.
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Der Wind blies immernoch ziemlich kräftig und es war schon dunkel. Und so kann es, dass wir bei Arne Inge und Ann  Kristin einen Platz für die Nacht fanden.  Ein toller Zufall, der genau zur richtigen Zeit kam. Takk for oss og for hyggelig opphold!

Heute haben wir dann 38 km auf der Straße abgerissen. Schon vor 8:00 Uhr am Morgen waren wir unterwegs. Ging super, nur auf der Gerade nach Kurve 157 hatte Bob Jamaika 2 einen unerfreulichen Kontakt mit der Bande. So von der Ideallinie abgekommen ging es flott in den Kies, die Bestzeit war dahin.
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Nichts kaputt, nur eine Macke mehr im Knie. Aber wer auf roter Asche Fußballspielen gelernt hat, dem macht das eher wenig aus. Der Fachmann wird die Stichworte Wurzelbürste, Ausbürsten und Mercuchrom sicher richtig einordnen können.
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Jetzt sind wir in der Væktarstua, wo man neben einen sehr offenem Ohr für NPLer auch Einiges für Thor Hayerdahl über hat. Es gibt dazu hier eine kleine nette Ausstellung hier. Morgen geht es weiter gen DNT Hütte Storerikvollen.
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Und nun müssen wir noch ne Stunde lang alles essen, was so geht. Aber das läuft auch ganz gut bisher 😉

Nun liegt also die erste Etappe hinter uns! Wir sind heute in Røros angekommen und haben hier zwei große Pakete mit Proviant entgegen genommen. Wir sind im Røros Hotell unter gekommen, das auch die Pakete freundlicherweise für uns angenommen und aufbewahrt hat. DSC_0614

Die Tage von Tynset aus haben wir vor allem auf der Strasse verbracht, von der Benutzung einer Loipe, die wir fest eingeplant hatten, riet uns ein älteres Paar dringend ab. Wir waren bereits von Tolga aus bis zu ihrem Hof über dem Tal aufgestiegen, als sie extra für uns den Loipenwart anriefen. Der berichtete von sehr viel Neuschnee und wir liefen auf dessen Rat hin leider wieder zurück zur ungeliebten Strasse.

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Die Begegnung mit den Beiden brachte uns aber nicht nur einigen Höhenmeter extra und diesen Rat ein, nein neben einem großartigen und selbstgebackenem Marzipan-Brot bekamen wir auch eine Einladung zur Übernachtung im Sommer auf ihrer Alm. Wir kommen darauf ganz sicher zurueck 😉

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DSC_0558Wir liefen also zur Strasse zurueck, doch bald wurde es zu dunkel. Und wer nur mit einer Warnweste und einer Stirnlampe auf einer vereisten norwegischen Strasse unterwegs ist, sollte ziemlich starke Nerven mitbringen, wenn Busse und LKW in der Dunkelheit auf einen zu rasen. Also entschlossen wir uns einen Campingplatz in Os anzurufen, ob sie uns nicht einsammeln könnten. Gesagt getan und kaum eine halbe Stunde später lud uns Stein, der Besitzer des Platzes, zusammen mit unseren Schlitten ein und wir fuhren die 15 Kilometer bis nach Os, wo schon ein kleine vorgeheitzte Hütte auf uns wartete.

DSC_0574Heute Morgen dann sind wir mit dem Bus zurück gefahren und haben die fehlenden Kilometer straks und ohne Pulka in Windeseile nachgeholt. Es gab doch noch einen privaten Weg neben der Straße, nur war der auf unserer Karte nicht zu sehen. Stein aber kannte ihn und so war es ein Klacks die Lücke zu schliessen – „Ask the locals!“ ist da immer eine gute Idee.

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DSC_0580Jetzt sind wir im Hotel, haben gerade drei riesige Pizzen in der Stadt verputzt und es geht gleich ins Bett, morgen geht es weiter – Etappe Nummer Zwei steht auf dem Plan. Und in Røyrvik wartet dann in gut zwei Wochen das nächste Paket auf uns 😉

In den letzten Tagen sind wir ziemlich gut voran gekommen. Allerdings waren die Tage auch ziemlich anstrengend.  Von Rondvassbu nach Døralseter haben wir uns ziemlich abgemüht, es lag wenig Schnee, die Bäche lagen teilweise offen und wir mussten die Pulkaschlitten teilweise tragen um nicht nasse Füße zu bekommen. Im Fjell lag teilweise so wenig Schnee, der dazu noch total verblasen war, so dass wir kilometerweit zu Fuss unterwegs waren. Zum Glück haben wir einige Schneebrücken gefunden, die uns sicher trugen. Und drei Elche haben wir dort kurz vor Døralseter auch gesehen.

Am nächste Tag ging es über den Fahrweg von Døralseter weg hinaus aus Rondane zur Straße. Der Weg war leider auf den ersten Kilometern auch total verblasen, es war eher eine Eisbahn statt einem Weg. Wir liefen dort über den gefroren Kies, die Pulkaschlitten mussten tüchtig einstecken. Überhaupt kein Vergnügen und viele nicht jugendfreie Flüche hallten bei den zahlreichen Stürzen durchs stürmische Fjell.

Dann ging es endlich per Ski weiter und wir kamen ganz gut voran. In der Dunkelheit schlugen wir dann unser Zelt auf einem Fahrweg im Wald auf. Um 19:30 Uhr lagen wir im Schlafsack.
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Der nächste Tag war dann mit 33 km der nach Kilometern längste. Um halb sechs am Morgen ging der Wecker und noch vor Sonnenaufgang sind wir los und dann bis am Abend um viertel nach sechs durchgehend auf den Ski zu stehen. Der Tankwart an der Tankstelle in Alvdal hatte etwas Angst, dass wir ihm die Tankstelle leerfuttern. Wie ließen es aber bei zwei sehr großen Colas bewenden 😉
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Am Abend haben wir uns dann bei Pizza, Chips und Cola in der gemütlichen Unterkunft „Sandli“ gutgehen.
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Heute sind wir dann 25 Kilometer bis Tynset gelaufen. Immer auf der Straße entlang. Man kann dabei so schön den Gedanken nachhängen und im Autopilot die Kilometer abreißen. Vor einem der Schlitten des Anderen und so den ganzen Tag lang einfach laufen.
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Doof nur, wenn unterwegs dann das dumpfe Grollen des Schneepfluges ertönt und man es ganz schön mit der Angst zu tun bekommt.
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Umso schöner war es dann nach fünf kurzweiligen Stunden hier in Tynset auf dem Campingplatz anzukommen und bei Bier und sehr viel Pasta die Füße in derwarmen Hütte hochzulegen. Morgen geht’s weiter.

Wir haben uns zu einem gemütlichen Ruhetag in Rondvassbu entschieden. Nachdem wir zwei Stunden lang von Mysuseter aus mit der Stirnlampe durch die Dunkelheit gestapft sind stand der Entschluss zu einem ruhigen Tag schnell fest.

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Der Tag verging sehr gemütlich mit viel Schlaf und sehr viel Essen und Trinken. Einfach herrlich hier auf der Rondvassbu Hütte. Der Ofen bollert und die Umgebung ist traumhaft, da fällt der Müßiggang richtig leicht.

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Heute wollten wir eigentlich weiter über Doralseter laufen, aber scheinbar hat uns die Rache des gemeinen Berglemmings einen Streich gespielt, sprich eine ordentliche Magenverstimmung verschafft uns einen zweiten Ruhetag. Ziemlich doof, aber letztlich nicht zu ändern. Geht es halt morgen mit dann noch meht neuen Kräften weiter. Tee, Knäckebrot und Suppe haben wir jedenfalls genug dabei. Det ordner seg 😉

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Die letzten Tage liefen wie geplant. Wir kamen gut voran, insbesondere der Tag auf der Peer-Gynt Loipe war Entspannung pur. Der Abstieg hinab ins Gudbrandsdalen entlang der Strasse war eine Herausforderung, das blanke Eis machte es zuweilen etwas schwer.
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Nach Vinstra ging es dann wieder das Tal steil den Berg hinauf, allerdings lief das besser als gedacht und wir schlugen unser Zelt im Wald bei tollem Mondschein auf. Die Temperaturen sanken bis auf -14 Grad, aber wir schliefen nach dem anstrengten Tag sehr gut.
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Dann ging es weiter gen Rondane und wir folgten einigen Loipen über alte Seitenwege. In einem Tal allerdings verliess uns das Loipen-Glueck und wir mussten uns durch unangenehmes und umgespurtes Gelände kämpfen. Zu guter letzt ging es einen steilen Anstieg hinauf, den wir zu Fuss durch tiefen Schnee in Angriff nahmen und der ordentlich Körner gekostet hat.
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Gegen Abend erreichten wir in der Dämmerung das Rondabkikk Hotel, das von weitem durch seine Beleuchtung zu sehen war. Wir probierten unser Glück, aber alles schien verlassen und geschlossen. Wir wollten gerade am Eingang kehrt machen als uns Marianne, die Managerin, freundlich doch noch herein bat. Das gemütliche Hotel ist bereits seit Weihnachten geschlossen, doch nur für uns zwei verrückte NPL Wanderer machte sie das Hotel quasi wieder auf. Als einzige Gaeste durften wir hier die Nacht verbringen. Ein ganzes Hotel nur für uns zwei. Einfach unglaublich.
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Marianne zauberte aus der Küche eine riesige Portion Krabben, dazu gab es Bier und Brot. Zu dritt haben wir den Abend dann lange quatschend vor dem Kamin verbracht. Eine so tolle Ueberraschung, die unverhofft kam und einfach richtig viel Freude bereitet hat. Nun sitzen wir hier beim Frühstück, eventuell kommt gleich noch die lokale Zeitung vorbei und dann geht es weiter nach Rondvassbu.

Heute haben wir es ruhiger angehen lassen und die tolle Aussicht und das schöne Wetter am Morgen richtig genossen. Lange haben wir uns auch mit der Betreiberin in Dalseter unterhalten und und richtig schön Festgequatscht.
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Erst gegen 13:00 Uhr sind wir los und sind der Peer-Gynt Loipe über 18 kurzweilige Kilometer gefolgt. Unterwegs blieb viel Zeit um das fantastische Wetter und die tollen Verhältnisse zu genießen.
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Nebenbei konnten wir auch noch unsere Ski-Technik weiter verbessern und die Abfahrten geschmeidig wie die Birkebeiner hinab zischen.
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Bei Mondschein erreichten wir dann Fefor und das tolle Hotel hier. Nachdem wir unsere Schlitten geparkt hatten ging es zuerst in die Sauna um dann das wirklich ganz fantastische Abendessen ausgiebig zu genießen. O-Ton Ulrich: „So gut habe ich schon lange nicht mehr gegessen!“ und dem kann ich nur beipflichten, habe hier in Norwegen noch nie so gut gegessen wie hier.
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Nun frönen wir den Müßiggang bevor es morgen dann über Vinstra gen Rondane geht.
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Übrigens hat Scott seinerzeit hier die Motorschlitten für seine Tour zum Südpol ausprobiert. Wir gehen aber weiter zu Fuß und auch Ponys sind nicht als Zugtiere eingeplant 😉
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Norge på langs im Winter ist dann, wenn du bei Mondschein dein Tagesziel erreichst. Wir sind heute bei Mondschein in Dalseter angekommen. Da heißt nicht mitten in der Nacht, sondern so kurz nach 17:00 Uhr. Um drei geht derzeit die Sonne unter und um vier scheint der Mond hell und erleuchtet den Schnee ganz wunderbar.

Der Anstieg hier hoch fühlte sich an wie der Mount Everest, nach gut 20 km bei wunderbarstem Winterwettter und viel Rückenwind ging es noch eine ganze Weile steil im Mondschein mit Stirnlampe den Berg hinauf. Die eiskalte Cola direkt an der Rezeption war unglaublich, etwas Besseres kann man sich in solchen Momenten nicht vorstellen. Die Aussicht von hier oben soll ganz fantastisch sein, die gibt’s dann aber erst morgen früh wieder.
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Die Tage bisher liefen wie geplant, die Verhältnisse sind bisweilen aber schon eine Herausforderung. Kurz nach dem Start in Beitostølen ging es Richtung Bygdin und dem gleichnamigen Hotel.
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Der See war nicht ansatzweise zugefroren und wir mussten die Pulkaschlitten sogar kurz über den blanken Asphalt tragen. Den Silvesterabend verbrachten wir im Zelt mit Blick auf das Bitihorn in der Nähe des Vinstre Sees. Wir waren aber zu müde zum Wachbleiben und haben uns an nächsten Morgen zum neuen Jahr gratuliert. Euch allen wünschen wir ein frohes neues Jahr! God nytår fra Norge 🙂
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Den nächsten Tag blies uns der Wind über den teils vereisten Jotunheimsvegen. Wir kamen gut voran, nur kurz vor der DNT Hütte Oskampen haben wir uns dann entschlossen das Zelt aufzuschlagen. Es wurde schon dunkel und der Wind nahm sehr deutlich zu. So haben wir dann unser Zelt aufgeschlagen und dabei gleich geübt, wie das im Sturm und im Schein der Stirnlampe läuft. Hat gut funktioniert und heute morgen haben wir unser schönes Zelt dann wieder ausgebuddelt – es stand wie eine eins!

Die Temperaturen allerdings sind nicht wirklich kalt, immer so um den Gefrierpunkt. Das macht uns das Leben dann schon ordentlich schwer, alles wird feucht und klamm, das Zelt wird so rasch zu einer Tropfsteinhöhle. Umso froher sind wir nun über den Trockenenraum hier.

Besonders schön war heute dann noch die Begegnung mit Cory und Marc, die gerade dabei waren ihre Wintertour zu beenden. Zusammen sind wir eine ganze Weile gelaufen und haben uns beim Spuren abgewechselt und total nett unterhalten. God tur euch beiden Heim nach Deutschland.
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Nun sitzen wir hier in Dalseter, haben geduscht und gegessen und genießen die Wärme. Der Muskelkater ist nicht zu verachten, aber das ist ganz normal und wir werden mit der Zeit immer besser in Form kommen.

Ganz besonders bedanken wollen wir uns bei allen, die unsere Reise verfolgen, uns so viele Nachrichten und Kommentare schicken. Wir freuen uns unglaublich über jede einzelne Nachricht und jeden Kommentar. Bitte habt ein wenig Nachsicht, wenn wir nicht alles sofort beantworten können. Ansonsten macht weiter so, es ist so toll das alles zu lesen! God tur videre!

Endlich geht’s los! Bis zum Schluss haben wir überlegt, was noch mit und noch erledigt werden muss. Das Auto ist randvoll mit Ausrüstung und Verpflegung, es hätte nicht ein Karton oder ein Rucksack mehr sein dürfen.
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Und auch das Wetter spielt blendend mit, auf dem Weg gen Norden herrscht strahlender Sonnenschein. Weder Schnee noch Glatteis wie im Süden Deutschlands behindern das Vorankommen. Für den Notfall oder Superstau hätten wir allerdings Lebensmittel für über 75 Tage und warme Klamotten für 30 Grad Minus im Wagen gehabt, Sicherheit geht schließlich vor 😉
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Die Fähre in Kiel erreichen wir pünktlich nach einer sehr entspannen Autofahrt. Der Check-In ist schnell erledigt, die wenigsten Passagiere nutzen das Schiff zu dieser Jahreszeit als Autofähre, es ist eher ein Kreuzfahrtschiff mit Autodeck. Die gemütliche Kabine bietet mit ihrem großen Bullauge einen wunderbaren Blick auf die Kielerförde. Wir gehen auf das Sonnendeck und genießen das Ablegemanöver bei bestem Wetter, blauer Himmel und Sonnenschein verabschieden uns gen Norden. Der Sonnenuntergang bietet hoffentlich einen ersten Vorgeschmack auf das, was uns in der nächsten Zeit erwartet. Bei Sauna, einem Dosenbier und dem letzten „Tatort“ für längere Zeit beschließen wir den ersten Tag der sehr entspannten Anreise.
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Der Morgen beginnt mit Dunkelheit vor dem Bullauge, man merkt deutlich, dass wir uns bereits ein gutes Stück weiter im Norden befinden. Nach dem Frühstück genießen wir die Einfahrt in den Oslofjord, der noch in der Dämmerung vor uns liegt. Ein Weichzeichner aus Schnee und Morgennebel hat sich über die Landschaft gelegt.
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Wir verlassen das Schiff und tauchen ein in den morgendlichen Trubel Oslos. Wir statten dem DNT in der Storgata einen kurzen Besuch ab und treffen prompt auf Ida, die dort arbeitet und vor zwei Jahren NPL im Winter gegangen ist.
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Anschließend fahren wir mit dem Auto durch das winterliche und heute leider ziemlich graue Norwegen nach Hokksund in die Zentrale von Bergans of Norway, wo uns Christoph, der uns dort hilft und betreut, schon erwartet. Bei Bergans im Lager warten schon einige Kartons mit über 200 Fertiggerichten darauf, in unsere Pakete mit den Lebensmittel für die einzelnen Depots zu wandern. Das Verpacken und Verteilen dauert eine ganze Weile, aber wir sind ja gut vorbereitet.
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Jetzt warten die Pakete im Lager darauf, dass diese uns dann netterweise von Zeit zu Zeit zugesandt werden. Nun sitzen wir im Hotelzimmer in Hønefoss und morgen früh geht es dann weiter nach Fagernes, wo wir die letzten Besorgungen erledigen und unsere Ausrüstung vorbereiten werden.

Seit Freitag haben wir nun frei und es geht in die letzten Tage vor der Tour. Daheim stapeln sich unglaubliche Mengen an Lebensmitteln und Ausrüstung, die es nun aufzuteilen und vorzubereiten gilt. Gestern haben wir schon den ganzen Tag damit verbracht und es wird noch bis Weihnachten dauern, bis alles komplett verpackt und fertig für den Start ist.

Das Essen für NPL 2015
Packen für die große Tour

Die letzten Wochen waren zudem ganz schön turbulent, viele Dinge mussten noch besorgt und erledigt werden. Dabei kreisten unsere Gedanken immer wieder um den Winter in Norwegen, der sich, wie auch in den Alpen, stellenweise viel Zeit lässt. Gerade im Süden Norwegens, der für uns eigentlich zu Beginn auf dem Programm stünde und mit der Setesdalsheiane und der Hardangervidda gleich zwei anspruchsvolle Herausforderungen für uns bereit hält, kommt der Winter erst langsam in die Gänge. Schnee liegt mittlerweile reichlich, aber die größte Gefahr lauert darunter.

Winter in Gjendesheim
So sollten die Seen im Winter aussehen

Die Winterrouten, die der norwegische Wanderverband DNT ausweist, führen eigentlich immer direkt über viele Seen und Flüsse. Das ist recht praktisch, man gelangt so schnell voran und muss nicht um diese Hindernisse herum laufen. Gerade bei den großen Seen ist das einfach bequem. Wenn man sich den großen Gjende See zum Beispiel anschaut, so gleitet man im Winter einfach über den beinahe 20 Kilometer langen See hinweg. Und die Sommerrouten mit Ski und Pulka zu bewältigen, das schaffen nicht einmal die Norweger. Den Bessegen zum Beispiel mit Ski und Pulka zu erklimmen, stellen wir uns eher schwierig wenn nicht gar unmöglich vor.

Mit der Pulka gilt es die Route so ökonomisch wie möglich durch die Tallagen zu legen, so dass man große Anstiege am besten umgeht oder vermeidet. Wer möchte schon eine 40 Kilogramm schwere Pulka über Hunderte von Höhenmeter und steile Hänge hinauf wuchten?

Die Eisvorhersage

Wenn man sich nun aber einmal die Eisvorhersage oder die Webcam der DNT Hytte in Gjendesheim anschaut, dann treibt uns das bereits seit geraumer Zeit einige Schweißperlen auf die Stirn. Die Flüsse, Bäche und Seen im Süden liegen größtenteils noch offen oder bieten noch keine sicheren Eisverhältnisse. Es ist eher eine Art Lotterie, ob die kleineren Gewässer schon mit tragfähigem Eis bedeckt sind, von den großen Seen wollen wir gar nicht erst sprechen.

Der Gjende
So sieht der Gjende derzeit aus © Webcam Gjendesheim

Die Verhältnisse werden erst ganz, ganz langsam besser und vor allem sicherer. Selbst tiefe Temperaturen im zweistelligen Minusbereich über eine längere Periode, die die Eisbildung rascher vorantreiben würden, sind nicht in Sicht. Und nun stellt man sich einmal vor, man steht auf einem See, der vielleicht einen Kilometer groß ist, man ist mit Karabinerhaken an einen schweren Pulkaschlitten gekoppelt, trägt einen großen Rucksack auf dem Rücken, Stöcke an den Händen und Ski an den Füßen, die über eine Bindung gesichert sind, die nur mit einem kräftigen Riegel per Hand geöffnet werden kann – und dann beginnt es um einen herum zu knacken…

Da Glücksspiel und russisches Roulette nicht unbedingt die Beschäftigungen sind, mit denen wir unsere Freizeit verbringen, werden wir auf Nummer sicher gehen. Wir scheuen das große Risiko und wollen auch gerne heile wieder nach Hause kommen. Die Tour soll vor allem Spaß machen und nicht aufgrund unkalkulierbarer Risiken in einem Fiasko enden.

Von daher haben wir schon vor einiger Zeit begonnen, einen Plan B oder mittlerweile sogar Plan C vorzubereiten. Da unsere Tour an ein fixes Zeitfenster gebunden ist, können wir den Start nicht einfach um ein paar Wochen verschieben, so wie es schon einige andere Winter NPLer gemacht haben.

Der Plan C

Wir haben uns daher dazu entschlossen, die Tour ab dem Punkt zu beginnen, von dem wir ausgehen, dass die Eisverhältnisse sicher sind. Mit heißer Nadel haben wir nun unseren Plan umgestrickt, die Logistik umgeplant und mit Hilfe von Julia, die mir auf der letzten Tour die Versorgungspakete zugeschickt hat, einen neuen Dauer-Parkplatz für unser Auto gefunden.

Der neue Plan sieht vor, mit dem Auto bis nach Fagernes in Valdres zu fahren, es dort abzustellen und dann mit dem Bus nach Beitostølen zu gelangen, wo wir am 31. Dezember starten werden. Sind wir am Ziel im Norden angelangt, werden wir nach Beitostølen zurückkehren und von dort aus unsere Reise südwärts fortsetzen.

Beitostolen
Der neue Startpunkt © ut.no/kart

Für uns ist das der einzige praktikable Weg, ohne die Tour zu verschieben oder über einige hundert Kilometer die winterlichen Hauptstraßen ohne Pulka nur mit einem Trekkingrucksack entlang zu laufen. Auf den langen Fernwanderwegen in Nordamerika ist diese Vorgehensweise der Aufteilung zum Beispiel ganz normal, da wird häufig so vorgegangen, um das Wetter innerhalb einer Saison optimal auszunutzen.

Unser Motto: Det ordner seg!

Wie dem auch sei, es zeigt sich, dass in der Natur nie alles nach Fahrplan läuft. Man kann ein halbes Jahr lang planen und dann kommt es doch ganz anders. Wenn man draußen unterwegs sein möchte, muss man sich der Natur anpassen und nicht umgekehrt. Man kann nicht einfach versuchen seinen Plan durchzuboxen, das endet schnell im Unglück.

Schnell einen Plan B, C oder D zu entwickeln ist genau nach unserem Geschmack und eine unserer großen Stärken. Wir wollen Spaß mit der Natur haben und nicht die Natur bezwingen. Unsere Herausforderung besteht darin, die Verhältnisse anzunehmen und mit Flexibilität und Einfallsreichtum eine möglichst schöne Norge på langs Tour zu haben. Und das bekommen wir auf alle Fälle hin!

Gleich morgen geht es weiter mit den Vorbereitungen, wir müssen die Ausrüstung und Bekleidung auswählen und bereit für die Tour machen. Was brauchen wir wirklich? Was kann hier bleiben? Was dürfen wir auf gar keinen Fall vergessen? Es bleibt spannend und bevor wir uns unter dem Weihnachtsbaum erholen können, gilt es noch eine ganze Reihe von Dingen zu erledigen!